Warum ist Spaniens Vereinsfussball so dominant?

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kaffeesturm
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Re: Warum ist Spaniens Vereinsfussball so dominant?

Beitrag von kaffeesturm » Fr 21. Apr 2017, 12:50

Erstmal vorab, die Schreiber haben das Thema auch entdeckt und kritisieren offen: http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... inden.html
Das die Liga "underperformed" glaube ich nicht. Es ist eben das was momentan drin ist, auch wenn mit Schiedsrichterentscheidungen (Bayern), Anschlag (Dortmund) und Glückstor für Ajax (Schalke), die Spiele sehr, sehr knapp und unglücklich waren.


Zu deiner Antwort.
Gut geschrieben und ich stimme dir in allen Punkten zu.
Macaroli hat geschrieben: kaffeesturm hat geschrieben:
Es ist das Ganze.
Klima, Kultur, Sprache, Nachwuchsarbeit, guter Verdienst, Steuerlast, hohes Liganiveau, gute Infrastruktur (Stadien, Medizin usw.) und eine nicht zu hohe Belastung.


Wobei Klima, Kultur und Sprache nun nicht gerade neu sind. Das war auch in Jahren so, in denen Spanien um die 3,5 Punkte holte. ^^ Sind allerdings auch Punkte, die wir schlecht reproduzieren können. Gut, das Klima wandelt sich, die Kultur verändert sich überall auch langsam, spanisch könnten wir ja lernen. ^^
Ja, die Punkte sind nicht neu, aber eben ein Teil vom Ganzen, früher sind die Talente über die "Zwischenstation iberische Halbinsel" in die finanzstärkeren und erfolgreicheren Ligen gewandert, heute bleiben sie dort.
Macaroli hat geschrieben:Ich habe ein Interview mit Jürgen Klopp aus dem letzten Jahr gefunden, in der er ein paar kurze Statements dazu abgegeben hat. Für ihn sind es ein paar wenige Punkte:

Geld
Taktikschulung der Trainer
Starkes Scouting


Klingt nun nicht revolutionär. Zumal in England deutlich mehr Geld im Umlauf ist - und auch andere Nationen Taktik und Scouting für sich entdeckt haben. Aber wahrscheinlich wird hier noch mehr wert drauf gelegt.
Das viel Geld auch kontraproduktiv ist, hast du ja super ausgeführt.
Beim Scouting kann man bestimmt viel verbessern, aber es wird auch vom Glück bestimmt. Natürlich kann man mit mehr Geld, mehrere Talente mit "Möglichkeiten" versorgen.
Spannend wird es bei der Taktikschulung. Wenn man sich überlegt das noch vor vier Jahren ein "alter Heynckes" ohne sonderlich modernen Fußball, also Ballbesitzfussball, extremes Pressing oder schnelles umschalten, die CL gewonnen hat, einfach durch das formen einer Einheit (Teamgeist), einer sehr soliden Abwehr und einem gesunden Zug zum Tor ohne viel Schnick Schnack, dann ist das schon erstaunlich, aber auch beruhigend.
Was die Spanier taktisch besser machen, kann ich nicht erkennen, ich emfpinde viel mehr ihre überragende Technick oft als spielentscheidend.
Und da kommt das Thema Nachwuchsarbeit wieder auf den Plan und das nicht nur für die einzelnen Clubs, sondern in der Breite. Ich weiß von einem einzigen Jugendverein in Spanien, in Malaga, also bestimmt nicht repräsentativ was ich jetzt behaupte :D , das dort schon ab einem Alter von 7 / 8 Jahren sehr akribisch trainiert wird, besonders Technik und Taktik. Bei meinem Sohn geht es eher um den Spaß beim Training, gut er ist erst fast 7, aber ich sehe es jauch bei Bekannten, Freunden usw.
Was die Spanier aber taktisch gut machen und was ich auch bei Ajax gesehen habe, ist die Aufteilung der Räume im Mittelfeld durch "Dreiecke", da gibt es auch einen Namen für, der fällt mir gerade nicht ein. Also das immer drei oder vier Spieler einen Raum mit Anspiel- oder Pressingmöglichkeiten bilden.
Macaroli hat geschrieben:Ich sag mal, selbst bei Bayern war alleine das Aufkommen von Spielern wie Müller, Schweinsteiger, Lahm oder Badstuber jeden einzelnen Cent, der in diese Generationen während der Nachwuchszeit gekostet hat, es Wert diesen auch auszugeben.
Auf jeden Fall! Bisher war es ja auch immer so das Bayern sich die halbe Nationalmannschaft geholt hat, was auch deren internationalen Erfolg ausgemacht hat. Hier sehe ich das erste Mal die Gefahr das das nicht mehr funktioniert. Zum einen fehlen deutsche Spieler mit Topniveau im Nachwuchs, zum anderen ist es für diese bei Bayern auch schwerer als früher, sich an den Topstars vorbei zu drängeln. Und Beispiele wie Podolski oder Götze machen da auch nicht mehr Mut.
Kimmich bildet da eine Ausnahme, aber auch er hatte das Glück das sich die anderen verletzt haben und war am Anfang etwas überfordert, aber er hat daraus schnell gelernt, woraus man den Schluss ziehen könnte das ein konsequentes Heranführen der zweiten und dritten Reihe durchaus Potential freisetzt.
Die Früchte des neuen Leistungszentrums werden sie wohl erst in 6-12 Jahren ernten können.
Macaroli hat geschrieben:Ja, das ist aber ein schweres Thema. Ich denke das ist ein Problem, aber es ist kein Problem, welches nur eine einzige Nation betrifft. Alles andere ist Spekulation.
Ja. Doping ist zwar ungesund und dumm, aber wenn alles machen dann muss man trotzdem den Hut vor zB. Armstrong ziehen. Schliesslich bedeutet Doping ja auch nicht das die Radler den Berg hochfliegen :) .


P.S.: Gerade drüber gestolpert. Uli hats geblickt: http://www.t-online.de/sport/fussball/b ... chtig.html

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