Manchester City

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Macaroli
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Manchester City

Beitrag von Macaroli »

Hallo zusammen, ich hoffe, ich habe jetzt nichts überlesen. Ich habe im Forum geschaut, ob es irgend etwas zum Finanzskandal zu ManCity gibt. Habe aber leider nichts gefunden. Deswegen mache ich mal einen Thread für Manchester City auf. Aktuell mit schweren Vorwürfen konfrontiert, sich nicht an Vorgaben der Premier League gehalten zu haben, die zum einen etwas zu zuordnen sind, was man als eine Art "Financial Fairplay" Verstöße bezeichnen könnten. Zum Anderen aber auch, weil sie in dem Zusammenhang Finanz- und Sponsoringeinnahmen falsch angegeben haben sowie Gehälter von Spielern und Trainer(n) falsch angegeben haben.

Tatsächlich ist es mir ein wenig schwer gefallen, einen Artikel zu finden, wo das alles gut erklärt ist. Man liest, dass ManCity in 114 von 115 Fällen schuldig gesprochen wurde. Und da geht es schon weiter. Von wem wurden sie schuldig gesprochen und was folgt daraus?

Hier übrigens ne kleine Empfehlung. Ich habe in der Podcast-Welt tatsächlich ein paar gute Aufnahmen gehört, die sich für das Thema richtig viel Zeit genommen haben. Der Rasenfunkt hat hier eine fast 3-stündige Folge veröffentlicht. Da ist wahrscheinlich alles drin, was man zu Anfang Oktober zu dieser Thematik wissen kann: Das Urteil gegen Manchester City

Die unabhängige Kommission der Premier League hat diesen Schuldspruch ausgesprochen. Es geht dabei um Vergehen aus den Jahren 2009 und 2018. Und Auslöser der Entwicklungen war bereits eine Untersuchung des UEFA-Verfahren von 2020, wo ein Ausschluss aus der CL bereits angedacht war. Die Verantwortlichen von ManCity berufen sich aktuell darauf, dass sie hier gewonnen hätten. Aber am Ende war es bei der UEFA so, dass die, eigentlich nagewiesenen Vergehen, schlicht verjährt waren. Ja, die UEFA hat hier eine atemberaubend lange, fünfjährige Verjährungsfrist (!). Doof für ManCity, dass die Premier League keine Verjährungsfrist kennt.

Diese Kommission hat übrigens auch noch kein Strafmaß festgelegt. Und da tappt man eigentlich auch etwas im Dunkeln. Es gibt in der Vergangenheit Beispiele, wo die PL bei anderen Vereinen und deutlich kleineren finanziellen Umfängen sehr hart geurteilt hat. Everton z. B. hat in der Saison 2021/22 den maximal erlaubten Verlust, den die PL zugesteht um knapp 20 Millionen Pfund überschritten. Eine ursprüngliche 10 Punkte-Strafe wurde dann auf 6 Punkte nach Berufung reduziert. Am Ende blieb Everton knapp in der Liga. Bei ManCity reden wir von einer nicht klar öffentlichen Summe. Aber wahrscheinlich mindestens von einem hohen dreistelligen Millionenbetrag. Weshalb die Spekulationen von astronomischen Punktabzügen die Runde machen.
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. (Axel Kruse)
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Macaroli
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Re: Manchester City

Beitrag von Macaroli »

Ich werde in den nächsten Wochen immer wieder einzelne Punkte hier posten. Das sind Dinge, die ich selbst bemerke oder recherchiere und irgendwo finde.

Vielleicht nochmal die Frage. Um was genau geht es eigentlich hier? Was ist das Vergehen von Manchester City? Und im Grundgedanken geht es darum, dass ManCity zu schnell zu viel Investment bekommen hat und im Zuge dessen, ich sage es jetzt mal Umganssprachlich, finanziell aufgepumpt wurde. Jetzt muss ich kurz einwenden, dass man durchaus legitim die Meinung vertreten kann, wenn jemand investieren will, dann soll er es doch ohne Einschränkung tun können. Dann wäre dieser Finanzskandal in dieser Bandbreite vermutlich gar nicht erst passiert. Und wenn man nach Frankreich zu PSG schaut. Die haben da sehr ähnlich agiert um vor allem international so weit nach oben zu kommen.

Die Anschlussfrage ist in dem Fall auch... Warum macht die Premier League regeln, die ihre Klubs ja eher ausbremsen? Es gab in der Vergangenheit einfach einige Negativbeispiele, in denen Klubs die völlig überhöhte Ausgeben (meist Gehälter) nicht mehr tragen konnen. Leeds United oder Porthmouth sind hier Beispiele. Und mit dem Rückzug des Investors sind dann vor Ort die Lichter ausgegangen, weil die Vereine kein finanziell tragfähiges Konstrukt hatten. Die Folge kompletter Niedergang, bis hin zur Insolvenz. Als Beispiel nennt der Rasenfunk-Podcast noch den Meister von 1994/ 95, die Blackburn Rovers. Der Investor, Jack Walker, ein reicher Stahlmagnat, machte nämlich genau das. Der Verein hat mit massiver Investorenunterstützung eine Mannschaft zusammengestellt, die der Verein so nie hätte unterhalten können und niemals auch zusammen kaufen können. Unter anderem war da der ganz junge Alan Shearer dabei. Zuvor hatte Blackburn seit Ende der 60er Jahre eine lange, lange Zeit in der Zweitklassigkeit hinter sich. Vereinzelt war man auch nur noch Drittligist. Und von der Übernahme, des Investors, Ende der 80er bis zur Meisterschaft vergingen praktisch 5 Jahre. Danach lief sicher einiges sehr unglücklich. Die Rovers stiegen ein Jahr später legendär als Meister ab. Wenig später starb der Investor. Heute kann man sagen, willkommen zurück in den 80ern. Jedenfalls was die sportliche Bedeutung angeht. Die Rovers sind in der EFL Championship (EFL = English Football League), das entspricht unserer zweiten Liga. Letzte Saison wurden die 20ster von allerdings 24 Teams. Damit haben sie die Klasse gehalten. Aber die rumreichen Zeiten sind lange rum. Bzw. bestanden die rumreichen Zeiten in den letzten Jahrzehnten gerade mal aus den wenigen Spielzeiten, als der Investor alles finanzierte.

Welche Regeln wurden nun also konkret von der PL eingeführt? Es gibt bzw. es gab die Profitability and Sustainability Rules (PSR). Dieses System ist jetzt ganz aktuell neu benannt und auch überarbeitet worden. Aber für den Zeitraum in dem es um den Fall von ManCity geht, hießen diese Regeln noch so. Übersetzen könnte man diese als Profit- und Nachhaltigkeitsregeln. Klingt ein wenig Nichtssagend.
Ganz konkret legte man fest, dass in einem Zeitraum von 3 Jahren maximal 105 Millionen Pfund. Wobei die Klubs sogar nur 15 Mio. Pfund defizitär sein sollten. Die Klubeigentümer durften bis zu 90 Mio. Pfund noch selbst stemmen, wenn sie (ganz wichtig!) dieses Geld als Klubanteile erwerben und nicht einfach dem Verein ein Darlehen geben, was ja eigentlich nur weitere Schulden gewesen wären.
Ausgaben für Infrastruktur wurden und werden (soweit ich weiß) davon ausgenommen. Also der Bau von Stadien, Trainingsgelände, Jugendakademien usw. waren erlaubt. Irgendwo habe ich auch gelesen die Frauenmannschaften waren davon ausgenommen.

Jedenfalls beginnen die Probleme für ManCity damit, dass sie versucht haben diese Regeln zu umgehen um in kürzester Zeit an die Spitze zu kommen. Weil vor allem diese schnellen Aufstiege werden mit dem Regelwerk eingedämmt. Das kann man auch zurecht kritisieren. Dennoch ist es für einen Verein mit dauerhafter Investorenunterstützung möglich sich zu verbessern und seinen Umsatz zu steigern. Aber es dauert in der Regeln länger, weil es dann ein wenig organisch mit wächst. Und für ManCity muss man faierweise sagen, dann wäre es womöglich kein Pep Guardiola als Trainer geworden, im Jahr 2016. Es wäre dann nicht die Mannschaft gewesen, die dann in der Folge Titel wie Briefmarken sammelt und dann die Champions League gewinnen konnte.

Beim nächsten Mal (für mich als Erinnerung) schreibe ich, wer bisher Regelverstöße hatte und wie die geahndet wurden...
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Re: Manchester City

Beitrag von Macaroli »

Soweit ich es gelesen/ gehört habe sind sehr viele der Vorwürfe an Manchester City das komplett unkooperativer Verhalten des Vereins uns seiner Akteure, die Unregelmäßigkeiten aufzuklären. Von Seiten ManCitys wurde bisher noch abgestritten und geleugnet. Und man konnte wohl (das schreibe ich jetzt mit ein wenig Vorsicht) Beweise auch verschleiert und vertuscht. Das kommt dann zu all der gewaltigen Dimension auch noch dazu. Und wird bei der Ermittlung eines Strafmaßes natürlich nicht wohlwollend zu Gunsten von ManCity ausgelegt.

Aber was droht Manchester City eigentlich? Das ist ganz schwer zu sagen. Das Regelwerk gibt Punktabzüge her. Ein Liga-Ausschluss ist möglich. Finanzielle Strafen, Transfersperren usw. das ist wohl alles im Bereich des Möglichen. Im Rasenfunk weißen sie auf eine Regelung hin, die mich auch erstaunt hat. Ich zitere mal die Reporter vom Rasenfunk im Wortsinn... möglich ist auch "Jede andere Strafe die die unabhängige Kommission für angemessen hält". Der Name dieser Regel lautet wohl Sektion W Regel 55. Und das kann ja irgendwie alles oder auch nichts bedeuten. Jedenfalls macht es das für Außenstehende auch nicht gerade transparenter.

Vielleicht hilft ein Blick in die Historie, bei der diese Regeln schon mal zur Anwendung kamen. Und da gab es den FC Everton, der sogar zweimal schon belangt wurde. In der Saison 2021/22 überschritt Everton den zulässigen Verlust um £19,5 Millionen. Bedeutet also, dass sie statt der erlaubten £105 Millionen, ganze £124,5 Millionen Defizit in einem Jahr hatten. Als Strafe waren hier ursprünglich 10 Punkte angesetzt, von denen 6 Punkte nach einer Berufung immer noch Bestand hatten. Im Jahr darauf hatte Everton einen Verlust von £121,6 Millionen, also auch nochmal £16,6 Millionen. Hier gab es dann 2 Punkte Strafe. Und da habe ich mal geschaut, warum Everton bei einem vergleichbar gleich hohem Defizit einmal 6 und einmal nur 2 Punkte abgezogen bekam. Da gibt es den Grundsatz, dass man nicht doppelt für dasselbe Vergehen bestraft werden darf. Die 2 Punkte Abzug für das Jahr 2022/23 gab es für das singuläre Vergehen in dieser besagten Saison. Den Basis-Punktabzug aber nicht mehr, weil es die gleiche Art des Verhens war. Hinzu kam noch, dass Everton im ersten Verfahren erst einmal unkooperativ war und abstritt. Im zweiten Verfahren aber sofort und ohne Abstriche kooperativ war.

Bei Nottingham Forest waren es £34,5 Millionen also eine Schippe mehr als bei Everton in einem Jahr. Bei Nottingham war das aufsummiert über 3 Jahre. Die Strafe betrug hier einen 4-Punkte-Abzug, weil Nottingham vollumfänglich das Vergehen einräumte und eine „außergewöhnlich hohe Kooperationsbereitschaft“ mit der Liga an den Tag legte.

Und Manchester wird eine Überschreitung von ca. 900 Millionen Pfund vorgeworfen. Und das über fast eine Dekade lang.
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ccfcsvw
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Re: Manchester City

Beitrag von ccfcsvw »

Dass Man City bei den Finanzen im großen Stil geschummelt hat, bezweifelt wohl kaum noch jemand. In der Beziehung ist das wohl ein Fall von "immer schon geahnt". Die Frage, welche Konsequenzen drohen, ist aber nach wie vor spannend. Wenn sie nur ein paar Punkte abgezogen bekommen, wäre das wohl aus Sicht der meisten Fans (außer natürlich denen von City) recht unbefriedigend.
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Re: Manchester City

Beitrag von valhalla »

Macaroli hat geschrieben: Di 27. Okt 2026, 22:45 vollumfänglich das Vergehen einräumte und eine „außergewöhnlich hohe Kooperationsbereitschaft“ mit der Liga an den Tag legte.
Naja, das kann man bei City ja wohl nicht mehr als Milderungsgrund anführen. :mrgreen:

In anderen Topligen gibt es ja ziemlich sicher auch solche Clubs (PSG, Barca, Real), die sich mit Finanztricks sehr helfen, nur werden diese nicht wirklich bestraft. Fürchte es wird bei City auch nicht die volle Härte geben, wobei man sich damit als Liga einen heftigen Präsedenzfall schaffen würde.

lg
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