Trainerausbildung

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Trainerausbildung

Beitrag von Lok » So 24. Dez 2017, 13:51

Mehmet Scholl spricht ja von Laptoptrainern und von der deutschen Trainerausbildung als Gehirnwäsche. Dort müssen die Trainer 18 verschiedene Taktiksysteme lernen. Außerdem behauptet er, dass Straßenfußballer in den taktischen Systemen der Jungtrainer keinen Platz mehr haben.

Ehrlich gesagt fehlen mir die Einblicke, um das zu beurteilen. Auch kann ich die Systeme in anderen Ländern (Italien, Spanien, Frankreich) nicht beurteilen. Läuft da die Trainerausbildung ähnlich ab. Geht dort auch der Trend zu jungen Trainern und zu Trainern, die als Spieler selber keine Weltklassespieler waren?

Es fällt schon auf, dass kaum noch ein ehemaliger Weltklassespieler unter den Trainern ist, wenn man jetzt mal Jupp Heynckes nicht mitzählt :lol:

Häßler - Trainer in den unteren Amateurligen
Basler - Trainer in den unteren Amateurligen
Matthäus - in Deutschland traut man im nicht viel zu
Sammer - trotz Erfolgen als Trainer und Sportdirektor zieht er wohl lieber einen weniger stressfreien Job vor
Lahm - ist auch lieber Privatier, anstatt sich dem rauen Alltagsgeschäft zu stellen, wäre bestimmt nicht nur als Manager, sondern auch als Trainer geeignet
Buchwald - hat als Trainer auch nicht den Durchbruch geschafft
Kuntz - beachtiliche Trainerkarriere, aber zu den ganz großen Stationen reicht es bis jetzt auch nicht

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Re: Trainerausbildung

Beitrag von ccfcsvw » Di 26. Dez 2017, 13:54

Ich denke, ein erfolgreicher Trainer muss kein Weltklassespieler gewesen sein, und ein Weltklassespieler eignet sich auch nicht unbedingt als Trainer. Das war schon immer so. Einige der erfolgreichsten Bundesligatrainer waren keine Weltklassespieler, oder hast du schon mal von den spielerischen Weltklasseleistungen von Udo Lattek, Ottmar Hitzfeld, Hennes Weisweiler oder Otto Rehhagel gehört?
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Re: Trainerausbildung

Beitrag von Macaroli » Sa 13. Jan 2018, 17:40

Die besagten Trainer, welche Scholl genannt hat, sind selbst so kurz im Amt, dass es sich eigentlich verbietet, dass man über deren Leistung urteilen kann. Es ist eigentlich gut, dass es eine ganze Reihe an jungen und talentierten Leuten gibt, aber wie lange arbeiten die gerade denn in ihren Vereinen? Nagelsmann ist gerade die Nummer 3 in der Bundesliga, was die Anstellung als Cheftrainer bei seinem aktuellen Klub angeht. Aber auch er ist noch nicht einmal 2 Jahre in dieser Position. Die meisten anderen der jungen Trainergarde sind teilweise um ein Jahr in ihrem aktuellen Job. Ich glaube, einen Teil der Kritik, an der Trainerausbildung kann man schon machen. Auch Löw hat vor der Saison etwas gar nicht so unähnliches gesagt. Löw hob auch die Bedeutung von offensiv zweikampfstarken Spielern hervor. Scholl nannte die Straßenfussballer, aber das sind sie sich eigentlich nahe.

Ob nun jemand als Laptop-Trainer bezeichnet werden kann ist aber völlig Wurst. Ich hoffe, die haben irgend einen Rechner, den sie für ihre Arbeit nutzen können. ^^ Immerhin sind wir nicht mehr in den 60er/ 70er Jahren. Das sind inhaltsleere Bezeichnungen von Scholl. Das ist so, wie man sich früher über Zettel-Ewald Lienen lustig gemacht hat. Naja, soll ein Trainer doch seine Notizen machen, wenn es ihm hilft. Das alleine ist natürlich noch nicht die ganze Trainerarbeit. Was Scholl sich aber wirklich hätte sparen können, wären die namentlichen Nennungen von Personen, die er, so wie ich vermute, gar nicht wirklich kennt.
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. (Axel Kruse)

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Re: Trainerausbildung

Beitrag von Lok » So 14. Jan 2018, 22:00

Natürlich ist die Kritik von Scholl inhaltlich ziemlich schlecht begründet. Aber vielleicht trifft er ja trotzdem einen wahren Kern.

Seit Jahren diskutieren wir über die Finanzen der Bundesliga und über die 50% + 1 Regelung. Aber bis auf die englische Liga sind wir finanziell eigentlich super aufgestellt.

Das heißt wir spielen unter unseren finanziellen Möglichkeiten, die Frage ist ja nur warum?

An Überlastung kann es nicht liegen, andere Ligen haben mehr Spiele. So Faktoren wie Klima, Sprache usw. kann man leider nicht beinflussen.

Beinflussbar sind eigentlich nur 3 Faktoren, die Jugendarbeit, die strukturelle Arbeit in den Vereinen und die Trainerausbildung.

Ich glaube die Jugendarbeit ist ganz okay, also muss es an den Vereinsstrukturen oder an der Trainerausbildung liegen.

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