Fußball im Osten

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von Lok » Mi 2. Aug 2017, 23:04

Ratsherr hat geschrieben:1.Bl.
RB 6.
Hertha 12.

2.Bl.
Union 2.
Dynamo 4.
Wismut 15.

3.Liga
FCM 2.
FCK 3.
Hansa 4.
Chemie 10.
RW 12.
BSG 16.
Carl Zeiss 17.

Regionalliga
Aufstiegskandidat 1 Energie
2 Wacker
3 Victoria
4 Lok
5 BFC

Aufstieg gelingt
Da kommt richtiges Ost-Feeling auf:
Wismut Aue
FC Magdeburg
FC Karl-Marx-Stadt
Hansa Rostock
Chemie Halle
Rot-Weiß Erfurt
Carl Zeiss Jena

Aber warum BSG für Zwickau, ich dachte ich google es mal nicht, sondern versuche es nur mit meinem Ad Hoc-Wissen.

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SirHenri
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Re: Fußball im Osten

Beitrag von SirHenri » Mi 2. Aug 2017, 23:46

Ja, super :D

Zwickau erst seit der Wende als FSV Zwickau unterwegs.

Vorher lange BSG (Betriebssportgemeinschaft).

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von Lok » Do 3. Aug 2017, 06:30

SirHenri hat geschrieben:Ja, super :D

Zwickau erst seit der Wende als FSV Zwickau unterwegs.

Vorher lange BSG (Betriebssportgemeinschaft).
BSG Sachsenring Zwickau, das wäre doch mal wert über eine Rück-Benennung nachzudenken :lol:

Sehr schön übrigens auch die neue Regionalliga Nordost, da gibt es diese Saison das Duell "Lok Leipzig" gegen "Chemie Leipzig". Möchte jemand mal recherchieren, wann die zum letzten Mal unter diesen Namen gegeneinander gespielt haben?

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von svv74 » Do 3. Aug 2017, 08:22

Lok hat geschrieben:Sehr schön übrigens auch die neue Regionalliga Nordost, da gibt es diese Saison das Duell "Lok Leipzig" gegen "Chemie Leipzig". Möchte jemand mal recherchieren, wann die zum letzten Mal unter diesen Namen gegeneinander gespielt haben?
Gleich mal recherchiert.

Das letzte Duell in einem Pflichtspiel unter den Namen Chemie - Lok gab es am 24.05.1985, dem 25.Spieltag der Oberliga. Endstand war 0:1. Chemie wurde am Ende 13., Lok auf dem 3.Platz.

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von Lok » Do 3. Aug 2017, 11:00

Dann ist Chemie abgestiegen? Oder warum gab es keine weiteren Duelle in der DDR-Oberliga?

Ich war ja großer Fan des Namens VfB Leipzig. Irgendwie hat der Name soviel Hoffnung ausgedrückt auf andere Zeiten, außerdem hat sich der Name auf die Anfänge des Fußballs in Deutschland bezogen.

Diese Hoffnungen wurden bitter enttäuscht, der Osten wurde über den Tisch gezogen (ich bin übrigens Wessi, nur dass hier keine falschen Vermutungen aufkommen) und auch im Fußball gab es einen großen Ausverkauf.
Trotz aller Widrigkeiten hat es der VfB Leipzig in die 1. Bundesliga geschafft. Aber neben vielen hausgemachten Fehlern und strukturellen Nachteilen (vor allem durch die Wende) gab es 0 Unterstützung von der Stadt Leipzig und eine Ruine als Stadion.

Rasenballsport bekommt hingegen alle nur nötige Unterstützung von der Stadt Leipzig und mit dem WM-Stadion konnten sie sich ins gemachte Nest setzen.

Ich bewundere den Wiederaufbau unter dem Namen Lok Leipzig nach der Insolvenz und der Löschung aus dem Vereinsregister. Aber meine große Liebe galt dem Verein mit dem Namen VfB Leipzig. Vielleicht auch ein Grund warum ich heute sage, dass ich keinen Lieblingsverein mehr habe (außer vielleicht die dt. Fußballnationalmannschaft). Mein anderer ehemaliger Lieblingsverein Karlsruher SC ist auch in den Niederungen versunken und da ich nie in Karlsruhe gewohnt habe, ist es schwer da noch den Bezug zu halten.

Also die Umbenennung in VfB Leipzig hat für mich Sinn gemacht, weil es Hoffnung und Aufbruch ausdrückte und weil man sich auf die Anfänge des Vereinsfußballs in Leipzig besonnen hat.

Der Name Sachsen Leipzig hat für mich nie Sinn gemacht. Da hat man krampfhaft versucht, die Ost-Vergangenheit loszuwerden. Also eigentlich bin ich ganz froh, dass Chemie zurück ist. Chemie Leipzig ist ja ebenso ein Fanprojekt wie Lok Leipzig. Aber im Gegensatz zu Lok hatte Sachsen Leipzig nach der Wende die Unterstützung der Stadt, nach der WM hatten sie sogar ein annehmbares Stadion, nur etwas zu groß halt. Aber sie haben es ebenso vermasselt.

Ost-Fußballtradition findet sich eben hauptsächlich in der 3. Liga und in der Regionalliga. In der ersten Liga findet sich mit Hertha ein West-Berliner Verein und mit Rasenballsport eine Neugründung aus Marketinggesichtspunkten. Inzwischen lehne ich RB auch nicht mehr komplett ab. Ich verfolge einfach nur mit Spannung, wie sich das entwickelt und ob das die Bundesliga als Ganzes verändern wird, dieses neue Konzept.

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von Macaroli » Do 3. Aug 2017, 19:09

Lok hat geschrieben:Ich war ja großer Fan des Namens VfB Leipzig. Irgendwie hat der Name soviel Hoffnung ausgedrückt auf andere Zeiten, außerdem hat sich der Name auf die Anfänge des Fußballs in Deutschland bezogen.
Das ging mir genauso. Der Name VfB war für mich, natürlich auch als Wessi, genau das richtige Signal. Lokomotive hatte eigentständig einen großen Namen in der DDR aufgebaut, aber das war für mich auf anderen Seite Deutschlands einfach nicht so spannend. Ich kannte die Geschichte ja nicht. Leipzig war genau der richtige Standort mit dem richtigen Vereinsnamen. Ich hatte mich damals sehr gefreut, dass sie in die Bundesliga aufgestiegen sind. Ich dachte damals, als Teenager, jetzt kommen die Ost-Vereine langsam an. Das Leipzigs Aufstieg eher ein Ausrutscher nach oben war, hat man schnell danach gemerkt.

Lok Leipig hat sich nach der Zwangsabstieg dann wieder auf den "DDR"-Namen festgelegt, aber sie sehen sich in der Tradition des ersten DFB-Meisters (auf der Homepage sieht man im Hintergund auch das VfB-Logo). Das macht es für mich versöhnlich. Und für die Fans ist Lok sowieso der richtige Name.

Ich glaube, es war damals schwierig den Ausverkauf des Ostens zu verhindern. Transferverbote etc. wären nicht durchsetzbar gewesen. Man hätte vermutlich ein eigenes Fussball-Aufbauprogramm-Ost machen müssen. Was vor allem die Infrastruktur und die Stadien betroffen hätte. Die Jugendarbei hingegen war ja sehr gut und hat die Bundesliga wie auch die Nationalmannschaft noch länger oben gehalten, als es die Jugendföderung im Westen ermöglicht hätte. Aber man hat ein Stück weit zu tatenlos zugesehen, wie die Ost-Vereine relativ chancenlos untergegangen sind.

Ich hätte es damals auch gut gefunden, wenn man beim DFB den Sitz von Frankfurt nach Leipzig verlegt hätte. So wie es zu den Anfangszeiten war. Klar, das hätte was gekostet, aber manchmal gelten meiner Meinung nach nicht nur finanzielle Argumente. Es wäre ein starkes Zeichen gewesen und hätte dem DFB den Fussball-Ost näher gebracht und wäre zudem ein starkes Zeichen für eine Vereinigung zweiter Fussballländer gewesen. So war es lediglich eine formelle Eingliederung des DDR-Fussballs in das bestehende West-System.

Jetzt ist das alles durch. Die letzten Jahren waren wieder ein wenig besser. Union Berlin und Dynamo Dresden sind auf einem Level wie Traditionsvereine aus Nürnberg, Braunschweig, Bochum, Kaiserslautern usw. Sie teilen auch deren Schicksal erstmal zweitklassig zu sein. Aber auf einem, wie ich finde gefestigtem Niveau. Die dritte Liga sorgt dafür, dass nun doch eine ganze Reihe der Ost-Klubs (oder ehemaligen Ost-Klubs... hier kann man politisch nicht so richtig korrekt sein. ^^) im Profifussball sind. Das an sich ist ein Fortschritt. Weil so können in Magdeburg, Erfurt, Zwickau, Chemnitz und all den anderen Standorten profitaugliche Infrastrukuren entstehen oder erhalten werden. Ich habe da so eine gewisse Hoffnung, dass auf Dauer 2-3 Vereine mehr nach zumindest eine Liga nach oben kommen. Und vielleicht findet abseits von Hertha und RaBa Leipzig noch ein weiterer Verein den Sprung in Liga 1. Ich denke, was in Mainz und Freiburg geht, müsste doch auch in Dresden möglich sein. Wenn man sagt, man möchte deutschlandweit zu den besten 10 - 25 Vereinen gehören, dann garantiert das nicht immer die erste Liga, würde aber nach meinem Eindruck die Möglichkeiten gut wiederspiegeln.
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. (Axel Kruse)

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von SirHenri » Fr 4. Aug 2017, 21:48

Union mit Traumstart !

Auswärtssieg in Ingoldstadt ( :!: ) und heute ein spektakuläres 4-3 gegen Kiel, das zu Platz 1 führt :union:

OK, es ist noch früh. Aber sieht wieder so aus, als könnten sie oben mitspielen.

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von svv74 » Sa 5. Aug 2017, 07:44

Lok hat geschrieben:Dann ist Chemie abgestiegen? Oder warum gab es keine weiteren Duelle in der DDR-Oberliga?
Richtig, es folgte der Abstieg. Da es nur eine 14er Liga war, sind die letzten beiden Vereine abgestiegen.

Als Zweitligist haben sie mit den Plätzen 3 - 10 - 6 - 6 nur anfangs mit dem Wiederaufstieg liebäugeln können. Erst in der Saison 89/90 gab es eine Art Comeback. Chemie Böhlen gewann die 2.Liga und fusionierte mit dem inzwischen umbenannten FC Grün-Weiß Leipzig 1990 zum FC Sachsen Leipzig. Die hielten sich ja dann eine Weile mehr schlecht als recht auf Dritt- und Viertliganiveau, ehe die Sache irgendwann (2011) zu Ende ging.

Dann die Rückkehr zu den Wurzeln von ganz unten, mit dem Ergebnis, dass der Name Chemie Leipzig jetzt wieder präsent in der vierten Liga ist.

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von Lok » So 6. Aug 2017, 09:31

Sehr interessanter Artikel über die Abwicklung von Ost-Betrieben und wie die Menschen dabei belogen wurden.
http://plus.faz.net/politik/2017-08-05/ ... 4/?GEPC=s2

Im Fußball gab es ja eine ähnliche Entwicklung. Erst Euphorie und auch Rückbesinnung auf die gesamtdeutschen Wurzeln, wie im Fall von VfB Leipzig. Dann Desillusionierung, Enttäuschung, Frust. Das führte dann zu einem Festklammern an der Ost-Tradition aus Trotz, Enttäuschung, Widerstand.
Macaroli hat geschrieben:Ich hätte es damals auch gut gefunden, wenn man beim DFB den Sitz von Frankfurt nach Leipzig verlegt hätte. So wie es zu den Anfangszeiten war. Klar, das hätte was gekostet, aber manchmal gelten meiner Meinung nach nicht nur finanzielle Argumente. Es wäre ein starkes Zeichen gewesen und hätte dem DFB den Fussball-Ost näher gebracht und wäre zudem ein starkes Zeichen für eine Vereinigung zweiter Fussballländer gewesen. So war es lediglich eine formelle Eingliederung des DDR-Fussballs in das bestehende West-System.
Das wäre ein sehr schönes Symbol gewesen, auf die Idee bin ich noch gar nicht gekommen. Allerdings hätte das wohl den Ausverkauf auch nicht gestoppt. Mit der Abwicklung der Ost-Industrie (siehe dazu den Artikel oben) hing der ganze Osten am Tropf des Westens. Somit war auch der Fußball nur noch ein Spielball westlicher Interessen.

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Re: Fußball im Osten

Beitrag von don_riddle » Mo 7. Aug 2017, 08:35

Lok hat geschrieben:Die Saison hat zwar schon angefangen, aber vielleicht seid ihr alle nochmal dabei, das Abschneiden der Ost-Vereine zu tippen?

Dann tippe ich auch nochmal mit:

1. Bundesliga:
RB Leipzig: 3.
Hertha BSC: 10.

2. Liga:
Union: 3.
Dresden: 7.
Aue: 16.

3. Liga:
Magdeburg: 5.
Halle: 10.
Chemnitz: 15.
Erfurt: 9.
Rostock: 14.
Jena: 12.
Zwickau: 19.

Regionalliga:
Energie Cottbus
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