50%+1 Regel

Altes Forum

50%+1 Regel

Beitrag von Altes Forum » Fr 9. Okt 2009, 10:46

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Kjeldor schrieb am 06.03.2008 um 14:44:

Also dieses Thema bitte hier weiterdisskutieren!

DANKE!
Kjeldor schrieb am 06.03.2008 um 14:47:
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Der letzte Beitrag zu diesem Thema stammt aus dem "Langfristig Angriff auf Platz 3" Thread:
Zhund0r17 schrieb
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Wenn der neue Daimler Chef das beschließt müsste dem erstmal der Aufsichtsrat zustimmen. Man könnte ja auch vertraglich festhalten, dass der Wiederverkauf der Mehrheitsaktie einschließlich an den Verein zurückgeht und der VFB das Geld, welches sie für den Verkauf bekommen haben anlegen, um ggfs. den Mehrteil des Vereins wieder zurückzukaufen.
In solche Verträge kann man ja so ziemlich viel schreiben keine Ahnung ^^
Ich hab nicht wirklich Plan von der Materie, aber theoretisch könnte man das doch so umsetzen.


[Dieser Beitrag wurde am 06.03.2008 - 14:48 von Kjeldor aktualisiert]
<garfield_335> schrieb am 06.03.2008 um 14:52:
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karlchens schrieb
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we are dons. no one likes us, we are dons!!!
lustige fangesänge haben die in milton keynes, durfte mal ein spiel live erleben



Zum Thema Milton Keynes

Es wäre witzig wenn es dem AFC Wimbledon doer dem FC United of Manchester in ein paar Jahren gelingen sollte in die Premier League aufzusteigen
Kjeldor schrieb am 06.03.2008 um 15:04:
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Ich möchte jetzt auch mal meine Meinung zu diesem Thema loswerden:
Ich finde es auch immer bedenklich wenn Investoren kommen und Vereine aufkaufen.
Die Interessen dieser Leute decken sich meistens nicht unbedingt mit den sportlichen Interessen des Vereins und den Erwartungen die die Fans an den Verein haben.

Da ist es meiner Meinung nach egal ob das der nette Automogul von um die Ecke ist oder Mr. X aus den USA. Das sind alles Geschäftsleute denen das (schnelle) Geld am Herzen liegt. Und gar nicht auszudenken was passieren könnte wenn dann kleine-mittelgroße Vereine aufgekauft und zerschlagen werden damit das unverkäufliche Riesentalent dann doch den Verein wechselt

Solche Geschäftspraktiken die leider in der freien Marktwirtschaft nicht auszuschließen sind wären der Tot für den Fussball.
<garfield_335> schrieb am 06.03.2008 um 15:14:
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Kjeldor schrieb
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Ich möchte jetzt auch mal meine Meinung zu diesem Thema loswerden:
Ich finde es auch immer bedenklich wenn Investoren kommen und Vereine aufkaufen.
Die Interessen dieser Leute decken sich meistens nicht unbedingt mit den sportlichen Interessen des Vereins und den Erwartungen die die Fans an den Verein haben.

Da ist es meiner Meinung nach egal ob das der nette Automogul von um die Ecke ist oder Mr. X aus den USA. Das sind alles Geschäftsleute denen das (schnelle) Geld am Herzen liegt. Und gar nicht auszudenken was passieren könnte wenn dann kleine-mittelgroße Vereine aufgekauft und zerschlagen werden damit das unverkäufliche Riesentalent dann doch den Verein wechselt

Solche Geschäftspraktiken die leider in der freien Marktwirtschaft nicht auszuschließen sind wären der Tot für den Fussball.


Es wäre nicht der tot des Fussballs, nur die aufgekauften Vereine werden dann in einer andern Liga, spielen. Ob die Leute diese Vereine dannn noch supporten ist deren Sache.

Aber denke die meisten wollen lieber echte Fussballvereine sehen :D.
karlchens schrieb am 06.03.2008 um 15:18:
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naja, erste kandidaten zum aufkaufen sind doch dann erfolgreiche traditionsvereine mit großem fan-anhang

will man dann ernsthaft in der bundesliga vereine wie würzburg oder so haben, weil bayern, bremen, schalke, dortmund, hsv usw. usw. in einer anderen weil gekauften liga spielen???

p.s. nix gegen würzburg
Kjeldor schrieb am 06.03.2008 um 15:57:
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Ich war mal so frei das noch zu verschieben
xell schrieb
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@Urmel:

Ich verstehe ja deine Bedenken, Urmel, aber ehrlich gesagt wären mir als Fan 20 Jahre mit 10 Jahren in der CL und 10 Jahren in Liga 2 lieber, als 20 Jahre auf Platz 13 in der 1. Liga.

Du malst stets das ungünstigste Szenario an die Wand. Dass der Club sich in totale Abhängigkeit begibt und ohne den Investor nicht mehr leben kann. Dabei muss das nicht so kommen.
Selbst Chelsea schreibt im Moment schwarze Zahlen. OK, man kann sich keine teuren Trasfers mehr leisten, wenn man bei schwarzen Zahlen bleiben will, aber den totalen Absturz bedeutet die Abwesenheit des Investors auch nicht, wie man sieht. Solche Clubs, wie Chelsea, Bayern, etc stehen zu sehr im Fokus der Öffentlichkeit, als dass sie ausgeschlachtet werden könnten, ohne das die Gesellschaft einen unglaublichen Skandal vom Zaun bricht.

zu ManU: ManUs Geld kommt aus dem Fernseheinnahmen, aber bitte erspart mir die Beliebtheit als Grund für ihr Geld. Nicht durch ihre Beliebtheit sind sie reich geworden, sondern sie sind beliebt, weil sie reich (und dadurch erfolgreich) sind.
Trotzdem ein gutes Beispiel. Ein Jahrzehnt mir INvestoren hat gereicht, um so viel Substanz zu akkumulieren, dass man nun auch ohne Geldspritzen leben (sprich die CL gewinnen ) kann.

UrmelAusmEis schrieb am 07.03.2008 um 15:32:
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@ xell:

Folgende Einwände:

- Wenn 50+1 kippt, bedeutet das nicht, dass dadurch die Chancen Deines Vereins auf die CL steigen. Die 17 anderen Bundesligisten können ja ebenfalls (kurzfristig?) mehr Geld generieren.
Die 50+1-Regel hält keinen Verein von der Champions League fern. Das tut die Konkurrenz, die sich mit dem Kippen von 50+1 auch nicht einfach überflügeln ließe.

- Ich male die negativen Szenarien, weil sich die meisten Fußballfans, was ihren Verein angeht, eher am Optimum orientieren.

- Es wird etliche Vereine geben, die mit dem Kippen der 50+1-Regel vernünftig umgehen. Dazu zähle ich z.B. Hannover 96, wo Kind für sich persönlich (als Firmeninhaber und Vereinsverantwortlicher) in der derzeitigen Regelung zurecht Nachteile sieht.

Das Problem ist vielmehr, dass, wenn 50+1 fällt, alle Vereine auf diese Möglichkeit zurückgreifen können. Jeder zweite Bundesligist hatte irgendwann in den letzten Jahren mal einen finanziellen Engpass. Bei anderer Regularienlage hätten sich diese Vereine nicht gesundgespart, sondern Anteile veräußert.

Mein Problem sind nicht Hannover 96 oder der VfB Stuttgart, mein Problem sind Vereine wie Hertha BSC oder der BVB, die ihre akute finanzielle Schieflage mit einem Verkauf der eigenen Seele für ein paar Jahre vertuschen könnten. Jede Wette, dass Dieter Hoeneß oder Michael meier genau das versucht hätten, wenn es denn vor 3 Jashren schon möglich gewesen wäre.

Mein Problem sind auch nicht strategische Partnerschaften mit langjährigen lokalen Partnern wie "Kind Hörgeräte" oder DaimlerChrysler, mein Problem sind zweifelhafte Oligarchen, Ex-Diktatoren und Finanzinvestoren, die diese veränderte Gesetzeslage sehr gut zu ihren eigenen Vorteilen zu nutzen wissen werden.


Du kannst ja leider nicht sagen: Okay, wir kippen die 50+1-Regel, aber wir lassen nur für ihre Seriösität bekannte Partner zu. Nein, sind die Schleusentore erstmal geöffnet, dann darf jeder mitbieten, der das geld dafür besitzt oder auftreiben kann. Auch der ehemalige thailändische Präsident, der sowohl bei "Amnesty International" als auch bei "Transparency International" ganze Aktenschränke füllt, wenn ihn Manchester City irgendwann mal langweilen sollte und ihm die Stimmung nach einem Bundesligisten ist.


Um es kurz zu machen: Ich sehe die Chancen einer Öffnung, aber ich bin mir nach 25 Jahren ganz nah am deutschen Fußball sicher, dass die Risiken deutlich überwiegen.

[Dieser Beitrag wurde am 07.03.2008 - 15:43 von UrmelAusmEis aktualisiert]
xell schrieb am 28.05.2008 um 08:36:
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@Urmel:

Deine Einwände sind alle berechtigt. Die Frage, die sich mir stellt, ist aber folgende: Welches Szenario will ich?

Szenario 1:

Bayern, Bremen, Schalke und Hamburg dominieren durch ihre gute arbeit die Bundesliga, sind aber finanziell zu sehr eingepfärcht, um eine ernsthafte Rolle im internationalen Fussball zu spielen. Halbfinals mit deutscher Beteiligung sind rar gesät. Der Spannung in der Liga kommt es zugute, denn auch solche *********** *********** wie der BVB oder Hertha können gegen die großen Mal gewinnen, auch wenn sie trotzdem immer irgendwo zwischen Platz 8 und 13 rumzwitschern.

Szenario 2:

Private Investoren steigen ein. Bayern, Bremen, Schalke und Hamburg hole sich solide Partner mit langfristigem Fokus und können nun wieder auf Augenhöhe mit ENG, SPA und ITA spielen. Hertha BSC holt sich einen Ex-Staatschef aus Birma und Borussia Dortmund einen der Bin Laden-Brüder. Diese schmeißen Milliarden zum Fenster raus. Christino Ronaldo und Lionel Messi wechseln in die Hauptstadt und werden zum besten Angriffsduo der Welt unter Trainer Jose Mourinho. Hertha scheitert jedoch im CL-Finale an Arsenal, so dass der Birmanese den Club fallen lässt. Der Ausverkauf beginnt und Hertha steigt 2016 in die 3. Liga ab, wo sie auch hingehört. Der BVB kann sich dagegen in Liga 2 halten. Bayern, Schalke, Bremen und Hamburg arbeiten konstant weiter, aber auf einem deutlich höheren Level.

Wenn ich mir diese beiden Varianten ansehe, würde ich persönlich Nummer 2 wählen. Aber das ist Ansichtssache, das gebe ich gerne zu.

Bitte aufpassen mit der Wortwahl Schildi

[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2008 - 00:01 von Schildi aktualisiert]
<Morrandir> schrieb am 17.09.2008 um 12:57:
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Würde mich mal sehr interessieren, wie das Thema von anderen Leuten hier gesehen wird.

Lieber eine "ehrliche" Bundesliga mit 50+1 Regelung, wobei die deutschen Vereine in den internationalen Wettbewerben nur Außenseiterchancen haben?

Oder doch lieber mit Millionen der Investoren auf Augenhöhe mit europäischen Topklubs spielen?
Zhund0r schrieb am 17.09.2008 um 14:48:
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Vielleicht sollte man die Entwicklung in England einfach mal weiterverfolgen und später entscheiden. Mit der Warterei macht man nichts kaputt und wenn es beschlossen wird ist man innerhalb von 2 Jahren in der Weltspitze. Ein Zurück gibts dann erstmal nicht. So kann man sich die option offen halten.
<Morrandir> schrieb am 17.09.2008 um 15:07:
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Im übrigen sollte man einmal bedenken, was passiert, wenn sehr viele Vereine den Weg von ManCity, ManU oder Chelsea gehen.
Jeder will Spieler mit Weltklasse-Niveau - aber davon gibt es ja nicht beliebig viele. Diese Spieler teilen sich also auf die großen Vereine auf, so dass es noch wenige absolute Topclubs gibt.
So kann es dann also nicht mehr vorkommen, dass 2-3 Vereine in Europa vornweg marschieren. Das werden dann mehr Vereine sein, allerdings mit weniger exquisitem Spielermaterial.
<Bla> schrieb am 17.09.2008 um 19:58:
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Der Besitzer von Newcastle United, Mike Ashley, will seinen Klub verkaufen. Dies kündigte der Millionär auf der Vereins-Homepage in einem langen Brief an die Fans an.

Der Unmut der Anhänger hatte sich vor allem seit dem Rücktritt von Kevin Keegan als Teammanager Anfang September gegen Ashley gerichtet. Am Samstag wurde das 1:2 der "Magpies" gegen Hull City von Protesten begleitet.

"Ihr müsst nicht gegen mich protestieren, ich habe verstanden. Ihr wollt mich weghaben", schrieb Ashley, der Newcastle im Mai 2007 übernommen hatte.

http://www.sport1.de/de/fussball/fus_in … internatio nal_premierleague/newspage_14884.html


Sorry. Zitieren hat net so ganz geklappt :/



Na da bin ich mal gespannt was aus Newcastel wird. Klar is, der Besitzer will verkaufen, aber was ist wenn sich kein Käufer findet? Wer kauf schon nen Verein dessen Fans absolut gegen nen Investor sind? Da kauft man sich doch lieber nen anderen Verein Noch mehr Geld wird er wohl auch kaum reinstecken. Da wird es mit dem Verein wohl bald Berg abwärts gehn, denke ich mal.

Ich bin der Meinung, dass Erfolge schön und gut sind aber man diese nicht mit aller Macht erzwingen soll. Ich bin froh wie die Liga momentan ist und wollte nicht, dass mein Verein ein Spielzeug eines einzelnen wird. Nen Scheich der die Vereine nur mal so von sagen hören kennt und nur seine Freizeit etwas interesanter gestalten will, hat meiner Meinung nach nichts bei nem Verein zu suchen. Ich finde auch dass die Uefa (oder Fifa?) etwas dagegen machen sollte.
Ablösesummen von 100Mio für nen einiegermaßen gute Spieler will ich auch nicht sehn. Wenn ich darann denke, wie viele hungrige Kinder damit füttern könnte, wird mir echt schlecht. Das ist doch pervers, dass für ein Spieler Summen von 140Mio im Raum stehn und in manchen Ländern alle paar Sekunden ein Kind stirbt.
Da wäre das Geld von nem Investor doch besser aufgehoben. Aber ein Scheich juckt das ja wohl weniger.
Genauso wenig gefällt mir der Gedanke dass ein Investor die Lust an seinem Spielzeug verlieren könnte und es nicht verkaufen kann/will. Das wäre doch das Totesurteil für nen Verein oder etwas nicht? Naja werden wir bald bei Newcastle sehn

Also Erfolge ok, aber nicht um jeden Preis!
gartencastro schrieb am 17.09.2008 um 20:20:
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Meintest Du so?
Das ist eine automatisch übersetzte Version.
Ich sehe es auch problematisch mit den Investoren bei den Vereinen. Denn wenn die dann aus privaten oder sonstwie unerfindlichen Gründen weggehen, ist der Verein Pleite. Dann bleibt nur der Verkauf der Spieler und der Verein fängt wieder von vorne/unten an. Allerdings ist es nichts Neues, dass Vereine Pleite gehen und verschwinden. Dann werden sie wieder neu aufgemacht. Ist da nicht auch Tasmania 1900 Berlin ein gutes Beispiel.

Anderseits gibt es dann auch noch dieses: Hört sich nach ziemlichem Frust an. CL wurde verpasst, also müssen Sponsoren her.
Kjeldor schrieb am 19.09.2008 um 09:11:
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Tja Newcastle war nah dran an den Großen 4 in England, jetzt könnte es passieren das der Verein aus dem Profifussball verschwindet...

Tragische Sache eigentlich, wobei ich dem Gesamtenglischenfussball durchaus noch ein paar solche Fälle wünschen könnte. Wer sich prostituiert muss sich nicht wundern wenn er irgendwann mal nackt dasteht
FatFreddy schrieb am 02.10.2008 um 09:17:
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gartencastro schrieb
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(...)
Ich sehe es auch problematisch mit den Investoren bei den Vereinen. Denn wenn die dann aus privaten oder sonstwie unerfindlichen Gründen weggehen, ist der Verein Pleite. Dann bleibt nur der Verkauf der Spieler und der Verein fängt wieder von vorne/unten an.
(...)


Da bin ich mir nicht so sicher.

Der Investor hat ja das Geld schon reingepumpt. Der Spielbetrieb läuft ja weiter, die Verträge der Spieler mit dem Verein sind geschlossen.

Die Frage ist ob der Investor laufend Geld zuschiesst um die laufenden Kosten zu decken oder nur für neue, teure Spieler.

Oder glaubst Du, er versucht den Verein zu liquidieren indem er Spieler und Immobilien verkauft und mit dem so erzielten Bargeld verduftet?
Ich bezweifle das sich das durchführen lässt...

Hmmm... oder doch?

[Dieser Beitrag wurde am 02.10.2008 - 09:26 von FatFreddy aktualisiert]
<Morrandir> schrieb am 02.10.2008 um 10:11:
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Naja... so ganz genau können wir das als Außenstehende nicht beurteilen.

Wenn es aber so ist, dass der Investor "nur" die Spieler kauft und jedes Jahr Geld für die Gehälter zur Verfügung stellt, dann wird es in der Tat eng für den Verein, wenn sich der Investor zurückzieht.

Denn der Verein hat immer noch die Spieler in den Verträgen mit immens hohen Personalkosten. Diese sind dann nicht mehr zu decken.
Klar, dann verkaufen sie die Spieler - aber natürlich alle unter Wert. Denn jeder andere Verein auf der Welt weiß dann, dass dieser Verein seine Spieler verkaufen muss.

Wenn der Investor bei jedem Transfer allerdings zusichert, nicht nur die Ablösesumme, sondern auch das Gehalt für den kompletten laufenden Vertrag zu übernehmen, dann ist es in der Tat kein großes Problem, wenn der Investor weggeht.
Dann werden die Spieler nach und nach einfach gehen und der Verein wird eben kontinuierlich schwächer - was gegenüber dem ersten Szenario ja kein Drama ist.
xell schrieb am 02.10.2008 um 11:01:
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Ich denke, der zweite Fall ist deutlich wahrscheinlicher. Die Vereine haben ja auch Sponsorverträge und Einnahmen aus TV und CL. Selbst Chelsea, Barca und Inter können die Gehälter der Spieler selber bezahlen. Klar, für einen 100 Mio Transfer braucht man die Investoren-Schatulle, aber auf den verzichtet man halt auch Mal, wenn kein Investor zugegen ist.

Problematisch ist, wenn ein Investor für ein Jahr kommt, die Spieler kauft, dem Verein aber nicht genug Zeit gibt, den Rest aufzubauen: Sponsor, TV, CL, und dann wieder verschwindet. Aber das ist wohl eher ein Ausnahmefall.
Kjeldor schrieb am 02.10.2008 um 13:09:
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Das ist jetzt im Moment noch ein Ausnahmefall weil es Europaweit diese Investoren noch nicht so lange in größerer Zahl gibt.

Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen das ein Verein wie Inter Mailand, der Marketing technisch den Bayern nicht so immens weit vorne weg ist es sich ohne andauerende Finanzspritzen leisten kann einen Ibrahimovic 220000 Euro pro Spiel zu zahlen, dann noch 14 Millionen für einen Herrn Mourinho und das sind ja nicht die einzigen Leute dort die wirklich weit über dem Durchschnitt verdienen.
Würde der Geldgeber jetzt verschwinden und nicht im Vorraus die Gehälter aller Topverdiener bis zu deren Vertragsende übernehmen dann bricht da finanziell schon einiges zusammen.
Zugegebenermaßen ist das in Italien kein Problem, denn da bekommt ja jeder Verein, der wenigstens einen Spieler hat der aus einem halben Meter Entfernung einen Milchlaster trifft, die Lizenz unabhängig von der Schuldenhöhe; aber bei uns in Deutschland könnte das schon zu anderen Zenarien führen, denn Lizenz weg => Verein weg!
Bebbi1893 schrieb am 22.10.2008 um 14:28:
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da wird wieder sportliche und private Wirtschaftsordnung gegen einander gestellt,
jedenfalls wird in diesem Thema wieder Fahrt aufgenommen !

( http://www.kicker.de/news/fussball/bund … el/384331/ )


Kjeldor schrieb am 22.10.2008 um 17:17:
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Erstaunlich das sich grade so ein Verein wie Hannover dagegen wehrt. Welcher Investor könnte denn da großes Interesse haben? Der Verein ist doch vom Vermarktungspotenzial her eher eine graue Maus
Bebbi1893 schrieb am 22.10.2008 um 17:28:
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nehme an, dass Hannover mit Investoren mehr Geld rein bekommt, als jetzt mit irgendwelchen Sponsoren oder so ... ?!
wenn man sich so engagiert, liegt das auf der Hand !
vielleicht hat man da schon jemand in Aussicht ?


gartencastro schrieb am 22.10.2008 um 19:01:
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Hannover graue Maus mag schon stimmen.
Wenn aber wirklich neue Investoren kommen aus vll Japan oder Ölstaaten, dann verspricht sich Herr Kind eher etwas für seine Hörgeräte und damit neuen Markt.
z.B. Bei der Übernahme von Manchester City wurde doch gemunkelt, eigentlich wollten die Scheichs mehr Wirtschaftsmacht erreichen in Westeuropa über diesen Weg. Der Verein interessiert dabei eigentlich nicht, denn dann hätten sie vll auch andere Vereine gekauft.
Hiernach sind sie eigentlich an Liverpool interessiert. Gehört jetzt aber nicht in diesen Beitrag.
Bosh schrieb am 22.10.2008 um 22:57:
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gartencastro schrieb
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Hannover graue Maus mag schon stimmen.
Wenn aber wirklich neue Investoren kommen aus vll Japan oder Ölstaaten, dann verspricht sich Herr Kind eher etwas für seine Hörgeräte und damit neuen Markt.

Das wird nicht passieren. Kind wird lediglich regionale Investoren zulassen. Zu der Frage welcher Investor Interesse hat: die "Sales & Service GmbH"! Dazu gehören unter anderem Unternehmen wie die AWD, der Madsack Verlag, Hitradio Antenne... Ich meine auch Kind selber, aber sicher bin ich mir nicht. Sales & Service unterstützt H96 schön länger. Jetzt wollen die Geldgeber allerdings rechtliche Sicherheiten. Und genau das versucht Kind gerade durchzusetzen...
xell schrieb am 24.11.2008 um 16:47:
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Kjeldor schrieb
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Ich kann mir allerdings nur schwer vorstellen das ein Verein wie Inter Mailand, der Marketing technisch den Bayern nicht so immens weit vorne weg ist es sich ohne andauerende Finanzspritzen leisten kann einen Ibrahimovic 220000 Euro pro Spiel zu zahlen


Also ich weiß nicht: zugegeben, ich habe die Bilanz von Inter nie gesehen, aber die verdienen aus der TV-Vermarktung knapp 80 Mio mehr, als die Bayern. Lass die Bayern an Tickets und Merchandising 20 Mio mehr im Jahr rausholen, als Inter, da hast du immer noch 50-60 Mio an Differenz drinnen. Davon lässt sich Ibrahimovichs Gehalt schon zahlen.

Wie gesagt, sicher bin ich mir nicht, da ich die Bilanz von Inter nie gesehen habe, aber das wäre jetzt meine Vermutung.
Kjeldor schrieb am 30.11.2008 um 19:40:
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Ich hab heute den Herrn Kind mal zu seinen Vorhaben reden gehört und muss sagen er sieht das meiner Meinung nach etwas zu unreflektiert.

Er will zwar viel zusatzregulieren wie mindestens 10 Jahre muss die Mehrheit gehalten werden usw. Geht aber durch die Bank davon aus das alle Vereine hoch vernünfitg mit dieser Option umgehen werden.
Vielleicht wird er in Hannover da Tatsächlich nichts komisches Veranstalten, aber was ist denn vorallem mit Traditionsvereinen aus Liga 2 die am Hungertuch nagen und darin plötzlich die Chance sehen wieder nach oben zu kommen? Die werden beim Abwiegen zwischen Vernunft und schneller Finanzspritze wahrscheinlich weniger konservativ denken als er.

Vorallem was geschieht wenn die 10 Jahre vorbei sind und der Mehrheitshalter beschließt seine 50%+1 an den meistbietenden zu verkaufen und sich eben nicht um die Seriösität des Investors kümmert?

Ich sehe hier wirklich eine große Gefahr das viele Traditionsvereine mit dem Aufheben dieser Regelung zeitverzögert zugrunde gehen werden.

Bin ja mal gespannt Uli Hoeneß wieß darauf hin das demnächst in England aufgrund der Wirtschaftskrise der eine oder andere Verein bald als abgelegtes Spielzeug der Bankrott droht.
Darauf bin ich wirklich gespannt aber in Deutschland möchte ich diese Regelung nicht gekippt sehen.
Anthracen schrieb am 01.12.2008 um 01:06:
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Hallo,

ich halte auch nix von der Abschaffung der Regel, ich finde es einfach schwachsinnig was in England verzapft wird ein Fußballclub muss sich mMn selbst tragen und nicht nur durch Millionen von Investoren, die die Preise für Spieler etc. in die Höhe treiben.

Ich fürchte jedoch um die Konkurrenzfähigkeit der Bundesliga und glaube, daß die Schere in den nächsten Jahren noch weiter auseinander geht
Bebbi1893 schrieb am 01.12.2008 um 08:00:
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da könnte doch Monsieur Platini sich und der Fussballwelt ein Denkmal setzen und dafür sorgen,
dass in der UEFA endlich mit gleich langen Spiessen gearbeitet wird !!
sonst wird ja auch immer alles reglementiert, warum also die Finanzen und die Lizenzen auch nicht ??
man müsste halt Einigen auf die Füsse treten !!
xell schrieb am 01.12.2008 um 10:13:
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Das Problem ist wohl – abgesehen davon, dass die FIFA/UEFA auch kräftig mitverdienen und so keine Veranlassung haben, viel zu ändern – dass man schwer eine Regelung finden könnte, die kein Land bevor- bzw. benachteiligt. Aufgrund der unterschiedlichen Besteuerung und arbeitsrechtlichen Bestimmungen sind max. X Mio Ablöse in Land X nicht gleich max. X. Mio Ablöse in Land Y. Hier eine entsprechend ausgewogene Regelung aufzustellen, wäre ein echtes juristisches Meisterstück. Und dieses wäre ein halbes Jahr später und inzwischen in Kraft getretenen Gesetzesänderungen in einem halben Dutzend von Staaten wieder überholt und wertlos.
Bebbi1893 schrieb am 01.12.2008 um 12:51:
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das sind ja in der UEFA keine Amateure, die sollten doch im Stande sein,
" wettbewerbs - verzerrende " Zustände anzugreifen und zu " vermindern " !
klar ist es schwierig eine Lösung zu finden und wenn es nur ein Kompromiss ist,
aber man muss es wollen und auch zeigen, dass man dazu bereit " ist " ( " wäre " ist zu wenig ) !
die heutige Tendenz, wie sich der Fussball entwickelt,
ist alles andere als gesund und provoziert füher oder später böse Beschwerden !
<B-o-s-h> schrieb am 02.12.2008 um 14:23:
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Unter DSF.de gibt es zwei Videos zum Thema mit Kind im Interview.
BTW.: Achtet mal auf den unvorbereiteten "Elf Freunde" Reporter. OMG, und zuhören ist auch nicht seine Stärke... Peinlich Peinlich
Bebbi1893 schrieb am 02.12.2008 um 14:48:
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hi B-o-s-h,

finde die Videos nicht, geht das ein wenig genauer?
<B-o-s-h> schrieb am 02.12.2008 um 16:31:
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http://dsf.de/#dsfchannel/Doppelpass/Vi … inskultur?

http://dsf.de/#dsfchannel/Doppelpass/Vi … m%C3%BCter

Greetz
Kjeldor schrieb am 02.12.2008 um 17:11:
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Die Sendung hab ich eben auch gesehen und bleib dabei das der Herr Kind sich der Tragweite dessen was er da für ein paar läppische Kröten in Hannover umsetzten will nicht bewusst ist.
Standardargument: "Da wird aber nichts passieren wenn die Vereine entsprechend damit umgehen"
Und genau da ist der Knackpunkt, das werden nicht alle tun. Das ist so als würde man seine Wertsachen im Speiseraum der Strafvollzugsanstalt liegen lassen und erwarten das sie ne Woche später noch da sind
Die die in ein paar Wochen rauskommen lassen das schon liegen aber wer noch 20 Jahre vor sich hat...

Perfiderweise erwähnt er selbst auch das Bosman-Urteil und das es dem Fussball nicht gut getan hat, beharrt aber auf seinen Plänen die Integrität des deutschen Vereinsfussballs dahinzurichten
<B-o-s-h> schrieb am 02.12.2008 um 21:24:
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Es werden auch Messer verkauft, obwohl man damit Selbstmord begehen könnte.

Ich kann Kind gut verstehen. Wolfsburg und Leverkusen haben Ausnahmeregelungen. Warum sollten diese Vereine eine Sonderregelung genießen und andere nicht? Die Suppe, die jetzt kocht, hätte die DFL verhindern können. Kind war gesprächsbereit.
Ich verstehe deine Angst, ich habe auch keine Lust, die Bundesliga am Boden zu sehen. Nur kannst du Kind nicht vorwerfen, dass er gleiches Recht für alle einfordert.
xell schrieb am 03.12.2008 um 08:58:
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schrieb
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Es werden auch Messer verkauft, obwohl man damit Selbstmord begehen könnte.


Genau das ist doch Punkt: Vereine, die damit nicht vernünftig umgehen können, haben es vielleicht auch nicht anders verdient, als den Pleitegeier über sich kreisen zu sehen.
Der althergebrachte Zusammenhang: Kein Gewinn ohne Risiko. Bzw. wieviel Gewinn mit wieviel Risiko?

Ich denke, dass der Protektionismus, der im Moment vorherrscht, national die bessere Lösung wäre, aber international nicht konkurrenzfähig ist. Das wiederum wirkt sich langfristig auch negativ auf den nationalen Wettbewerb aus, weil eben immer mehr gute Spieler der Liga den Rücken kehren und die Qualität der Liga immer weiter sinkt.

Nur: Dieses Problem könnte man zum großen Teil auch über höhere TV-Einnahmen lösen - da stellt aber das Kartellamt im Auftrag des ARD den Clubs ein Bein. Man hat echt das Gefühl, in Deutschland will man nicht, dass die Teams mehr Mittel in die Hand bekommen. Ob das wieder der althergebrachte Neid auf die Reichen ist, der sich so manigestiert, weiß ich auch nicht zu sagen.
Takaris schrieb am 03.12.2008 um 10:36:
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Passt nicht 100%ig zum Thema, aber heut in der Süddeutschen war über den Spanischen Fußball folgendes zu lesen:

"Zum Ende der vergangenen Saison erstatteten 233 Profis Anzeige gegen spanische Klubs, darunter 16 Zweitligisten. Die Klubs schuldeten ihnen Gehälter von insgesamt 38,5 Millionen Euro."

Das ist halt in den nicht seriös geführten und kontrollierten Ligen gang und gäbe. Die ohne Erfolg gehen mehr oder weniger zu Grunde. Da lob ich mir doch unsre Situation.

Den ganzen Artikel gibts hier:
http://www.sueddeutsche.de/sport/284/450007/text/

[Dieser Beitrag wurde am 03.12.2008 - 10:37 von Takaris aktualisiert]
<Fockel> schrieb am 03.12.2008 um 16:23:
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Habe gestern irgendwo gelesen, dass Valencia wenn sie net 50 Mio bis zum Ende der Saison aufbringen vor dem Ruin steht.....

In der Serie A wird mitlerweile überlegt statt den bisher 20 Teams nur noch 18 einzuführen, nen Manager von Florenz hat laut ausgesprochen, dass in der Serie A in den nächsten Jahren die Spielergehälter sinken müssen weil es sonst nicht mehr bezahlbar ist....In der Serie B können sehr viele Clubs den Spielern gar keine Gehälter zahlen....
......Bei Chelsea weht plötzlich der Wind der Sparflamme. Man will nicht mehr so viel Investieren und hat fast alle Scouts entlassen weil der gute Herr Abramovitsch durch die Wirtschaftskrise wohl viel Geld verlohren hat....

Irgendwer hier im Forum hatte geschrieben, dass die Wirtschaftskrise keinen Einfluss auf die Top Ligen haben wird aber an dieser aktuellen Entwicklung sieht man ja wohl eindeutig, dass das Gegenteil der Fall ist!
Kjeldor schrieb am 04.12.2008 um 15:58:
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schrieb
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Es werden auch Messer verkauft, obwohl man damit Selbstmord begehen könnte.

Du darfst aber in einer geschlossenen Anstalt auch keine Messer verkaufen. Der Vergleich hinkt einfach weil Selbstmord was anderes ist als sich unseriös zu verzocken. Würde ich eher mit Glückspiel vergleichen und das ist verboten.

Außerdem ist das de Fakto nicht gleiches Recht für alle was mit der Aufhebung der Regel angestrebt wird sondern schießt übers eigentliche Ziel hinaus (wobei das zugegebenermaßen schwer zu treffen ist). Wolfsburg ist an das Schicksal von VW gebunden bis ans Ende ihrer Tage, von daher kann man hier sicher sein das kein Unsinn getrieben wird.
Hauptproblem ist doch das sobald die Mehrheit verkaufbar ist der Verein mit dem ersten Verkauf die Chance verliert Einfluß darauf zu nehmen wer der nächste Käufer sein wird. Das führt in 10 Jahren dann genau zu dem was in England heute vorherrscht, irgendein Scheich kommt und macht dann von mir aus Gerolsteiner, T-Mobil oder Siemens ein Angebot von 10 Milliarden weil er gerne nen deutschen Verein als Spielzeug hätte. Der "wirtschaftet" dann ähnlich wie Abramowitsch und verlangt am Ende der nächsten 10 Jahre wenn er keine Lust mehr hat oder wieder ne Finanzkrise ist das Geld zurück das der Verein ihm schuldet => Lizenzverlust und man kann Borussia Dortmund, S04, Werder Bremen oder wen es da auch immer erwischt hat viel Spaß im Amateurfussball wünschen obwohl doch damals Gerolsteiner, T-Mobil oder Siemens so seriöse Partner waren...
xell schrieb am 05.12.2008 um 09:52:
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1. Zu den Auswirkungen der Finanzkrise auf den Fussball/negativen Entwicklung in den Top3-Ligen

Ich habe inzwischen aufgehört mitzuzählen, wie viele Male irgendwelche namhaften Clubs vor dem Bankrott standen und ihren Spielern keine Gehälter zahlen konnten und wenige Monate später doch mit weißer Weste weitermachten.

Ich schließe heute eine Wette ab mit jedem, dass in Spanien kein einziger Erstligaverein mit welchen Schulden auch immer die Segel streichen wird. Und schon gar nicht der FC Valencia - der braucht zu not nur den David Villa zu verkaufen; seine Ablöse ist höher, als die derzeitig zu begleichenden Schulden.
Und nur so nebenbei - die haben mehrere Spieler vom Kaliber eines Villa, die Schalke, Bremen, Hamburg und Co. nicht haben. Und wenn die ab und an einen von ihnen verkaufen müssen, um die restlichen 4-5 zu behalten, finde ich das im Vergleich zum schalker Kader nicht allzu tragisch.

Was Chelsea angeht, verwundern mich die oberen Aussagen doch sehr. Chelsea hat sich mit Bosingwa und Deco zu Beginn der Saison verstärkt und damit mehr Transferausgaben gehabt, als jeder andere Bundesliga-Club in dieser Winterpause (vielleicht bis auf Wolfsburg, müsste ich noch einmal nachprüfen). Im Moment liegt Chelsea einen Punkt hinter dem Spitzenreiter auf PLatz 2 der Premier League-Tabelle und man überlegt sogar, den breiten Kader von Weltklassespielern noch weiter aufzustocken. Also welche Finanzkrise bitte, welche Sparflamme?

Ich weiß, dass ich mich mit folgender Aussage auf dünnes Eis begebe, aber ich denke, hier sind alle Intelligent genug, um die Sache differenziert zu betrachten. Man muss als Fussball-Verein genau wie auch jedes andere Unternehmen eine Balance zwischen Risiko und Gewinn finden. Auf Pump zu kaufen und das Überleben des Clubs von der CL-Qualifikation abhängig zu machen, wie es BVB gemacht hat und abgestürzt ist, ist eindeutig zu viel Risiko. Aber es sollte auch nicht das Ziel eines Fussballclubs sein, seine jahrhundertelange Existenz mit dem Preis absoluter Mittelmäßigkeit zu bezahlen. Wir spielen Fussball, um zu gewinnen, nicht um möglichst lange dabei zu sein. Es gibt keine Pokale für dafür, dass man die älteste Profimannschaft ist (Stichwort "verklärte Sicht von Erfolg und Tardition in Deustchland - siehe Hoffenheim").

2. Zu den Gefahren durch Folgeverkäufe an den "zweiten" Investor:

Das in den griff zu bekommen wäre doch wirklich das geringste Problem. Beispiele Klauseln die z.B.:
1. Den Investor einem Engagement von mindestens 10 Jahren verpflichten; in dieser Zeit müssen die Verbindlichkeiten des Clubs beglichen werden; in besonderen Fällen (als solche Definiert von der DFL) kann die frist verlängert werden, um den verein langfristig abzusichern; oder
2. Der Weiterverkauf nur mit Zustimmung der DFL-Gremien erfolgen kann - damit wäre wohl ein verkauf von Siemens an den vielzitierten Scheich vom Tisch. Wobei: um Mal etwas Kontroversität reinzubringen - ich denke, es gibt auf dieser Welt auch den einen oder anderen pflichtbewussten reichen Mann arabischer Abstammung, man sollte nicht alle über einen Kamm scheren.
Kjeldor schrieb am 05.12.2008 um 16:47:
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Du als BWLer kennst die Tricks und Kniffe wahrscheinlich besser als ich, aber was ist wenn Mr. Geldschleuder (ist das besser als Scheich? ) den Fussballverein über eine seiner Firmen kauft und mit der Firma einfach bei mangelndem Interesse Konkurs anmeldet? Wie sicherst du dich dagegen ab?
Wenn Konkurs dann kannst du von der Firma keinen Bilanzausgleich mehr einfordern/einklagen und Fristverlängerung bringt dir erst recht nen feuchten...

Wieso muss der Angleich in Europa eigentlich über eine "Verkapitalisierung" erfolgen? Ich denke den meisten Fussballfans wäre es lieber wenn die Entwicklung europaweit in die andere Richtung gehen würde...
xell schrieb am 05.12.2008 um 19:54:
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Kjeldor schrieb
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Du als BWLer kennst die Tricks und Kniffe wahrscheinlich besser als ich, aber was ist wenn Mr. Geldschleuder (ist das besser als Scheich? ) den Fussballverein über eine seiner Firmen kauft und mit der Firma einfach bei mangelndem Interesse Konkurs anmeldet? Wie sicherst du dich dagegen ab?
Wenn Konkurs dann kannst du von der Firma keinen Bilanzausgleich mehr einfordern/einklagen und Fristverlängerung bringt dir erst recht nen feuchten...


Guter Punkt. Hier würde man dann ins detail gehen müssen. Z.B.: darf nur an Personengesellschaften verkauft werden, oder wie gesagt, DFL-Zustimmung nötig, um die Seriösität des Käufers zu gewährleisten - das wäre wohl mein fast-allheilmittel.

Dass es solche Schlupflöcher gibt, ist nicht von der Hand zu weisen, nur gibt es die ja auch heute. Einfachstes Beispiel. Hannover 96 löst sich als Verein auf und wird ala Wolfsburg oder Hoffenheim als Firmenverein neugegründet. Ist zwar sehr aufwendig, aber durchaus machbar.
Kjeldor schrieb
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Wieso muss der Angleich in Europa eigentlich über eine "Verkapitalisierung" erfolgen? Ich denke den meisten Fussballfans wäre es lieber wenn die Entwicklung europaweit in die andere Richtung gehen würde...


Stimme ich dir voll und ganz zu. Auch mir wären sinkende Gehälter und Ablösesummen um einiges lieber - z.B. durch europa- bzw. weltweite Caps. Nur scheint das ja nicht zu funktionieren und es liegt außerhalb dessen, was Deutschland für die Konkurrenzfähigkeit seiner Clubs tun kann, da die Entscheidung auf UEFA-/FIFA-Ebene fallen wird.

Aber ich kann mich nur wiedeholen - auch ich würde das viel eher begrüßen. Das wäre für mich mit Abstand das Beste Szenario.
Kjeldor schrieb am 07.12.2008 um 02:00:
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xell schrieb
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Guter Punkt. Hier würde man dann ins detail gehen müssen. Z.B.: darf nur an Personengesellschaften verkauft werden, oder wie gesagt, DFL-Zustimmung nötig, um die Seriösität des Käufers zu gewährleisten - das wäre wohl mein fast-allheilmittel.

Würde man nicht mit der Personengesellschaften-Einschränkung einen erheblichen Teil der Firmen ausschließen? Da kannste dann warten bis der nächste klagt um die zuzulassen.
Außerdem wird das mit der DFL-Zustimmung nicht funktionieren, sobald da das erste Nein kommt gibts so viel Rumgeheule und Knatsch das das System kolabiert...
xell schrieb
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Dass es solche Schlupflöcher gibt, ist nicht von der Hand zu weisen, nur gibt es die ja auch heute. Einfachstes Beispiel. Hannover 96 löst sich als Verein auf und wird ala Wolfsburg oder Hoffenheim als Firmenverein neugegründet. Ist zwar sehr aufwendig, aber durchaus machbar.

Naja dann sollen das doch die Firmen so machen die ernsthaftes Interesse haben. Vll sollte man lieber hier ansetzten das ein klein wenig zu erleichtern. Wenn man das mit ner Klausel kombiniert von wegen Verein kann nicht von einer Firma zur nächsten übergehen ohne 2 Jahre Eigenständigkeit dazwischen. Dann ist dieser Weiterverkaufscharakter auch weg.
Bebbi1893 schrieb am 25.12.2008 um 08:21:
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( http://de.eurosport.yahoo.com/24122008/ … sofia.html )

Handelsware Fussball - Club !

der hat nach zwei Jahren schon genug oder eben doch zuwenig ? !
xell schrieb am 25.12.2008 um 16:41:
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Der ist anscheinend einfach nur Pleite und verkauft den Club deswegen. Scheint aber nicht besonders schlimm für den Club zu sein in diesem Fall. Die sprechen in der Mitteilung davon, dass jeder Fan diesen Verkauf als Geschenk zu Weihnachten betrachten soll. Anscheinend verspricht man sich vom neuen Eigentümer mehr, als von dem bisherigen.
Lok schrieb am 02.06.2009 um 00:01:
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der einstieg von red bull im leipziger fußball wirft ja viele fragen auf:

[genauer: red bull kauft die oberliga-lizenz von ssv markranstädt für den neugegründeten verein Rasen Ball e.V.; wenn man "red bull leipzig" googelt kommt man bis zu artikeln im manager-magazin]

einerseits verschieben sich die perspektiven für den ost-fußball. RB leipzig will bis ins internationale geschäft, aber andere leipziger und vielleicht auch ost-vereine könnten dadurch an perspektiven verlieren. mehr dazu HIER.

andererseits wirft das fragen auf in bezug auf die 50+1 regel. einige hier im forum sind ja sehr pragmatisch und würden die regel auch opfern. ich bin sehr für diese regel.
aber hier geht es ganz genau um die frage, wie diese ja noch(?) bestehende regel umgangen oder ausgehebelt werden kann bzw. bereits wird.

kennt sich jemand bei leverkusen, wolfsburg und hoffenheim aus? wie ist die vereinsstruktur da gestrickt?
auch bei rb leipzig habe ich fragen. zwar wird jetzt der neue verein von red bull initiiert. aber müssen sie sich trotzdem mit weniger als 50% begnügen. das würde ja heißen, dass ihre strohmänner im vorstand in einer fernen zukunft von den mitgliedern des vereins abgesägt werden könnten.

eben hier (http://www.manager-magazin.de/sport/fus … 70,00.html) steht, dass die 50+1 regel nicht unterhalb der 4.liga gilt. könnte red bull also den verein komplett übernehemen und einfach mit dieser struktur aufsteigen? oder muss bei aufstieg auch die vereinsstruktur angepaßt werden?

[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2009 - 00:08 von Lok aktualisiert]
Anthracen schrieb am 02.06.2009 um 11:36:
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Hallo,

Volkswagen ist wenigstens ein in Wolfsburg ansässiges Unternehmen, auch mit vielen Mitarbeitern in der Stadt, genauso bei Bayer in Leverkusen und Hopp ist zumindest einer aus der Region, dem die Region noch am Herzen liegt - das ist irgendwie doch noch was anderes, wie wenn jetzt ein ausländisches Unternehmen bei Leipzig einsteigt. Mir persönlich ist ein Bayer Leverkusen in der Bundesliga tausend mal lieber, als eine Mannschaft, die Red Bull Leipzig heißt

Gruß
Morrandir schrieb am 02.06.2009 um 12:32:
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Ohne jetzt wirklich zu wissen, wie es in den genannten Vereinen läuft, gehe ich von folgendem aus: die Investoren haben zwar im Verein nicht das Sagen, sind aber natürlich die Geldgeber. Dadurch, dass sie ganz allein bestimmen, wieviel Geld in den Verein fließt, haben sie zwar keine festgeschriebene, aber dennoch irgendwo eine natürliche Entscheidungsgewalt, à la: "Wenn ihr nicht Spieler X oder Trainer Y holt, zahlen wir nix. Wenn wir euch den Ausbau des Stadions bezahlen, wollen wir auch bestimmen, wie es aussieht.".

[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2009 - 12:33 von Morrandir aktualisiert]
Morrandir schrieb am 02.06.2009 um 13:13:
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Lok schrieb
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aber hier geht es ganz genau um die frage, wie diese ja noch(?) bestehende regel umgangen oder ausgehebelt werden kann bzw. bereits wird.

kennt sich jemand bei leverkusen, wolfsburg und hoffenheim aus? wie ist die vereinsstruktur da gestrickt?

Wenn man es genau nimmt, besagt die 50+1 Regel lediglich, dass "es einer gewinnorientierten Kapitalgesellschaft nicht möglich ist, die Mehrheit an einem deutschen Fußballverein zu übernehmen".

Es bedeutet also nicht, dass eine KG nicht die Mehrheit an einem Verein haben darf.
Und das würde dann bedeuten, dass KGs, die bereits mehrheitlicher Eigentümer eines Vereins waren, als die Regel in Kraft trat, die Anteile nicht verkaufen mussten.

Leverkusen und Wolfsburg sind also vielleicht bereits mit entsprechender Struktur gegründet worden, als es die Regelung noch nicht gab.

Bei Hoffenheim ist laut Wikipedia Dietmar Hopp nur Förderer bzw. Mäzen, aber kein (Mit-)Eigentümer.

[Dieser Beitrag wurde am 02.06.2009 - 13:15 von Morrandir aktualisiert]
Lok schrieb am 02.06.2009 um 15:23:
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wenn man moralisch argumentiert, dann muss man bayer leverkusen von der kritik definitiv ausnehmen.
der verein wurde 1904 als betriebssportverein gegründet. seit 1907 gibt es eine fußballabteilung. es wird sowohl breiten- als auch spitzensport in 15 abteilungen betrieben. die "Bayer 04 Leverkusen Fußball GmbH" ist in besitz des vereins. dass wir bayer leverkusen in der bundesliga haben ist also nur ein geschichtlicher sonderfall.

bei 1899 hoffenheim ist mäzen dietmar hopp in keiner offiziellen funktion. er war früher selbst bei hoffenheim stürmer.

bei wolfsburg ist die situation am kritischten. die "VfL Wolfsburg-Fußball GmbH" wurde erst 2001 gegründet und erst seit dann ist VW direkt beteiligt. 2007 hat der verein seinen 10%-anteil an der gmbh an VW verkauft, das jetzt alleiniger anteilseigner ist.


aus rechtlicher sicht sieht es m.M.n. bei leverkusen gut aus.

bei wolfsburg habe ich schon meine bedenken. wenn da alles im grünen bereich ist, dann wurden dfb-regularien geschickt umgangen. VW ist ja definitiv eine gewinnorientierte kapitalgesellschaft. wie kann es sein, dass die fußball-gmbh im besitz von VW ist und nicht des vereins?

bei hoffenheim ist auch alles okay, aber man muss ganz klar sagen, dass der verein gewissermaßen das spielzeug eines überreichen mannes ist, der diesen unbedeutenden dorfverein aus der kreisliga A in die bundesliga katapultiert hat.

RB leipzig wird dann gewissermaßen das spielzeug von red bull. wahrscheinlich werden die eine ähnliche lösung wie wolfsburg anstreben. eine aus dem verein ausgegliederte fußball gmbh zu 100% in besitz von red bull. ich frage mich, ob man rechtlich gegen den namen vorgehen könnte oder der dfb die lizenzierung verweigern könnte, da RB schon recht eindeutig ist.
abgesehen davon ist RB leipzig mindestens genauso sehr retorte wie hoffenheim. nur wird erst gar nicht der versuch gemacht, das zu verbergen. warum auch? mateschitz und red bull haben keine lokale verbundenheit und waren auch nie selbst im verein aktiv.
Morrandir schrieb am 02.06.2009 um 16:13:
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Seit wann gibt es denn die 50+1 Regelung?
xell schrieb am 08.06.2009 um 10:38:
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--- Habe den Beitrag aus dem Thread "Langfristiger Angriff auf Platz 3" rüberkopiert. ---

Eins vorweg, Lok. Ich möchte hier bestimmt nicht stinkig oder pedantsich rüberkommen, aber bei einigen deiner Aussagen ärgere ich mich einfach nur maßlos. Ich hoffe, du nimmst es nicht persönlich, denn ich will nur sachlich diskutieren. hoffe, dass du dann auch entsprechend eine Entgegnung findest.

So, nachdem das gesagt ist - meine Anmerkungen :
Lok schrieb
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genau darum geht es ja. der einzige grund für den wegfall dieser regel für uns fußball-fans wäre ein eventuell besseres abschneiden in der 5-jahreswertung. (eigentlich auch der einzige grund der für vereine wie hoffenheim, wolfsburg, rb leipzig u. leverkusen spricht)


Ich sehe das sehr viel anders. Letztendlich geht es doch beim fussball nicht primär um die Fünfjahreswertung. es geht aber auch nicht primär um Vereinsnamen oder Gründungsalter eines Vereins bzw. die Anzahl seiner Fans, was letztere gerne als Tardition bezeichnen.
Es ght schlicht und ergreifend um schönen Fussball. Es geht darum dieses Spiel gut zu spielen und andere elf Leute, die auf dem Platz stehen zu besiegen. Es ist ein Sport mit turnieren und jeder Sportler möchte gewinnen.
Darum geht es.

Und da hat jeder Verein seine Daseinsberechtigung. Warum hat denn bitte Wolfsburg weniger Daseinsberechtigung, als Hannover?
Ich möchte bitte die Aufmerksamkeit auf diese Frage lenken. Ich stelle sie immer wieder, aber eine Antwort bekomme ich nie. Es kommen nur immer wieder Beteuerungen, dass es eben so ist (anscheinend ist es gottgegeben). Ich bitte aber inständig um eine Erklärung, denn das erschließt sich mir einfach nicht.

Noch einmal - diese Clubs spielen wunderschönen und offensiven Fussball (im Gegensatz zu den meisten "Traditionsclubs" der Liga), bilden viele junge Nationalspieler aus (im Gegesatz zu solchen "Traditionsvereinen" wie der 1. FC Köln) und steigern allgemein Wettbewerbsfähigkeit und Ausstrahlung der Liga.
Inzwischen haben sie auch nicht weniger Fans, als andere Vereine. Also noch einmal: Warum hat denn bitte Wolfsburg weniger Daseinsberechtigung, als Hannover?
Lok schrieb
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wenn es nicht um den angriff auf den 3.platz geht, warum sollte ich dann als fußball-fan ein interesse daran haben? keins. das ist dann nur noch interesse potentieller investoren und mancher vereine und verbandsfunktionäre.


Als Fussball-Fan hat man - vereinfacht - doch soweiso nur zwei Interessen. Das Interesse am "eigenen" Verein, und dass dieser erfolgreich ist. Und das Interesse an schönem und attraktiven Fussball. Warum sollte ich als Bremen-Fan und Bayern-Fan mehr Interesse an Cottbus, als an Hoffenheim haben?
Lok schrieb
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apropos regeln. schon lustig, in der finanzbranche sollen sie eingeführt werden, hier sollen sie weg...


Die Frage ist aber was zu schwach, und was zu stark reguliert ist. ich bin zufällig in der Finanzbranche (wenn auch nciht im Investment-Banking) und finde auch, dass für die CDO- und Derivate-Märkte mehr regeln eingeführt werden sollten. ich habe also nichts gegen Regeln .
Lok schrieb
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"Klappt der Deal noch im Sommer könnte RB Leipzig, das offiziell Rasenball Leipzig heißt, in frühesten vier Jahren den Aufstieg in die Bundesliga schaffen. Bis dahin dürfte auch der 50+1-Paragraf aus den Statuten der Liga verschwunden sein. Er besagt, dass ein Verein mehr als die Hälfe der Stimmen einer Aktien- und Kapitalgesellschaft halten muss. Um ausländische Investoren anzulocken, die den Bundesliga-Klubs die Konkurrenzfähigkeit erhalten sollen, regt sich derzeit heftiger Widerstand gegen die Regelung." (http://www.wienerzeitung.at/DesktopDefa … cob=418090)



Sorry, aber das ist eine ziemlich unqualifizierte Äußerung. Eine bedeutende mehrheit der Clubs ist immer noch für die Erhaltung der 50%+1-Regelung. Dachverbände und Politik sind es sowieso. Also wo genau regt sich denn bitte "heftiger Wiederstand". Ganz im Gegenteil - im Moment sieht es ganz danach aus, als ob die 50%+1 regel uns noch lange erhalten bleibt. Was die Wiener zeitung da macht ist simpelste Stimmungs- bzw. Panikmache der untersten Schublade.
Lok schrieb
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das gute an rb leipzig ist natürlich, dass da eine entwicklung auf die spitze getrieben wird. vielleicht fordert das ja ein umdenken heraus, wenn es dann nicht schon zu spät ist.

ich kenne übrigens keinen großen europäischen fußballclub, der im namen einen sponsor trägt, jetzt mal von dem geschichtlichen sonderfall bayer abgesehen (wenn die überhaupt ein großer club sind), nicht mal einen club, bei dem die anfangsbuchstaben des sponsors im namen sind (wie rb leipzig).


Und genau darum geht es - RB leipzig ist ein Ausnahmefall, der hier aber herangezogen wird um private Investoren, oder Clubs wie Wolfsburg oder Hoffenheim negativ zu konnotieren, und das kann ich halt nciht verstehen...
Morrandir schrieb am 08.06.2009 um 13:07:
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Ich bin prinzipiell auch eher ein Freund der 50%+1 Regelung und ein Feind von zuviel "externen" Investitionen in den Fußball.

Mir geht es dabei aber weniger um schönen Fußball oder die 5-JW. Mir geht es um... nun ja, "gewachsene" Vereine. Ich habe Vereine gern, die eine Historie haben, die einen Kern von echten Fans haben.
Man schaue sich z.B. mal die Zuschauerzahlen vom 1.FC Nürnber oder vom FVS Mainz in der 2. Liga an. Davon träumen in Europa manche 1. Ligisten.
Meine Befürchtung bei einer Abschaffung der 50%+1 Regelung ist nun, dass "neue Spitzenvereine", wie es RB Leipzig sein könnte zwar für die erfolgreichen Zeiten massig Zuschauer ziehen, wenn sie dann aber wieder absteigen, sich das keiner mehr ansehen will. Dann ist der Trend dort, die "Modeerscheinung Fußball-Fann" schnell vorbei und wir haben leere Stadien.
Und für die erfolgreichen Zeiten in der 1. Liga nimmt ein RB Leipzig einem anderen "traditionsreicheren" Verein den Platz weg. Und wenn es viele solche Clubs gibt, dann spielen Vereine wie der 1. FCN, Köln, Mainz, Freiburg, St. Pauli, 1860 München, Bochum und Co. irgendwann nur noch in Liga 3 oder 4. Wenn das über einen längeren Zeitraum passiert, werden auch da die Fans langsam schwinden. Es werden einfach weniger junge Fans dazukommen, da sich diese lieber an die "neuen erfolgreichen" Vereinen wenden.
Dieses Szenario verwässert einfach die Fan-Kultur hier in Deutschland.
Es mag mir auch nicht so recht gefallen, wenn in 10 Jahren das Spitzenspiel in der BuLi dann Hoffenheim gegen RB Leipzig ist. Ich will da Nürnberg gegen Dortmund, Schalke gegen Hamburg oder Bayern gegen Leverkusen. Zu solchen Duellen gibt es reichlich Geschichte(n), Rivalitäten, einfach über Jahrzehnte gewachsene Beziehungen. Das ist das, was an der Bundesliga reizvoll ist.

Ich zähle hier übrigens Leverkusen und Wolfsburg ganz klar zu den alten, traditionsreichen Vereinen. Ja, sie haben große Unternehmen im Rücken, aber das ist eben das Naturell dieser Vereine. Sie sind so gewachsen.

Altes Forum

50%+1 Regel

Beitrag von Altes Forum » Fr 9. Okt 2009, 10:48

Lok schrieb am 08.06.2009 um 15:57:
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xell schrieb
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Ich sehe das sehr viel anders. Letztendlich geht es doch beim fussball nicht primär um die Fünfjahreswertung. es geht aber auch nicht primär um Vereinsnamen oder Gründungsalter eines Vereins bzw. die Anzahl seiner Fans, was letztere gerne als Tardition bezeichnen.
Es ght schlicht und ergreifend um schönen Fussball.


das ist deine einstellung, das könnte gut auch meine einstellung sein. wir sind beide gebildete leute und bei mir ist die bindung an einen bestimmten verein relativ gering. da kann ich mich dann einfach zurücklehnen und genießen, falls schöner fußball gespielt wird.

aber ich glaube du schätzt viele "echte" fußball-fans falsch ein. die hängen seit jahren, vielleicht schon ihr ganzes leben an IHREM verein, selbst bei mißerfolg. da spielen symbole dann eine große rolle. der vereinsname, die farben und vielleicht sogar die vereinsstruktur.
xell schrieb
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Und da hat jeder Verein seine Daseinsberechtigung. Warum hat denn bitte Wolfsburg weniger Daseinsberechtigung, als Hannover?


eintracht braunschweig hatte im april einen zuschauerschnitt von über 13.000 zuschauern, obwohl sie seit jahrzehnten in zweiten und dritten ligen rumdümpeln. das ist halb soviel wie der schnitt des deutschen meisters vfl wolfsburg.
wenn bei wolfsburg jetzt oder in 5 jahren der erfolg wieder ausbleiben sollte und sie sogar in der gleichen klasse wie braunschweig spielen sollten, würde der schnitt weit hinter braunschweig zurückfallen. obwohl sie zwar an meistertiteln gleichgezogen sind, können sie braunschweig an tradition und fanbindung noch lange nicht paroli bieten.

wenn du wissen willst, wie ein fußball-fan tickt, dann ist es eine gute übung, sich in die fan-foren von lok leipzig und sachsen leipzig einzulesen. das ist zwar zuweilen etwas hart, wenige gute beiträge wechseln mit humor, sarkasmus, dummheit usw.
da ist aber eine unglaubliche bindung an den verein vorhanden. selbst jetzt mit dem neuen feindbild red bull, können sich eine fusion nur die wenigsten vorstellen.
zum thema red bull:
http://www.sachsen-leipzig.de/forum/sho … 22&page=79
http://www.lok-forum.de/forum/index.php?topic=5684.810
xell schrieb
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Die Frage ist aber was zu schwach, und was zu stark reguliert ist. ich bin zufällig in der Finanzbranche (wenn auch nciht im Investment-Banking) und finde auch, dass für die CDO- und Derivate-Märkte mehr regeln eingeführt werden sollten. ich habe also nichts gegen Regeln .



das habe ich schon gelesen, in deiner persönlichen vorstellung.
was die 50%+1 regel betrifft, würde ich sagen, wir haben da einfach unterschiedliche vorstellungen. ich finde die regel hat sich bewährt, ebenso das verbot von sponsorennamen im vereinsnamen. die bundesliga ist deswegen nicht unattraktiver für seriöse sponsoren.
ich bin auch nicht ganz hoffnungslos, dass irgendwann ein europäisches lizenzierungsverfahren kommt. wenn der dfb statt über die 50%+1 regel nachzudenken da intensives lobbying machen würde, würden die chancen sogar noch steigen, die franzosen wären ev. auch nicht abgeneigt.

attraktiven fußball habe ich auch schon bei dem vfb stuttgart und werder bremen gesehen, ich glaube nicht, dass der einstieg von vw da die voraussetzung war.

hoffenheim, wolfsburg und leverkusen bewegen sich in einem graubereich.
red bull ist für mich schon jenseits dieses graubereichs, für dich vielleicht am unteren ende.

bei red bull geht es auch weniger um fußball, sondern ausschließlich um show.
ich kann dir da auch einen beitrag eines österreichers aus dem sachsen leipzig-forum raussuche, der das sehr gut beschreibt.

was mich wundert, ist, dass zwar alle sportmagazine und selbst fast alle seriösen zeitungen über den deal berichten, nur der kicker nicht. entweder ist da noch ein haken an der sache oder der kicker hat die entwicklung schlichtweg verschlafen.
Lok schrieb am 08.06.2009 um 16:05:
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Morrandirs Beitrag ergänzt meine Ausführungen übrigens super. genau das was ich nur anschneide, führt er richtig aus. tradition, rivalitäten, fankultur und fanbindung.
Morrandir schrieb
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Ich zähle hier übrigens Leverkusen und Wolfsburg ganz klar zu den alten, traditionsreichen Vereinen. Ja, sie haben große Unternehmen im Rücken, aber das ist eben das Naturell dieser Vereine. Sie sind so gewachsen.


das sehe ich nicht so. Leverkusen ist so gewachsen, nicht nur so gewachsen, sondern so entstanden, quasi eine sportgruppe von bayer-mitarbeitern.
der vfl wolfsburg ist ganz unabhängig von vw entstanden und hat die größte zeit seiner historie ohne vw verbracht.
Morrandir schrieb am 08.06.2009 um 19:16:
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Du hast recht, da hatte ich mich in der Tat geirrt.
Das bringt mich auch wieder zu meiner zuvor schon gestellten, aber noch nicht beantworteten Frage, wann die 50%+1 Regelung denn in Kraft getreten ist.
Soprano schrieb am 08.06.2009 um 22:03:
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xell schrieb
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Letztendlich geht es doch beim fussball nicht primär um die Fünfjahreswertung. es geht aber auch nicht primär um Vereinsnamen oder Gründungsalter eines Vereins bzw. die Anzahl seiner Fans, was letztere gerne als Tardition bezeichnen.
Es ght schlicht und ergreifend um schönen Fussball. Es geht darum dieses Spiel gut zu spielen und andere elf Leute, die auf dem Platz stehen zu besiegen. Es ist ein Sport mit turnieren und jeder Sportler möchte gewinnen.
Darum geht es.


Hallo Xell,
ich denke es gibt sehr viele verschiedene Arten von Fans bzw. Menschen die den Fussball auf ihre Art und Weiße lieben und sich aus den verschiedensten Gründen eines Vereins verbunden fühlen.
Ich bin mir sicher das du das bereits wusstest, will mich aber selbst als Beispiel miteinbringen, das es mir nicht hauptsächlich um schönen Fussball geht. Wenn ich in einem Spiel mit einer Mannschaft mitfiebern kann habe ich wesentlich mehr Freude am Sport, als wenn ich zum Beispiel ein schönes CL-Finale ala Barca-ManU sehe. Da ist es mir auch egal, wenn mein favorisierter Verein ein Grottenkick hinlegt, die Spannung und das Mitzittern macht für mich den großen Sport aus, nicht unbedingt ob er gut vollzogen wird.
Aber das ist natürlich Ansichtssache.

xell schrieb
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Als Fussball-Fan hat man - vereinfacht - doch soweiso nur zwei Interessen. Das Interesse am "eigenen" Verein, und dass dieser erfolgreich ist. Und das Interesse an schönem und attraktiven Fussball. Warum sollte ich als Bremen-Fan und Bayern-Fan mehr Interesse an Cottbus, als an Hoffenheim haben?


Auch ich bin Anhänger von zwei Vereinen, einem im Süden (nicht Bayern, daher hat mir auch der Gomezwechsel so wehgetan :sad und einer großen Mannschaft, mit der ich seit Jahren mitfiebere und die endlich den Aufstieg in Liga 2 geschafft hat. Warum ich seit Jahren Fan von diesem jetzigen Zweitligist bin bzw. überhaupt von 2 Vereinen?!
Ich vermute das liegt daran, das ich Vereine mag und unterstütze, deren Fans eine Menge Stimmung machen können (Fanpotential) und die Möglichkeiten besitzen, verbunden mit einer großen Arena, diese infrastruktuellen Ansprüchen gerecht zu werden. Dazu zähle ich auch Großstadtvereine mit vielen Einwohnern, die meist diese Forderungen umsetzen können, Ausnahme Rot Weiss Essen.
Und diese Forderungen haben nunmal Mannschaften, die meist mit Tradition verknüpft sind. Auch hier gibt es Ausnahmen. Gelsenkirchen, Kaiserlsautern und Gladbach haben nicht die Großstadtauswirkung wie München, Köln oder auch Dortmund aber sie haben tolle Arenen, große Tradition und sind eine Bereicherung der Bundesliga.

Mir wäre daher als Beispiel, ein Sachsen Leipzig in der ersten oder zweiten Liga viel lieber als Energie Cottbus, da dieser Verein mit einer entsprechenden bundesligatauglichen Mannschaft eine höhere Chance hätte, dem deutschen Fussball helfen zu können als es Cottbus täte.

Dieses Denken wird, schätze ich mal, speziell dich zum Kopfschütteln animieren aber das passierte vor vielen Jahren, als ich das Spiel einer deutschen Mannschaft im UEFA Cup sah und das Heimspiel vor fast leeren Rängen stattfande. Ich wünschte mir an dessen Stelle Eintracht Frankfurt oder die Kölner, deren Stadion sicherlich auch zur damaligen Zeit ordentlich gefüllt wäre um meine oben bereits beschriebene Spannung inklusiver Topstadionakustik hätte wahrnehmen können. Seitdem ist mir dieses Denken nicht mehr abhanden gekommen und daher habe ich wohl eher eine exotische Art und Weise, bestimmten Vereinen die Daumen zu drücken und anderen nicht. Das war auch indirekt der Beginn mich für die 5-Jahreswertung zu interessieren und auch mitzufiebern, WER sich für den europäischen Fussball qualifiziert und Deutschland vertritt.
xell schrieb
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Warum hat denn bitte Wolfsburg weniger Daseinsberechtigung, als Hannover?
Ich möchte bitte die Aufmerksamkeit auf diese Frage lenken. Ich stelle sie immer wieder, aber eine Antwort bekomme ich nie.


Wolfsburg hat natürlich nicht weniger Daseinsberechtigung als Hannover aber es ist
das was ich oben geschreiben habe. Ich bezweifel das du mit der Antwort etwas anfangen konntest aber oute mich für eine ungewöhnlichere Denkweise. Hoffenheim oder Wolfsburg haben sicherlich auch mittlerweile tolle Arenen und Fanpotential aber "@Lok" hat ein, für meine Denkweise, gutes Beispiel mit Eintracht Braunschweig gebracht. Mir ist das Ansehen der Bundesliga im Ausland auch sehr wichtig und es ist nun mal ein Unterschied ob Barca nach Hoffenheim reist oder nach Dortmund bzw. Hamburg.
Daher lieber Hannover als Wolfsburg, auch wenn es kein richtiges Argument ist, man muss auch mal etwas nach Bauchgefühl gehen dürfen

Es wurde geschrieben, das die große Rivalität der Traditionsclubs eine gewisse atmosphärische Note verleiht. Ich will zwar nicht das Fans sich die Köpfe einschlagen aber auch dieses Argument gefällt mir sehr gut.

RB Leipzig wird vermutlich in ihrem Wappen die zwei Bullen enthalten, ähnlich wie bei Salzburg und New York, das von Red Bull betrieben wird. Den meisten Fussballfans ist das sicherlich egal, mir nicht. Zu einem richtigen Verein muss auch ein anständiges Wappen stehen und die Traditionsmannschaften stehen fast allesamt für ein solides schönes Wappen.

Aber zum eigentlichen Thema:

Mit meiner leicht traditionellen Sicht sehe ich in der Auflösung der 50+1 Regel eine grosse Gefahr, das unsere tolle Bundesliga mitsamt Mannschaften irgendwann nicht mehr das ist, was es einmal war. Das Investoren den Kultclubs aufeinmal Namens oder Vereinswappenänderungen anbieten, nur um etwas Geld in die Kassen zu pumpen.

Die Regel sollte bestehen bleiben damit die Mannschaften bleiben wie sie sind und nicht Clubs innerhalb von 3-4 Jahren aus der Versenkung auftauchen und Vereine, die mittlerweile jahrzehntelang ein Bundesligabestandteil waren, verdrängen.

Und es besteht nicht die Gefahr, wie sie mittlerweile Liverpool spüren muss, von jetzt auf nacher pleite zu gehen.
Keine Panik, Liverpool ist nicht pleite aber hat hohe Schulden, der Verein kann ja praktisch nicht bankrott gehen. Dennoch ist die Gefahr immer indirekt vorhanden und dieses Gefühl ist nicht angenehm.



[Dieser Beitrag wurde am 08.06.2009 - 22:12 von Soprano aktualisiert]
Lok schrieb am 09.06.2009 um 04:03:
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seit wann es die 50%+1 regel gibt? gute frage, habe es bis jetzt auch nicht gefunden.
dafür aber einen artikel in der zeit, für mich bisher das beste dazu:

"Sie besagt, dass ein Investor nicht die Anteilsmehrheit an einem deutschen Fußballklub haben darf. Für eine Regeländerung bedarf es einer Zweidrittelmehrheit der Mitgliederversammlung der DFL."
also bezieht sich das auf jede anteilsmehrheit? egal ob AG oder ausgelagerte fußball-gmbh?

"... aber vor der europäischen Rechtsprechung dürften die Chancen seiner möglichen Klage gar nicht schlecht stehen. DFB und DFL haben bereits zwei Ausnahmen zugelassen, die dem gesamten Regelwerk nun das Genick brechen könnten. Während die „50+1"-Regel für die meisten Fußballvereine verbindlich ist, gilt sie für die Klubs aus Leverkusen und Wolfsburg nicht. Den zugehörigen Konzernen Bayer und Volkswagen wurde die vollständige Übernahme der Mannschaften erlaubt, und vor dem EU-Gericht dürfte es den Verbänden wohl sehr schwer fallen, diese Diskrepanz im eigenen Regelwerk zu begründen."
dann ist der wikipedia-artikel zu bayer falsch? da steht, dass der verein zu 100% an der fußball-gmbh beteiligt ist?

"(...) Gerade Spanien, wo viele Teams im Besitz von Immobilienfirmen sind und nun geradewegs in deren Krise unterzugehen drohen, ist ein warnendes Beispiel.
Auch die englische Liga ist aufgrund des massenhaften Einstiegs von Investoren hoch verschuldet, weil sich die Firmen das Geld zur Übernahme lediglich leihen und anschließend die Kredite auf die Fußballteams überschreiben, wie das in der Wirtschaftswelt mittlerweile üblich ist. Zudem machen Eintrittshöchstpreise selbst der Mittelschicht das Fußballschauen schwer. Manch englischer Fußballfan besteigt inzwischen den Billigflieger, um am Wochenende ein deutsches Bundesligastadion zu besuchen – und fährt damit tatsächlich billiger, als würde er Partien von Manchester United oder dem FC Chelsea beiwohnen."
das Bsp. unten von Soprano scheint dem ZEIT-artikel recht zu geben.
(http://www.zeit.de/online/2008/48/bunde … it-dfl-pro)
Soprano schrieb
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Und es besteht nicht die Gefahr, wie sie mittlerweile Liverpool spüren muss, von jetzt auf nacher pleite zu gehen.
Keine Panik, Liverpool ist nicht pleite aber hat hohe Schulden, der Verein kann ja praktisch nicht bankrott gehen. Dennoch ist die Gefahr immer indirekt vorhanden und dieses Gefühl ist nicht angenehm.

Soprano schrieb
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Ich vermute das liegt daran, das ich Vereine mag und unterstütze, deren Fans eine Menge Stimmung machen können (Fanpotential) und die Möglichkeiten besitzen, verbunden mit einer großen Arena, diese infrastruktuellen Ansprüchen gerecht zu werden. Dazu zähle ich auch Großstadtvereine mit vielen Einwohnern, die meist diese Forderungen umsetzen können, Ausnahme Rot Weiss Essen.
Und diese Forderungen haben nunmal Mannschaften, die meist mit Tradition verknüpft sind. Auch hier gibt es Ausnahmen. Gelsenkirchen, Kaiserlsautern und Gladbach haben nicht die Großstadtauswirkung wie München, Köln oder auch Dortmund aber sie haben tolle Arenen, große Tradition und sind eine Bereicherung der Bundesliga.


nicht nur rot-weiss essen, auch lok leipzig und sachsen leipzig. großstadt mit entsprechender infrastruktur. sachsen leipzig mit großer tradition aus ddr-zeiten. der von den oberen benachteiligte club hat sich immer behauptet und ist im gegensatz zu lok sogar 2x ddr-meister geworden. lok leipzig mit schier unermeßlicher tradition. erster dt. meister, sehr erfolgreich vor...
mehr dazu HIER
Soprano schrieb
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Wolfsburg hat natürlich nicht weniger Daseinsberechtigung als Hannover aber es ist
das was ich oben geschreiben habe. Ich bezweifel das du mit der Antwort etwas anfangen konntest aber oute mich für eine ungewöhnlichere Denkweise. Hoffenheim oder Wolfsburg haben sicherlich auch mittlerweile tolle Arenen und Fanpotential aber "@Lok" hat ein, für meine Denkweise, gutes Beispiel mit Eintracht Braunschweig gebracht.


das beispiel habe ich bewußt gewählt. schaut nur mal nach wie im eintracht-forum über den vfl geschrieben wird. sind ja quasi nachbarn.
hoffenheim ist nochmal ne andere kategorie...
braunschweig ist vielleicht auch ein sonderfall, die sind einfach nicht totzukriegen, haben extrem leidensfähige fans. da sind schon ganz andere traditionsvereine (z.B. waldhof mannheim, vfr mannheim, karlsruher fv, dresdner sc) vom erdboden verschwunden. aber das gehört wohl auch dazu.
Lok schrieb am 09.06.2009 um 21:15:
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Lok schrieb
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bei red bull geht es auch weniger um fußball, sondern ausschließlich um show.
ich kann dir da auch einen beitrag eines österreichers aus dem sachsen leipzig-forum raussuche, der das sehr gut beschreibt.


ich hab ihn doch noch gefunden, den beitrag von "wiener" im forum von lok leipzig:
vielleicht stört sich hier jemand an der umgangssprache, aber im kern trifft der artikel genau das wesentliche. wers lieber etwas gediegener und ausführlicher mag, kann auch hier nachlesen (http://de.wikipedia.org/wiki/Sportverei ... a_Salzburg)



"Zunächst mal Hallo aus Österreich !
Da habt ihr ja nen Haupttreffer gemacht mit den "Roten Bullen" Cry

Was diese Werbefritzen aufführen, haben wir jetzt ein paar Jahre live miterleben dürfen.
Zuerst hats nach einer Rettung des verschuldeten Sv Austria Salzburg ausgesehen, aber sehr schnell wurde klar - die wollen keine Fußballfans sondern nur Konsum-Idioten und benützen den Fußball nur als Instrument für die Wertsteigerung ihrer Scheiß-Blechdosen-Weltmarke. Ziel wäre die ständige Teilnahme in der CL, nur so kann man mit Coca-Cola konkurrieren.
In Österreich ist das aber nicht so einfach, weil man einfach die Kicker nicht bekommt (auch nicht mit viel Geld), die in unserer Liga spielen wollen. Und die meisten Superstars, die man geholt hat haben gleich mal nur die Hälfte ihres Könnens gezeigt. Auch diesmal werden die Dosen hoffentlich wieder scheitern und viel Geld verbrennen für ihren Retortenklub - ohne Herz, nur Kommerz!!!
Auf der anderen Seite konnte Rapid Wien mit einer totalen Gegen-Red-Bull-Strategie enorme Zuwächse verzeichnen.
Fast jedes Heimspiel ausverkauft, eine junge Mannschaft mit vielen Talenten, auch die Medien landesweit gewonnen und sehr viel Sympathie im ganzen Land. Im Gegensatz dazu Red-Bull, die sich immer wieder Blamagen leisten, trotz Gewinn der Meisterschaft nur mehr lächerlich.
Klar, ein Mateschitz schaut sich das Ganze nicht ewig an und so bietet sich in Leipzig eine neue Chance.
Wie ein Parasit fällt man über einen kleinen Verein her, nimmt sich die Lizenz und ein Stadion steht auch bereit!

Man kann dem Ganzen nur mit tiefer Abneigung begegnen. Und hoffen dass es die beiden Leipziger Traditionsvereine schaffen, sich von dem monströsen Werbezirkus, der in Wahrheit nichts für den Fußball tut sondern nur für sich selbst, abzuheben und dagegen aufzutreten so gut es geht. Am besten mit vernünftiger Vereinsarbeit, gutem Nachwuchs und sportlichen Perspektiven für die Zukunft.
Die kleinen Sponsoren gewinnen, denn die will Red-Bull sowieso nicht, wäre sehr wichtig.
Und ehrliche Arbeit, sinnlose Fan-Kriege einstellen, die nur Kräfte vergeuden.

Wir werden in Österreich bald befreit sein vom Fußball-Mörder Mateschitz, wenn der Betrieb in Leipzig so läuft wie er es sich vorstellt. Dann könnten wir wieder mal eine Meisterschaft ohne Wettbewerbsverzerrung erleben und vielleicht hat dann die Salzburger Austria wieder eine Chance im Profibetrieb.

Sollte ein Ansporn sein für den 1. FC Lok und auch für die Jungs in Leutzsch.

Red Bull ist KEIN SPONSOR, Red Bull ist eine seelenlose Dosentruppe."



das sagt natürlich nichts über die 50%+1 regel aus. aber über den charakter des red bull-projekts und anderer möglicher zukünftiger sponsoren. da wünsche ihr mir doch, dass die regel bleibt und eine strenge auslegung dieser und anderer dfb-regularien so ein szenario verhindert.

[Dieser Beitrag wurde am 10.06.2009 - 15:56 von Lok aktualisiert]
Lok schrieb am 22.07.2009 um 18:54:
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das ist mal ein extrem lesenswerter artikel zu RasenBallsport Leipzig, aber auch mit einigen anmerkungen zur 50%+1 Regel.

http://www.die-kirsche.com/front_conten … idart=9059
besonders interessant die letzten beiden absätze:


"Der DFB muss hier ganz klar Kante ziehen. Konnte man bei Bayer Leverkusen noch anführen, dass hier eine Tradition aus dem Betriebssport heraus gegeben ist, die eine Ausnahme rechtfertigt, konnte man beim VfL Wolfsburg noch darauf verweisen, dass die ganze Stadt eine Retorte für das Volkswagenwerk ist und somit auch sämtliches kulturelles und sportliches Leben dort von VW abhängt, so ist bei Red Bull eine andere neue Situation entstanden. Hier sollen nicht mehr Vereine und ihre Mitglieder über die teilweise ausgegliederten Fußballfirmen bestimmen. Hier geht es einzig um einen Konzern und genau das will die 50+1-Regel nicht.

Der NOFV hat entschieden RasenBallsport Leipzig für die fünfte Liga zuzulassen. Hier hat der DFB keinen Einfluss, da die Landesverbände in diesem Punkt autark sind. Spätestens wenn RB Leipzig aber an die Tür zur Regionalliga klopft, muss der DFB sich entscheiden ob er diese Umgehung der 50+1-Regel zulässt und damit die Schleusen für Nachahmer öffnet oder ob ihm die bisherige Fußballkultur wichtiger ist."
Morrandir schrieb am 23.07.2009 um 07:31:
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Das ist in der Tat sehr interessant. Dass der DFB bzw. die DFL in den unteren Ligen gar nichts zu sagen hat, ist mir neu. Das erklärt natürlich auch, warum da bisher so wenig drüber diskutiert wurde.

[Dieser Beitrag wurde am 23.07.2009 - 07:31 von Morrandir aktualisiert]
xell schrieb am 26.07.2009 um 18:54:
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@ Soprano und Lok:

Erst einmal vielen Dank für eure ausführlichen Antworten. Ich muss sagen, sie animieren mich nicht zum Kopfschütteln, keinesfalls, und ich kann auch eure Argumente gut nachvollziehen.

Was mir dabei einfach fehlt, ist die Berücksichtigung, was daraus erwächst, wenn man berücksichtigt, dass eben Sachsen Leipzig oder Eintracht Braunschweig mehr Zuschauer haben können (bei gleichem Erfolg), als z.B. Hoffenheim oder Wolfsburg. Und ich bin der festen Überzeugung - wie auch ihr - dass es an der langjährigen Geschichte (manche nennen das Tradition) des Vereins liegt.

Nur heisst das ja als Folge, dass aben andere Vereine mit weniger Tradition mehr oder weniger das moralische Recht verlieren, im Konzert der Großen mitzumischen, weil sie ja einem Traditionsverein den Platz wegnehmen.

Das ist aber nichts anderes als ein geschlossener Club dann. Das ist vielleicht für die Fans (ich nehme mich da gar nicht aus - mir liegt z.B. Borussia Mönchengladbach am Herzen und für die wird mit den neuen, finanzkräftigen Clubs die Luft in der ersten Liga auch dünn) sehr gut. Vielleicht auch aus der Warte des Fussballs als Kulturgut.

Das ist aber einfach nur unfair gegenüber den neuen Clubs. Die sind nun einmal gegründet und sind nun einmal da. Und wenn ihre sportliche Leistung ausreicht, dann kommen sie nach oben.

Das klingt auf den ersten Blick vielleicht etwas merkantil oder zu kurz gedacht, aber Mal folgende Frage: Glaubt ihr denn nicht, dass z.B. Hoffenheim (dass ja einige recht große Städte in der Umgebung hat und schon jetzt zum zweitsympathischsten Verein der Liga gewählt worden ist hinter Werder) ebenso viele "echte" Fans hätte, wie Eintracht Braunschweig wenn sie einfach schon genauso lange dabei gewesen wären? Tradition und private Investoren schließen sich ja nicht aus, wie die großen vier in England demonstrieren.

Man muss sich immer vor Augen halten, dass vielleicht unsere Söhne in 25 Jahren an ihren PCs sitzen und genau die gleiche Diskussion über Tradition und Neureiche führen, weil das gute alte Hoffenheim von den Neureichen, von Scheich Ali Akbar Tulk gekauften Braunschweigern aus der ersten Liga gepresst worden ist.

Ansonsten muss ich sagen - so weit sindf wir gar nicht auseinander. Ich verstehe euren Standpunkt!

Gruß,

Xell
Lok schrieb am 27.07.2009 um 01:47:
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also um es mal ganz platt zu sagen, ich finde die 50%+1 regel und den verbot des sponsoren im vereinsnamen toll!

argumente haben wir ja schon viele ausgetauscht....

hoffenheim, wolfsburg und bayer sind halt so grenzfälle, mit denen man irgendwo noch leben kann. aber leider geben diese vereine das beispiel für red bull in leipzig.
hoffenheim hat gezeigt, wie man mit geld (und konzept) innerhalb kurzer zeit in die bundesliga kommt. bayer und vw haben gezeigt wie ein verein bzw. die dazugehörige fußball gmbh in sponsorenbesitz sein können.

red bull setzt dem ganzen dann die krone auf. ich glaube wir können es noch gar nicht wirklich einschätzen, wie da mit "guten, alten" fußball-traditionen gebrochen wird. die wollen einen neuen verein ohne historie. die wollen neue fans.... es geht halt um red bull und nicht um fankultur oder historie und schon gar nicht kult...

ich bin realist genug, um zu wissen, dass dieser verein sich wohl nicht mehr aufhalten lässt. das ist ein global agierendes unternehmen, extrem marketingerprobt dazu und bestimmt auch eine gute rechtsabteilung.
aber so einfach wie der sfv und der nofv wird sich der dfb nicht in die tasche stecken lassen. die haben auch rechtsanwälte und know-how.

ich habe noch die hoffnung, dass wenn es beim regionalliga aufstieg von rb leipzig zum lizenzierungsverfahren kommt, der dfb knallharte bedingungen stellt. das logo muss geändert werden, die bullen müssen raus. und rb leipzig muss ein echter verein werden. also offen für mitglieder und nicht nur die bis jetzt 7 mitglieder, die bei red bull auf der gehaltsliste stehen. dass sich am recht eindeutigen namen noch was ändert, glaube ich eher nicht, leider.
xell schrieb am 27.07.2009 um 07:22:
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Lok schrieb
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ich habe noch die hoffnung, dass wenn es beim regionalliga aufstieg von rb leipzig zum lizenzierungsverfahren kommt, der dfb knallharte bedingungen stellt. das logo muss geändert werden, die bullen müssen raus. und rb leipzig muss ein echter verein werden. also offen für mitglieder und nicht nur die bis jetzt 7 mitglieder, die bei red bull auf der gehaltsliste stehen. dass sich am recht eindeutigen namen noch was ändert, glaube ich eher nicht, leider.


Da bin ich 100% auf deiner Seite...
Morrandir schrieb am 28.07.2009 um 09:21:
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Das würde auch ich in der Tat begrüßen.
Zhund0r schrieb am 28.07.2009 um 09:34:
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Das wird so nicht klappen ^^
Dann werden die sagen: Ist doch unsere Angelegenheit was für ein Logo wir haben, wen es stört der sollte bei Leverkusen anfangen...
Morrandir schrieb am 28.07.2009 um 12:24:
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Moment, da kann man schon differenzieren. Bayer Leverkusen ist seit Gründung ein Betriebssportverein, so dass das Wappen meines Erachtens gerechtfertigt ist.
Zhund0r schrieb am 28.07.2009 um 12:40:
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Jo, nur wenn der DFB jetzt auf harte Schiene macht, dann müssten sie folgerichtig auch das Bayerkreuz aus dem Logo nehmen. Sonst gibt es ne Klage und am Ende würde Red Bull Recht bekommen, da könnte ich drauf wetten.
Lok schrieb am 02.08.2009 um 15:50:
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Zhund0r schrieb
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Jo, nur wenn der DFB jetzt auf harte Schiene macht, dann müssten sie folgerichtig auch das Bayerkreuz aus dem Logo nehmen. Sonst gibt es ne Klage und am Ende würde Red Bull Recht bekommen, da könnte ich drauf wetten.


ich weiß nicht, ob es diesen unterschied im juristischen sinne gibt. aber die gründung des betriebssportverein von bayer ist 1904 ohne böse absicht vonstatten gegangen.

red bull versucht bewußt zu betrügen. die fangen in der 5.liga an, weil dort das lizenzierungsverfahren des dfb nicht gilt und besonders im sfv (sächsischer fußball-verband) lauter korrupte leute sitzen. bei aufstieg hoffen sie dann auf so ne art bestandsgarantie. sie wollen dann einfach ihr "firmenlogo" und den "nicht-verein" mit in die regionalliga nehmen.

ich glaube gegen den namen bayer leverkusen kann man nicht vorgehen. das ist eine ausnahme, da der verein schon bestand, bevor sponsorennamen im vereinsnamen verboten wurden. gegen das bayer-kreuz im logo könnte man ev. klagen, vor allem da das logo 1984 und 1996 geändert wurde. allerdings war das bayer-kreuz schon immer im logo enthalten.

kritisch sind ja vor allem die ausnahmeregelungen, die für leverkusen und wolfsburg gelten. die ausgegliederten fußball-gmbh's (nur für den profifußball) werden ja mehr vom konzern (bayer, vw), als vom verein geführt....

wobei sich red bull auf diese spielchen erst gar nicht einlässt. der verein hat 7 mitglieder, alles strohmänner von red bull. weitere mitglieder wurden bis jetzt nicht zugelassen....


wußtet ihr übrigens, dass der vfl mal vfl volkswagenwerk wolfsburg hieß?
Morrandir schrieb am 03.08.2009 um 10:27:
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Lok schrieb
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red bull versucht bewußt zu betrügen.

Das kann man meines Erachtens so nicht stehen lassen. Auch wenn einem das Ganze sicher nicht gefallen muss - Red Bull versucht nicht zu betrügen, was die bisher machen ist alles legal. Sie verstoßen also nicht gegen geltende Regeln.
Also - vielleicht betrügen sie auch irgenwo, aber das weiß sicher noch keiner.

[Dieser Beitrag wurde am 03.08.2009 - 10:27 von Morrandir aktualisiert]
xell schrieb am 03.08.2009 um 11:32:
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Red Bull nutzt den Fussball als Werbeplattform. Wenn sich Fans davon wirklich einfangen lassen (was ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann), dann sind sie selber Schuld. Red Bull hat keinen Auftrag, die Kulter des Fussballs zu schützen, insofern können wir wohl gegen das Vorgehen wenig sagen.

Mal eine andere Frage: Ich will dadurch nicht Red Bulls Strategie verhermlosen oder rechtfertigen, aber ich denke, ihr überschätzt da die Werbewirkung, wenn ihr sagt, "es geht dabei nicht um Fussball, sondern um Red Bull". Man sieht es an der F1. Da fährt Vettel allen davon und ist der Superstar der deutschen Szene. Die Kids vergöttern ihn, aber mein Mensch denkt in diesem Zusammenhang an Red Bull, auch wenn das Auto die beiden Bullen auf der Nase trägt.

Ich denke, bei einem erfolgreichen RB Leipzig würde auch nur der absolute Ausnahmefan aus dem Fussball eine Affinität für das Getränk ableiten. Fussballfans und Millionäre sind zwei verschiedene Gruppen - und sie mögen einander nicht.

Selbst wenn RB Leipzig kommt und viele Fans gewinnt, werden wohl 95% Mateschitz dennoch für einen abgehobenen Bonzen halten, und Red Bull für ein neumodisches Trend-Getränk. Die werden nicht dankbar sein, sondern denken: "Was für ein Glück, dass dieser Idiot "unseren" Verein sponsert."

Oder seht ihr viele Hoffenheim-Fans mit brandneuer S&P-Software durch die Straßen laufen?

Kurzum: Um Red Bull im positiven Sinne wird es dabei sicherlich nicht gehen.
Morrandir schrieb am 04.08.2009 um 13:52:
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Was das Logo betrifft, scheint es schon jetzt nicht so einfach für RB Leipzig zu sein.

[Dieser Beitrag wurde am 04.08.2009 - 14:35 von Morrandir aktualisiert]
Soprano schrieb am 04.08.2009 um 14:24:
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Jawohl, genau so muss es sein. Bin froh das ihr Red Bull Standardwappen, wie es Salzburg und New York besitzt nicht vom sächsischen Verband zugelassen wird.
Kjeldor schrieb am 04.08.2009 um 18:10:
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Freut mich für den Fussball an sich, dass der sächsische Landesverband nicht so leicht einen Fussballverein zu einer Werbeattraktion verkommen lässt.
Es dabei auch nicht so sehr um Red Bull an sich, als viel mehr darum, dass das was vielen sehr am Herzen liegt und auch sehr ernst genommen wird ins Lächerliche gezogen wird und so einen Touch von Zirkustruppe bekommt.
Wir wollen doch alle gerne sehen, dass Fussball etwas verkörpert und Werte transportiert, zumindest stellen wir uns dies idealerweise so vor. In dieses Konzept passt einfach kein Red Bull Logo in der (Steck-)Tabelle.
Vor diesem Hintergrund sollte selbst das Engagement von VW, Bayer und SAP (in Form von Hopp) selbst für extreme Kritiker wesentlich seriöser und symphatischer wirken, da hier trotz enorm finanzkräftiger Spender immernoch die Mannschaft und deren toller Fussball im Fokus steht und nicht der Sponsor!
sephi schrieb am 04.08.2009 um 20:36:
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xell schrieb
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Mal eine andere Frage: Ich will dadurch nicht Red Bulls Strategie verhermlosen oder rechtfertigen, aber ich denke, ihr überschätzt da die Werbewirkung, wenn ihr sagt, "es geht dabei nicht um Fussball, sondern um Red Bull". Man sieht es an der F1. Da fährt Vettel allen davon und ist der Superstar der deutschen Szene. Die Kids vergöttern ihn, aber mein Mensch denkt in diesem Zusammenhang an Red Bull, auch wenn das Auto die beiden Bullen auf der Nase trägt.


Ich denke Fußball kann man in der Hinsicht nicht mit der F1 vergleichen. Es gibt nur ganz wenige Personen in der F1 die man direkt mit einem Rennstall in Verbindung bringt. Für micht kommt da eigentlich nur M.Schumacher in Frage.
Die Assoziation bei RB Leipzig zu RedBull ist doch schon längst geschaffen. Genauso wie bei Hoffenheim und Hopp. Allein schon mit der Bekanntgabe der Planung hat RedBull doch schon mehr als genug Aufmerksamkeit bekommen.
xell schrieb
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Ich denke, bei einem erfolgreichen RB Leipzig würde auch nur der absolute Ausnahmefan aus dem Fussball eine Affinität für das Getränk ableiten. Fussballfans und Millionäre sind zwei verschiedene Gruppen - und sie mögen einander nicht.

Selbst wenn RB Leipzig kommt und viele Fans gewinnt, werden wohl 95% Mateschitz dennoch für einen abgehobenen Bonzen halten, und Red Bull für ein neumodisches Trend-Getränk. Die werden nicht dankbar sein, sondern denken: "Was für ein Glück, dass dieser Idiot "unseren" Verein sponsert."


Die Werbewirksamkeit des Projekts wird wohl erst zu sehn sein wenn RB Leipzig wirklich in den Profibereich kommt. Wenn die Verkaufszahlen urplötzlich in den Himmel schießen dann hat RB alles richitg gemacht. Ich kann nur hoffen, dass die Leute sich dadurch wirklich nicht so beeinflussen lassen.

Ich hoffe dass das Projekt scheitern wird. Allein schon weil ich befürchte dass es Nachahmer geben wird und bald wirklich CocaCola Dortmund gegen Pepsi Schalke um die Meisterschaft spielen. Warum sollte es keine Nachahmer geben wenn RB wirklich Erfolg haben sollte? Das Konzept liefern sie ja gleich mit und sowas kann sich ein Weltkonzern sich doch locker leisten und wenn letztendlich noch Gewinn dabei rausspringt ist es doch perfekt
xell schrieb
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Oder seht ihr viele Hoffenheim-Fans mit brandneuer S&P-Software durch die Straßen laufen?


Auch wenn ich das Projekt Hoffenheim genauso nicht leiden kann muss man hier Hopp zu Gute kommen lassen, dass es ihm nicht um irgendwelche Verkaufszahlen geht sondern dass er wirklich die Region unterstützen will. Ob SAP davon profitiert hat wissen wir wohl nicht. Schließlich rennen die Kunden von denen ja nicht mit der Software auf der Straße rum. Da müsste man wohl ne Umfrage bei den Betrieben starten oder sich die Einnahmen der SAP anschaun. Aber wie gesagt, glaub ich nicht, dass es Hopp für Werbezwecke die TSG ins Leben gerufen hat.


Ich bin gespannt wie die DFL reagieren wird. Mich würde es freuen, wenn sie jetzt schon sagen würden "Leute, so nicht!"
Morrandir schrieb am 05.08.2009 um 10:23:
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Das Gute ist, dass die Herren der DFL sich mindestens 2 Jahre auf diese Sache vorbereiten können. Und ich denke, im Gros wollen die Funktionäre eine totale kommerzialisierung des Fußballs auch nicht haben.
xell schrieb am 05.08.2009 um 10:38:
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Kjeldor schrieb
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Vor diesem Hintergrund sollte selbst das Engagement von VW, Bayer und SAP (in Form von Hopp) selbst für extreme Kritiker wesentlich seriöser und symphatischer wirken, da hier trotz enorm finanzkräftiger Spender immernoch die Mannschaft und deren toller Fussball im Fokus steht und nicht der Sponsor!


Da stimme ich absolut zu. Wie gesagt, bleibt abzuwarten, was RB wirklich mit dem Club erreichen will. Wenn es letztendlich wirklich nur um Show geht, und nicht um den Fussball, dann ist es zu verbieten. Aber so ein konzept kann m.M.n. im Fussball eh nur scheitern...
Schildi schrieb am 05.08.2009 um 10:57:
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Auch wenn ich das Projekt Hoffenheim ebenfalls nicht besonders finde, ist das nicht vergleichbar mit Redbull.
Hopp hat selbst bei Hoffenehim gespielt. Er macht es nicht aus Werbegründen. Wenn Hopp bei Dortmund gespielt hätte und jetzt Dortmund unterstützen würde, wären viele nicht so empört oder dagegen.

Da Hoffenheim mehr oder weniger aus dem nichts kommt und somit den Flair eines Retortenvereins hat, stört es die meisten von uns.
Morrandir schrieb am 05.08.2009 um 12:54:
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Nicht nur die DFL, auch der DFB beschäftigt sich schon ktitisch mit der RB Leipzig Frage.
sephi schrieb am 05.08.2009 um 18:01:
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Gut dass DFL/DFB jetzt schon dazu äußern.
RBL verhindern werden die allerdings trotzdem nicht. RB wird es wahrscheinlich genau so machen wie Hoffenheim und ob ein Hopp jetzt die Sache aus Nächstenliebe macht ist mir eigentlich genauso egal wie wenn RedBull es aus Marketingzwecken ausnützt. In beiden Fällen wird ein Verein mit viel Geld hochgepuscht und die 50+1Regel mehr oder weniger umgangen. Die DFL hat ein Hintertürchen offen gelassen, dass sie nicht mehr zu bekommen und zukünftige "Porjektsvereine" sich immer daraf beziehn können
Morrandir schrieb am 06.08.2009 um 12:25:
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Das ist kein Hintertürchen. Das ist schlicht Sponsoring - und dieses kann man wohl kaum verbieten.
sephi schrieb am 06.08.2009 um 12:50:
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Einen Verein die Lizens wegzukaufen, nen Namen eines Vereins zu ändern, genauso wie die Vereinsfarben und Vereinslogo, also im Grunde ein ganz neuen Verein zu schaffen, hat mMn sehr wenig mit Sponsoring zu tun.

Das mMn auch eine Umgehung der 50+1Regel. Der Verein wird für einen langen Zeitraum abhängig von diesm "Sponsor" gemacht.
Hopp hat diese Sasion 17% der Ausgaben aus eigener Tasche gezahlt. Das ist weiß Gott nicht wenig. Würde Hopp diese Zahlung also einfach mal einstellen, hätte der Verein ein rießen Problem. Natürlich macht das Hopp nicht, trotzdem hat er das Wohl dieses Vereines in der Hand und sowas sollte die 50+1Regel doch verhindern
xell schrieb am 06.08.2009 um 14:22:
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Verhindern kannst du das aber schon lange und bei vielen nicht mehr. Einfachstes Beispiel wären hier z.B. Trikotsponsoren oder die Chefredaktuere der ARD, die ja um den Preis für die Sportschau-rechte verhandeln. Einfach gesagt: Würde die Telekom Bayern mitteilen, dass sie diese nicht mehr Sponsern, oder die Sportschau eingestellt werden, wären unter umständen sogar mehr als ein verein von der Entscheidung eines Mannes oder Gremiums betroffen.
Wer das verbieten möchte, müsste alles verbieten.
sephi schrieb am 06.08.2009 um 15:00:
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Ich glaub ein Verein wie Bayern würde keine Probleme haben einen neuen Trikotsponsor zu finden, der ähnliche Summen zahlt. So ähnlich wie die anderen Profivereine. Vllt wird es hier oder da finanzielle Einbüsen geben, aber bestimmt nicht in der Form, dass ein Verein dann zu Grunde geht. Oder nehmen wir Schalke als Beispiel. Wenn Gazprom sagen würde "so wir haben keine Lust mehr auf euch, da wir ein haufen Geld reinstecken und ihr trotzdem kein Erfolg habt" dann würden die doch locker nen anderen Sponsor finden. Vllt bekommen die statt 20Mio dann nur noch 15. Das wäre allerdings auch noch mehr als genug.

Wer würde allerdings bei einen Absprung von RedBull sagen "Macht euch keine Sorgen. Wir buttern den Rest der 100Mio in RB Leipzig." ?
Genauso wenig würde Hoffenheim noch einen Milladär finden, der einfach mal so 50Mio (Summe jetzt mal frei erfunden. Keine Ahnung wieviel der bisher in den Verein gesteckt hat. Dürfte ja auch einiges mehr sein)herschenkt, ohne eine Gegenleistung zu erwarten.

Die ARD wäre ja schön doof wenn sie die Sportschau abschaffen. Schließlich haben die da wohl mit die besten Einschaltquoten. Klar sie bekommen ihr Geld durch die GEZ und nicht durch die Quoten, allerdings müssen sie die Einnahmen der GEZ auch begründen und wenn die dann nur noch Mist bringen wird da locker mal das Budget gekürzt.
Mal angenommen die würden trotzdem die Sportschau abschaffen, dann würde ich auch sagen, dass andere Sender sich drum schlagen würden die Zusammenfassungen zu senden, allerdings gab es doch letztes Jahr diese seltsame Entscheidung des Kartellamtes.
Klar würden die TV-Einnahmen rapide stürtzen und viele Vereine würden Porbleme bekommen. Die Liga dürfte sich dann wohl nicht mehr mit Italien messen, sondern eher mit Portugal oder sowas. Dann wäre allerdings die DFL gefragt.
Die TV-Recht sind allerdings ein ganz anderes Gebiet und haben nicht wirklich was mit der 50+1Regel zu tun.
Morrandir schrieb am 06.08.2009 um 15:30:
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Ich sehe schon, was du meinst, aber es ist schlicht schwer zu reglementieren.
Man kann nem Verein nicht verbieten, die Farben oder das Logo zu ändern.

Bei Hoffenheim - was willst du da machen? Verbieten, dass Hopp dem Verein Geld schenkt?

Was wäre, wenn Gazprom bei Schalke auf einmal nicht mehr 20 Millionen, sondern 200 Millionen pro Jahr zahlt? Wo will man da ne Grenze ziehen?
Kjeldor schrieb am 06.08.2009 um 18:03:
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Ich denke hierbei sollte man unterscheiden wer dem Verein Geld gibt und wer bestimmt was mit dem Geld getan wird. Das was die 50%+1 Regel wirklich "unterläuft" ist die Vereinigung dieser beiden.
Wenn Gazprom sagt wir geben Schalke jetzt jährlich 100 Millionen mehr, schaut mal das ihr Lang-/Mittel- oder Kurzfristig erfolgreicher werdet, dann ist das eine andere Geschichte wie wenn Gazprom sagt wir geben euch 30 Millionen für genau diesen Spieler X, 10 Millionen für den neuen Trainer Y und 60 Millionen für ein Jugendleistungszentrum in der Stadt Z und wollen ein halbes dutzend Gazprom Leute in eurem Aufsichtsrat.

Es geht dabei sozusagen um Gewalten- und Interessenteilung. Die 50%+1 Regel soll auch verhindern das die Bedeutung des Fussballs hinter die des Sponsors/Besitzers rückt. Etwas das bei Wolfsburg und Hoffenheim noch intakt ist, bei RB Leipzig allerdings stark gefährdet. Von daher könnte ich mir schon vorstellen, dass DFB/DFL die Sachlage hier anders bewerten würden. Je nachdem natürlich auch wie sich RB Leipzig bis zu ihrem eventuellen Aufstieg in die Regionalliga verhalten und entwickelt hat.
Morrandir schrieb am 06.08.2009 um 19:23:
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Naja, was die Gewaltenteilung betrifft... auch da können die offiziellen Wege ganz einfach umgangen werden - vielleicht werden sie das jetzt schon.

Nehmen wir weiter den fiktiven Fall, dass Gazprom den Schalkern ein vielfaches des bisherigen Geldes zu Verfügung stellt, die Funktionäre im Verein (Präsidium, Aufsichtsrat, Angestellte etc.) aber die gleichen bleiben.
Wenn dann eine strittige Entscheidung ansteht, z.B. ein Transfer, eine Trainerentlassung o.ä., dann bin ich mir sicher, dass Gazprom da seine Meinung kund tun würde und die Schalker Verantwortlichen dieser Meinung Gewicht verleihen würden. Schließlich muss man sich mit dem Geldgeber gut stellen, damit der nicht irgendwann abspringt.
Genauso ist es doch auch mit Hoffenheim. Wenn da irgendwelche Dinge getan werden, die Hopp nicht mag, laufen sie auch Gefahr, dass er Danke sagt und geht.
sephi schrieb am 06.08.2009 um 22:56:
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Wenn Schalke jährlich 200Mio zu verfügung hätte, würden die schon einen Weg finden um das Geld zu verbrennen und wieder nur zweiter zu werden

Ich halte es für wichtig, dass der Verein noch Herr im Haus ist und sich nicht von einen Sponsor unter Druck setzten lassen kann. Daher würde ich auch so ein Szenario sehr skeptisch beurteilen.
In so einen Fall könnte die DFL doch eine Auflage erteilen, dass von diesem Geld soviel auf die Seite geschaffen wird, dass im Falle eines Rückziehers des Sponsors der Verein sich immernoch selbst tragen kann und sich nicht verschulden muss, weil man z.B. Spieler nicht los wird und deren Gehälter weiter zahlen muss. In wie weit die DFL solche Auflagen erteilen kann weiß ich allerdings nicht. So gut kenn ich mich dann im Regelwerk dann nicht aus.

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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von Morrandir » Do 15. Okt 2009, 11:49

Es gibt Neuigkeiten.

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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von gartencastro » Do 15. Okt 2009, 12:54

Und die Gegner sind auch schon auf dem Plan
Zuletzt geändert von gartencastro am Do 15. Okt 2009, 13:57, insgesamt 2-mal geändert.
Grund: ändern der Editschreibweise/Programmierung

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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von Xell » Do 15. Okt 2009, 15:53

Was das Beschmieren von Martin Kinds Läden mit Grafitti angeht, haben sich in meinen Augen die 50%+1-Befürworter ein moralisches Eigentor geschossen. Das tut nichts zu Sache, ist Vandalismus und - um Kind zu zitieren - "unterstes Niveau".

Was Peters Vorschlag betrifft, verstehe ich den Sinn der Sache nicht ganz:

1) Platini arbeitet auf UEFA-Ebene schon an einem solchen Modell, wozu also dieser Schnellschuss auf nationaler Ebene? Setzt sich Platini durch, ist eine nationale Regelung überflüssig. Setzt er sich nicht durch, ist es eine weitere Benachteiligung des deutschen Fussballs. So der so komplett überflüssig.

2) Letztendlich sagt Peters, dass die Aufwendungen für die Gehälter der Spieler die Möglichkeiten des Clubs nicht übersteigen sollen. Da wir in Deutschland keine externen Investoren haben, wird jeder Club, der nicht nach diesem Prinzip arbeitet, in wenigen Jahren bankrott sein - insofern ist es eine Regel, die schon vom Marktmechanismus ausgeführt wird. Die Einführung einer zusätzlichen juristischen Regulierung kann also nur als "Schutz vor der eigenen Dummheit" verstanden werden.

OK, Schalke hat diese Dummheit begangen und Peters ist ein gebranntes Kind. Er will wohl die zukünftigen gelsenkirchener Generationen schützen. Aber dann soll er einen entsprechenden Artikel in den Statuten von Schalke 04 implementieren, wozu das Ganze auf Liga-Ebene anstoßen, wenn es schon - wie oben geschrieben - auf UEFA-Ebene diskutiert wird?
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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von Kjeldor » Fr 16. Okt 2009, 10:15

Naja Dortmund hat vor einigen Jahren sich ja auch übel verkalkuliert. Kaiserslautern war mehrmals auf die Hilfe des Bundeslandes Rheinland-Pfalz angewiesen. Jetzt geht es Schalke schlecht, und wenn ich mir so ansehe wie viel Geld in Köln (unter dem damaligen BVB-Manager) ausgegeben wird dann könnte ich mir schon vorstellen, dass es dort bald auch so laufen könnte. (Irgendwie hab ich das Gefühl noch jemanden vergessen zu haben; wie geht es eigentlich Gladbach finanziell?)

Ich denke Traditionsvereine laufen häufig eine größere Gefahr sich zu übernehmen, da auf ihnen auch meistens ein größerer Druck von Seiten der Fans herrscht. Von daher sind diese Vereine eventuell sogar auf juristischen Schutz vor der eigenen Dummheit angewiesen...

Vielleicht hoffen die Schalker auch, durch ein schnelles Durchsetzen so einer Regelung in der Bundesliga (der finanziell gesündesten Liga der Welt), den Erfolg einer internationale Regelung zu erhöhen.
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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von Morrandir » Fr 16. Okt 2009, 11:27

Xell hat geschrieben:1) Platini arbeitet auf UEFA-Ebene schon an einem solchen Modell, wozu also dieser Schnellschuss auf nationaler Ebene? Setzt sich Platini durch, ist eine nationale Regelung überflüssig. Setzt er sich nicht durch, ist es eine weitere Benachteiligung des deutschen Fussballs. So der so komplett überflüssig.
Absolut richtig. Der Vorstand der Bayern sieht das ähnlich.

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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von mani000 » Di 10. Nov 2009, 21:16

Heute hat die DFL entschieden, das es bei der bisherigen 50+1-Regelung bleibt und Investoren auch künftig nicht die Stimmen-Mehrheit an den Clubs der Bundesliga und 2. Bundesliga kaufen dürfen.´

Hier ein paar Quellen dazu:
a) http://www.dfl.de/de/news.php
b) http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... 502b1.html
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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von Soprano » Di 10. Nov 2009, 21:23

Geht mir ehrlich gesagt so am A**** vorbei. Leute, Robert Enke...ich kanns nicht glauben
Manche Männer bemühen sich lebenslang, das Wesen einer Frau zu verstehen. Andere befassen sich mit weniger schwierigen Dingen, z.B. der Relativitätstheorie.

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Re: 50%+1 Regel

Beitrag von Kjeldor » Mi 11. Nov 2009, 09:10

35 zu 1 Stimmen!

Kein Verein will diese Regel abschaffen und die Fans wollen die Regel auch behalten. Einzig Herr Kind beharrt stur auf seinem, ihm exklusiv als sinnvoll erscheinenden, Plan.
Wann wird er kapieren, dass Fussballdeutschland diese Regel behalten will!
Wenn es ihm nicht passt soll er sich doch zurückziehen, anstatt sich über den europäischen Gerichtshof zum Totengräber des deutschen Profifussballs aufzuschwingen :evil:

Entschuldigung aber ich habe wirklich NULL Verständniss für diese Person!
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