Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Vollspann » Sa 3. Mär 2018, 17:41

Lok hat geschrieben:Mich würde ja mal interessieren, wie die Bayern-Verantwortlichen zur kompletten Abschaffung von 50% + 1 stehen?
Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie in München ein Interesse haben den Club an einen Scheich zu verscherbeln.
Aber wenn die Regel fällt gäbe es vielleicht Investoren bei anderen Clubs.
HIER würde es mich nun gar nicht wundern, wenn sie da eher dagegen wären, weil das nur unwillkommene Konkurrenz aufs Tapet rufen könnte. :D
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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Macaroli » Sa 3. Mär 2018, 18:37

Danke für die Blumen. Ich will halt einfach nicht an den immer wiederholgen Glaubenssätzen festhalten, die aber bei genauerer Betrachtung, keine belegbare Grundlage haben. Bayern schwächt... wen auch immer steht für mich in einer Linie mit "Engländer können in der Bundesliga nicht erfolgreich sein" oder Bayerns "Wir holen keine Spieler aus Südamerika mehr".
Vollspann hat geschrieben:Unterm Strich halte ich es für eine Milchmädchenrechnung, dass sich für die Bundesliga, ihre europäische Leistungsstärke und ihre Attraktivität im Auslandsmarkt irgendetwas verbessern würde, wenn die Dominanz der Bayern dadurch nachlassen würde, dass die Bayern schwächer würden oder lieber überteuerte Durchschnittskicker aus dem Ausland holen würden statt gelegentlich für sie vergleichsweise günstige Topspieler von Bundesligakonkurrenten aufzugabeln, bevor sie vom Ausland aufgelesen werden.
Ich würde sogar sagen, dass ich die Weiterführung des Grundirrtums. Und dieser Gedanke verhindert, wenn man ihn zur Handlungsgrundlage nehmen würde, ein wirkliches Konzept. Kurz zusammgenfasst würde das heißen: Bayern muss von seiner Stärke und der Dominaz etwas abgeben und dann wird es besser! Mehr Spannung - mehr Ausgeglichenheit - mehr internationales Interesse - mehr internationaler Erfolg! Da würde ich einfach mal fragen: Warum? Bayern wird schwächer und dann wird alles gut? Nein, dann hätten wir neben den anderen 17 Klubs noch einen 18tern Verein, der seine Spieler, sobald sie ein, zwei gute Jahre hatten, abgeben muss. Das ist so, als würde ich meinem Verein den Abstieg wünschen, weil ich glaube, dass die Verantwortlichen dann den Ernst der Lage verstehen würden (achja, auch ein immer wieder kehrender Glaubenssatz ^^).

Grundsätzlich muss ich natürlich auch als Bayern-Fan sagen, dass die Bundesliga zwar viele spannende Spiele und Konstellationen hat, aber dass die Situation aktuell in der Meisterschaftsfrage wirklich zu einseitig ist. Ich freue mich über die Schale, aber es ist auch irgendwie schon Gewohnheit geworden. Und ich will auch nicht, dass irgendwann die zehnte Meisterschaft in Folge steht und der Abstand jeweils jenseits der 15 Punkte ist.

Und hier geht es auch nicht darum, dass man einen Schuldigen sucht. Ich fürchte, die aktuellen Strukturen befördern dies in verschiedenen Ligen. Frankreich ist sehr einseitig. Wenn dort kein weiterer Investorenklub auftaucht, dann werden dort mind. 9 von 10 Meisterschaften demnächst nach Paris gehen. Italien hat ein sehr dominierendes Juve. Aktuell kännte Napoli es zwar schaffen, aber wie sieht das in den kommenden Jahren aus?

Seit der letzten Reform der Champions League ist die Gelddruckmaschine für die ganz großen Vereine am laufen. Natürlich steckt da auch eine Chance für Vereine wie dem BvB dahinter. Aber Bayern ist da relativ sicher Dauerstarter. Alle anderen können damit nicht sicher planen. Der Abstand der Top-Teams zu dem Nicht-Europäischen-Rest der Liga, müsste eigentlich größer werden. Nicht nur in Deutschland, auch in den meisten anderen Ligen. Immun ist denke ich nur England. Jedenfalls so lange die TV-Gelder so exklusiv hoch fließen. Dort sind sie nicht von der CL abhängig. Schlimm finde ich auch, dass die sowieso zweitklassigen Ligen komplett den Anschluss verlieren werden. Aber das ist ein eigenes Thema.
Vollspann hat geschrieben:Ich komme darauf, weil ich die Situation in Dortmund für etwas gefährlicher halte als du.
Stimmt, ich mache mir tatsächlich keine großen Sorgen um den Status von Borussia Dortmund. Ich bin da auch mal sehr gespannt auf die Transfertätigkeiten der Dortmunder, im nächsten Transferfenster. Natürlich gibt es Schwankungen. Mit Bosz hat es nicht geklappt. Ich habe auch mitgelitten, als die Spiele gegen Nikosia so Bescheiden liefen und als der BvB doch sehr schnell in der Bundesligatabelle abgerutscht ist. Auch ist die CL-Quali noch lange nicht eingetütet. Aber strukturell sind sie in Deutschland die klare Nummer 2. Stark genug um auch Rückschläge weg zu stecken. Lieber wäre mir aber natürlich, die Borussia wird sich sicher für die CL qualifizieren.
Vollspann hat geschrieben:Im Hinblick auf Pay-TV-orientierte Aspekte und Investorenregelungen bin ich wohl etwas konservativer als du und sehe da auch nicht mehr allzuviel Potential. Viel mehr Zerstückelung als in der BuLi geht wohl nicht mehr. Ich glaube, derart zerrupft wie bei uns sind die Spieltage in keiner der anderen Topligen. Was hier über Pay-TV reinzuholen ist, ist wohl weitgehend ausgeschöpft. Das ist auch imho weniger eine Frage des verstockten "Ihr wollt ja nicht...", sondern schlicht das was der hiesige TV-Markt unter seinen spezifischen Gegebenheiten hergibt.
Schau mal nach Spanien. 4 verschiedene Anstosszeiten nur am Samstag. Das geht um 13.00 Uhr los und wenn Du das richtige TV-Paket hast, dann kannst Du bis 23.00 Uhr jedes einzelne Spiel sehen. Sonntag das Gleiche, bis zum Montagsspiel. Hier kannst Du wirklich jedes Spiel sehen, wenn Du die Zeit und die Ausdauer hast. Dafür laufen keine zwei Spiele parallel. Auch hier meine Meinung: Ich will das auf gar keinen Fall! Ich bin ein Fan der "Heute im Stadion" Sendungen, die dann am Samstagnachmittag ziemlich langweillig wären. Aber das Stöhnen über 5 Montagsspiele, halte ich für ein Luxusproblem.

Und Pay-TV in Deutschland wächst Jahr für Jahr im zweistelligen Prozentebereich. Ich würde doch sagen, dass hier mehr als in den anderen Ligen Europas Steigergunspotential vorhanden ist. Die Auslandsvermarktung denke ich, kann auch noch steigen, da diese bis zu den aktuellsten TV-Verträgen zuvor fast gar nicht wahrnehmbar war und die Bundesliga hier auch erst langsamer dabei ist, als die anderen Top-Ligen. Ich habe da tatsächlich ein wenig Hoffnung auf mehr.
Lok hat geschrieben:Naja, jetzt haben wir den Salat. Natürlich kann man sagen, die Dominanz der Bayern und die Langeweile der Bundesliga ist kein Problem. Dann ist ja auch alles gut.

Aber wenn man sagt, das ist auf Dauer nicht gut, dann stellt sich die Frage, was kann man ändern. Ich bin da ehrlich gesagt ziemlich ratlos.
Ich denke, diese Frage muss man sich stellen. Das einzig Gute bei der Sache ist, dass nichts für alle Ewigkeit in Stein gemeißelt ist. Die Bayern waren schon "immer", also die letzten knapp 50 Jahre ein Spitzenverein in Deutschland. Aber auch da sehe ich, dass in der Phase Heynckes/ Guardiola noch mal ein starker Sprung nach vorne zu einem dauerhaften europäischen Spitzenteam gemacht wurde. Dortmund ist nicht sow weit weg, Schalke, Leverkusen und Leipzig auf absehbare Zeit auch keine Leichtgewichte. Wenn es in Dortmund die kommenden Jahre weiter gelingt in den Top4 zu bleiben und vielleicht auch nochmal einen Hitzfeld oder Klopp - Moment zu erwischen, dann können sie auch an Bayern dran bleiben und zeitweise sogar davor liegen.
Lok hat geschrieben:Mich würde ja mal interessieren, wie die Bayern-Verantwortlichen zur kompletten Abschaffung von 50% + 1 stehen?
München würden sie nicht abgeben, aber laut Hoeneß wären sie für eine Abschaffung von 50+1, obwohl ja dann kein weiterer Nutzen für Bayern München da wäre.
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. (Axel Kruse)

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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Lok » Sa 3. Mär 2018, 22:37

Danke für den Link zu RP Online.
Lustigerweise ist unter dem Artikel über Höneß und die 50%+1 Regelung ein Link zu einem weiteren Artikel.

So beuten die Bayern die Liga aus, der Artikel ist eine Bildstrecke und hat 70 Bilder, viel Spaß damit :lol:

http://www.rp-online.de/sport/fussball/ ... .1297262#a

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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Macaroli » So 4. Mär 2018, 17:39

Lok hat geschrieben:So beuten die Bayern die Liga aus, der Artikel ist eine Bildstrecke und hat 70 Bilder, viel Spaß damit :lol:

http://www.rp-online.de/sport/fussball/ ... .1297262#a
:lol: Das wird noch meine Lieblingszeitung.
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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Lok » So 4. Mär 2018, 21:49

Der Spiegel findet die Bundesliga übrigens auch langweilig, http://www.spiegel.de/fotostrecke/bunde ... 59015.html

Was soll man auch anderes sagen bei einer Liga, in der Abstiegskampf und Meisterschaft schon lange vor Ende entschieden sind.

Schönes Zitat übrigens aus der Fotostrecke, "Auch die DFL wird in Gelsenkirchen aufmerksam zugesehen haben: Für den nächsten Imagefilm zur Attraktivität der Bundesliga braucht es bestimmt wieder ein paar schöne Bilder. Und mit alldem, was sich auf dem Rasen abspielt, würde die Liga das chinesische TV-Publikum wohl eher abschrecken."

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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Macaroli » So 4. Mär 2018, 22:13

Lok hat geschrieben:Schönes Zitat übrigens aus der Fotostrecke, "Auch die DFL wird in Gelsenkirchen aufmerksam zugesehen haben: Für den nächsten Imagefilm zur Attraktivität der Bundesliga braucht es bestimmt wieder ein paar schöne Bilder. Und mit alldem, was sich auf dem Rasen abspielt, würde die Liga das chinesische TV-Publikum wohl eher abschrecken."
Interessant dabei ist, dass die Bundesliga in China aber super ankommt. Sie ist dort beliebter als die Ligen aus England, Spanien oder Italien. So zu entnehmen aus Presseberichten des letzten Jahres. Bayern München ist hier auch sehr aktiv.
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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Lok » Mo 5. Mär 2018, 15:13

Die nächste Zeitung, die ihren Abgesang auf die Bundesliga schreibt, http://www.faz.net/aktuell/sport/fussba ... 78090.html

Na, immerhin die Chinesen finden es noch spannend :lol: das ist doch mal was.

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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Vollspann » Mo 5. Mär 2018, 21:11

Macaroli hat geschrieben:
Grundsätzlich muss ich natürlich auch als Bayern-Fan sagen, dass die Bundesliga zwar viele spannende Spiele und Konstellationen hat, aber dass die Situation aktuell in der Meisterschaftsfrage wirklich zu einseitig ist. Ich freue mich über die Schale, aber es ist auch irgendwie schon Gewohnheit geworden. Und ich will auch nicht, dass irgendwann die zehnte Meisterschaft in Folge steht und der Abstand jeweils jenseits der 15 Punkte ist.
Klar, immer nur kleinere zu verkloppen ist auf die Dauer auch nicht mehr so aufregend. Einen Titel nach einem harten Fight gegen echte Gegner zu holen, dagegen um so mehr.
Macaroli hat geschrieben: Schlimm finde ich auch, dass die sowieso zweitklassigen Ligen komplett den Anschluss verlieren werden. Aber das ist ein eigenes Thema.
Definitiv schade, aber da spielt natürlich auch das Bosman-Urteil eine gewichtige Rolle. Oder ging die Aufhebung der erlaubten Anzahl der Auslandsprofis in den Teams auf etwas anderes zurück?
Vollspann hat geschrieben:Ich komme darauf, weil ich die Situation in Dortmund für etwas gefährlicher halte als du.
Macaroli hat geschrieben: Stimmt, ich mache mir tatsächlich keine großen Sorgen um den Status von Borussia Dortmund. Aber strukturell sind sie in Deutschland die klare Nummer 2. Stark genug um auch Rückschläge weg zu stecken. Lieber wäre mir aber natürlich, die Borussia wird sich sicher für die CL qualifizieren.
Dass man auch aus dieser Situation sehr tief stürzen kann, trotz struktureller Stärke, hat ja gerade der BVB Anfang des Jahrtausends demonstriert. Dein -optimistisches- Wort in Gottes Ohr.
Macaroli hat geschrieben: Schau mal nach Spanien. 4 verschiedene Anstosszeiten nur am Samstag.
Jetzt sehe ich es auch: 9 Spieltermine an einem Spieltag. :shock:
Die drei anderen relevanten Ligen inkl. BuLi alle mit 5-6 Spielterminen.
Macaroli hat geschrieben: Auch hier meine Meinung: Ich will das auf gar keinen Fall! Ich bin ein Fan der "Heute im Stadion" Sendungen, die dann am Samstagnachmittag ziemlich langweillig wären.
Irgendwie spielt das für mich eigentlich keine Rolle mehr. Das Format meiner Wahl war immer die Sportschau. Aber jetzt mit gerade 4-5 Spielen, meist ohne die Top-Spiele, ist die für mich eh nicht mehr interessant.
Macaroli hat geschrieben: Aber das Stöhnen über 5 Montagsspiele, halte ich für ein Luxusproblem.
Naja, das kommt vermutlich auch eher nicht von den TV-Zuschauern. Für die Intensivfans, die auch alle Auswärtsfahrten mitmachen, ist es natürlich das Allerletzte. Wobei ich mich schon immer frage, wie sehr das eigentlich zu einer Einnahmensteigerung führt? Wie viele Pay-TV-Einnahmerelevante BuLi-Fans schauen denn an einem Spieltag so viele Spiele, dass sie noch eines mehr schauen,wenn es 6 statt 5 Spieltermine gibt?
Macaroli hat geschrieben: Die Auslandsvermarktung denke ich, kann auch noch steigen, da diese bis zu den aktuellsten TV-Verträgen zuvor fast gar nicht wahrnehmbar war und die Bundesliga hier auch erst langsamer dabei ist, als die anderen Top-Ligen. Ich habe da tatsächlich ein wenig Hoffnung auf mehr.
Interessanterweise hat die BuLi in dieser China-Red-Card-Studie ja ihren ersten Platz bereits zum vierten oder fünften Mal in Folge "errungen". Und der BVB wurde auch noch als Anbieter des besten Streamingangebotes bewertet.
Stellt sich nur die Frage, inwieweit diese Auswertung nach Retweets u.ä. monetär bedeutsam ist.
Zuerst ging ich nach links, und er auch. Dann ging ich nach rechts, und er auch. Dann ging ich erneut nach links, und er ging einen Hot Dog kaufen. (Zlatan)

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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Macaroli » Mo 5. Mär 2018, 21:48

Lok hat geschrieben:Die nächste Zeitung, die ihren Abgesang auf die Bundesliga schreibt, http://www.faz.net/aktuell/sport/fussba ... 78090.html

Na, immerhin die Chinesen finden es noch spannend :lol: das ist doch mal was.
Und aktuell kratzt die Bundesliga mit einem Zuschauerschnitt von 44.178 denkbar knapp an der Rekordsaison 2011/12 (44.293). Schon jetzt, nach dem Wochenende hatte die aktuelle Saison mehr Zuschauer, als jeweils die Spielzeiten vor 2003. Von Abschwung des Interesses gar keine Spur.

Aber der Artikel spricht ja taktische Eineitigkeiten an, die ich schon im Winterpausen-Podcast bei rasenfunk.de gehört habe. Zur Halbzeit dieser Saison hatten die Mannschaften mit hoher Ballbesitzqoute einen schlechteren Punkteschnitt als die Mannschaften mit weniger Ballbesitz als der Gegner. Das war bis letzte Saison noch anders. Ein Hinweis (erstmal nur ein Hinweis) auf schwächer werdendens Spielvermögen. Und wenn man Bayern und Dortmund aus der Statistik noch rausnimmt, dann fallen die restlichen Ballbesitzteams deutlich ab. Jetzt kann man 2 Sachen vermuten. Entweder verteidigen die Mannschaften cleverer oder sie Spielstärke hat nachgelassen. International hing es auch ein Stück weit daran. Viele Spiele, in denen die deutschen Mannschaften spielerisch überlegen waren, aber der Ertrag war weniger als mäßig.

Da teile ich auch die Meinung des Autors. Das Andere spricht den konstanten Wechsel in dieser Saison auf den Plätzen nach Bayern an. Ja, kann man so sehen. Ich könnte mir aber auch vorstellen, dass man da auch einen völlig gegenteiligen Artikel basteln könnte, wie "geile Bundesliga, ab Platz 2 ist alles möglich, der helle Wahnsinn. Bleibt jemand länger als 2 Spieltage auf Platz 2? So verrückt und so spannend wars noch nie!"

Aber jetzt wird es ganz schön Off-Topic.
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Re: Bewusste Schwächung nationaler Konkurrenten

Beitrag von Vollspann » Mo 5. Mär 2018, 23:24

Macaroli hat geschrieben:
Lok hat geschrieben:Die nächste Zeitung, die ihren Abgesang auf die Bundesliga schreibt, http://www.faz.net/aktuell/sport/fussba ... 78090.html

Na, immerhin die Chinesen finden es noch spannend :lol: das ist doch mal was.
Für die ist ja auch ManUnited in der Studie der interessanteste Verein, also das Team, dessen Fussball seit SAF's Abgang so aufregend ist wie 2 Stunden Livestream aus dem Pedikürestudio.
Und Wayne Rooney steht auf Platz 5 der interessantesten Spieler.
Aber Scherz beiseite: Wenn die BuLi es wirklich schaffen würde in China auf Platz 1 der TV-Erlöse zu kommen, wäre das DIE Riesenchance den finanziellen Abstand auf die PL zu verkürzen. Einen größeren Fussball-Markt mit mehr Erlöspotential gibt es nirgends auf der Welt. Und zwar mit weitem Abstand.
Macaroli hat geschrieben: Zur Halbzeit dieser Saison hatten die Mannschaften mit hoher Ballbesitzqoute einen schlechteren Punkteschnitt als die Mannschaften mit weniger Ballbesitz als der Gegner. Das war bis letzte Saison noch anders.


Interessant, das hatte ich bisher noch nicht auf dem Schirm.
Macaroli hat geschrieben: Viele Spiele, in denen die deutschen Mannschaften spielerisch überlegen waren, aber der Ertrag war weniger als mäßig.


Um Ballbesitz in gefährliche Aktionen umzusetzen brauchst du halt vorne brillante Spieler. Und das sind eben die, die vor allem abgeworben werden. Viel erschütternder fand ich es allerdings, als es bei den RB/BVB-EL-Spielen andersrum war.
Macaroli hat geschrieben:Ein Hinweis (erstmal nur ein Hinweis) auf schwächer werdendes Spielvermögen. ...oder die Spielstärke hat nachgelassen.


In der EL und in der BuLi der Eindruck, der sich mir halt penetrant aufdrängt, wie ich es ja schon geschrieben habe. DAS ist der Hauptgrund für meine Sorge. Als Spielstärke und Spielvermögen noch sehr gut ausgesehen haben, konnte ich es auch gut verkraften, wenn die Teams dann irgendwann halt doch unglücklich rausgeflogen sind.
Dazu ein Zitat aus der Daily Mail zum BVB-RB-Spiel dieses Wochenende:

"There was a time, not so long ago, when both RB Leipzig and Borussia Dortmund were associated with free-flowing, attacking football.

Those halcyon days seemed a long way away on Saturday evening as the two sides laboured to a turgid 1-1 draw in the Red Bull Arena. A six pointer in the race for Champions League qualification, it was a nervy game, characterised above all by an endless array of individual errors."

Ich weiss nun nicht, ob das so stimmt, das Spiel habe ich nicht gesehen. Nach den EL-Auftritten und dem Gesehenen in den Highlights kann ich es mir aber vorstellen. In der deutschen Presse wurde es ja als erfreulich gutes Spiel beschrieben. Vielleicht wirkte das ja nur im Verhältnis zu den sonstigen BuLi-Spielen, an die man sich gewöhnt hat, so? Das wäre noch beunruhigender.

Vor allem wenn man sich erinnert, wie positiv noch bis letzte Saison die BuLi in England kommentiert wurde, auch von der DM.

Wenigstens hat mir der Eichler mit "wären sie Jäger, sie wären längst verhungert" einen schönen Lacher spendiert. Wobei das auf England natürlich genauso zutrifft.
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