Borussia Dortmund 2017/2018

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JohnDRockford
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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von JohnDRockford » Mo 27. Nov 2017, 11:37

Lok hat geschrieben:http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... ragen.html

Watzke ging während seiner Rede auch auf den Wechsel des ehemaligen Scouts Sven Mislintat zum FC Arsenal ein - und gestand in dieser Personalie eigene Fehler ein. "Ich habe die Gesamtverantwortung und es war mein persönlicher Fehler, dass ein so verdienter Mitarbeiter von Borussia Dortmund wie Sven Mislintat anderthalb Jahre so behandelt wurde", sagte Watzke und gab unumwunden zu: "Das war mein persönlicher Fehler. Dazu stehe ich."

Irgendwie wird das ganze immer absurder. Anstatt den Abgang von Tuchel zu bereuen, bereut er den Abgang von Mislinat.

Also erst lässt er es zu, dass Mislinat von Tuchel schlecht behandelt wird. Aber Mislinat wird keineswegs vergrault, nein, er wird befördert. Also er lässt Tuchel erstmal schalten und walten, befördert aber dessen Widersacher und irgendwann wird Tuchel dann gefeuert. Mislinats Vertrag war schon verlängert worden, Tuchel ist schon längst weg, also alles fein? Nein, man lässt den beförderten Mislinat mit verlängerten Vertrag einfach ziehen und steht ganz nackt da.

Wo ist da der Sinn?
Herrn Fatzke ist einfach der vermeintliche "Erfolg" zu Kopf gestiegen...in seinem Größenwahn hat er einen der besten Trainer Europas entlassen (78 Punkte 15/16, 64 Punkte 16/17 + Pokalsieg), nur um eine absolute Graupe als Nachfolger zu installieren, weil er persönlich mit Tuchel Differenzen hatte!
Die ganze Sache mit Mislintat passt ihm jetzt natürlich hervorragend, um sein eigenes Versagen zu erklären, so nach dem Motto "Sorry, ich hatte ja keine andere Möglichkeit!"....absolut ekelhaft.

Was ich noch schlimmer finde ist allerdings, dass Watzke aus eigenem Interesse zugelassen hat, dass sich nichtsleistende, talentlose Spieler wie Sahin und Schmelzer, die bei jedem anderen Topclub längst geflogen wären, bei ihm ausheulen können, weil der "böse" Thomas Tuchel aus nachvollziehbaren Gründen auf deren Dienste hat verzichten können. So eine Aktion kannst du normalerweise bei keinem anderen Proficlub bringen - außer bei Borussia Dortmund!

Das einzige was zu zählen hat ist Erfolg und Leistung, und wer zu schlecht ist, der fliegt halt oder sitzt auf der Tribüne. Bei jedem Topclub (eigentlich sogar bei jedem Proficlub) ist das so, da geht es um zu viel Geld, als dass man irgendwelche sentimentalen Gründe vorschieben kann! Bei jedem Proficlub...außer bei Borussia Dortmund, wo "Echte Liebe" (=Konformität mit Herrn Watzke) als Grund schon reicht, um aufgestellt bzw. beschäftigt zu werden.

Und es hat ja funktioniert: Passlack wurde zu Hoffenheim abgeschoben damit Piszczek weiter auf der rechten Seite herumstümpern kann (wenn der nicht seit Oktober verletzt wäre, würde der da immer noch spielen dürfen!), Guerreiro falsch eingesetzt, um Herrn Schmelzer Spielanteile zu sichern. Weigl wurde wahlweise in der Innenverteidigung eingesetzt oder auf der Bank schmoren gelassen, um Herrn Sahin Spielanteile zu sichern, wodurch Weigl irgendwie eine Art "Knick" bekommen hat. Aber egal, hauptsache Schmelzer, Sahin und Piszcek sind wieder zufrieden! (Die wären hundertprozentig unter Tuchel heute entweder auf die Tribüne aussortiert oder verkauft worden.)

Jetzt frage man sich doch mal, welches Signal man den Spielern mit solchen Aktionen setzt?

Wenn Qualität, Erfolg und Leistung sowieso egal sind, weil Konformität bereits ausreicht, um sich beim BVB ein gutes Leben machen zu können, warum sollte man sich dann überhaupt noch anstrengen müssen?

Wenn der Trainer vom Spieler Leistung verlangt und einem mit der Tribüne droht, warum sollte man sich dann überhaupt noch reinhängen müssen, wenn man doch viel einfacher einen kurzen Abstecher nach Erlinghausen machen und so dafür sorgen kann, dass dieser "böse" Trainer einen gefälligst nicht mehr zu stören hat?

Die Konsequenzen darf der BVB jetzt eben tragen, selbst Schuld.

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don_riddle
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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von don_riddle » Mo 27. Nov 2017, 11:56

JohnDRockford hat geschrieben:
Lok hat geschrieben:http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... ragen.html

Watzke ging während seiner Rede auch auf den Wechsel des ehemaligen Scouts Sven Mislintat zum FC Arsenal ein - und gestand in dieser Personalie eigene Fehler ein. "Ich habe die Gesamtverantwortung und es war mein persönlicher Fehler, dass ein so verdienter Mitarbeiter von Borussia Dortmund wie Sven Mislintat anderthalb Jahre so behandelt wurde", sagte Watzke und gab unumwunden zu: "Das war mein persönlicher Fehler. Dazu stehe ich."

Irgendwie wird das ganze immer absurder. Anstatt den Abgang von Tuchel zu bereuen, bereut er den Abgang von Mislinat.

Also erst lässt er es zu, dass Mislinat von Tuchel schlecht behandelt wird. Aber Mislinat wird keineswegs vergrault, nein, er wird befördert. Also er lässt Tuchel erstmal schalten und walten, befördert aber dessen Widersacher und irgendwann wird Tuchel dann gefeuert. Mislinats Vertrag war schon verlängert worden, Tuchel ist schon längst weg, also alles fein? Nein, man lässt den beförderten Mislinat mit verlängerten Vertrag einfach ziehen und steht ganz nackt da.

Wo ist da der Sinn?
Herrn Fatzke ist einfach der vermeintliche "Erfolg" zu Kopf gestiegen...in seinem Größenwahn hat er einen der besten Trainer Europas entlassen (78 Punkte 15/16, 64 Punkte 16/17 + Pokalsieg), nur um eine absolute Graupe als Nachfolger zu installieren, weil er persönlich mit Tuchel Differenzen hatte!
Die ganze Sache mit Mislintat passt ihm jetzt natürlich hervorragend, um sein eigenes Versagen zu erklären, so nach dem Motto "Sorry, ich hatte ja keine andere Möglichkeit!"....absolut ekelhaft.
Kannst du mal mit diesen Beileidigungen und Namensverunglimpfungen aufhören? Dass du gerne den Finger in Wunden legst, ist nix Neues, aber das geht mir hier doch zu weit. Eigentlich war der Umgangston hier im Forum immer besser :evil:
JohnDRockford hat geschrieben: Was ich noch schlimmer finde ist allerdings, dass Watzke aus eigenem Interesse zugelassen hat, dass sich nichtsleistende, talentlose Spieler wie Sahin und Schmelzer, die bei jedem anderen Topclub längst geflogen wären, bei ihm ausheulen können, weil der "böse" Thomas Tuchel aus nachvollziehbaren Gründen auf deren Dienste hat verzichten können. So eine Aktion kannst du normalerweise bei keinem anderen Proficlub bringen - außer bei Borussia Dortmund!

Das einzige was zu zählen hat ist Erfolg und Leistung, und wer zu schlecht ist, der fliegt halt oder sitzt auf der Tribüne. Bei jedem Topclub (eigentlich sogar bei jedem Proficlub) ist das so, da geht es um zu viel Geld, als dass man irgendwelche sentimentalen Gründe vorschieben kann! Bei jedem Proficlub...außer bei Borussia Dortmund, wo "Echte Liebe" (=Konformität mit Herrn Watzke) als Grund schon reicht, um aufgestellt bzw. beschäftigt zu werden.
Schmelzer und Sahin talentlos? Um einen ehemaligen BVB-Trainer zu zitieren: "Da lach ich mir doch den Arsch ab". Ja, Schmelzer regt mich auch immer mal wieder auf und ich persönlich würde auch lieber Guerreiro als LV sehen. Aber Beides sind solide BL-Spieler. Da gibt es schon Argumente, sie aufzustellen....
JohnDRockford hat geschrieben: Und es hat ja funktioniert: Passlack wurde zu Hoffenheim abgeschoben damit Piszczek weiter auf der rechten Seite herumstümpern kann (wenn der nicht seit Oktober verletzt wäre, würde der da immer noch spielen dürfen!), Guerreiro falsch eingesetzt, um Herrn Schmelzer Spielanteile zu sichern. Weigl wurde wahlweise in der Innenverteidigung eingesetzt oder auf der Bank schmoren gelassen, um Herrn Sahin Spielanteile zu sichern, wodurch Weigl irgendwie eine Art "Knick" bekommen hat. Aber egal, hauptsache Schmelzer, Sahin und Piszcek sind wieder zufrieden! (Die wären hundertprozentig unter Tuchel heute entweder auf die Tribüne aussortiert oder verkauft worden.)
Pisczek? Stümpert? Sag mal, wieviele Spiele des BVB hast du gesehen. Piszschu ist immer noch einer der besten RV der Liga. Dass Passlack bei Hoffenheim Spielpraxis sammelt, machte genauso Sinn. Dass er nun so wenig Spielanteile bekommt ist sicherlich unglücklich, aber deine Einschätzung ist (abgesehen vom falschen Einsetzen von Guerreiro) absolut daneben!
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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Lok » Mo 27. Nov 2017, 16:50

JohnDRockford hat geschrieben: Was ich noch schlimmer finde ist allerdings, dass Watzke aus eigenem Interesse zugelassen hat, dass sich nichtsleistende, talentlose Spieler wie Sahin und Schmelzer, die bei jedem anderen Topclub längst geflogen wären, bei ihm ausheulen können, weil der "böse" Thomas Tuchel aus nachvollziehbaren Gründen auf deren Dienste hat verzichten können. So eine Aktion kannst du normalerweise bei keinem anderen Proficlub bringen - außer bei Borussia Dortmund!

Das einzige was zu zählen hat ist Erfolg und Leistung, und wer zu schlecht ist, der fliegt halt oder sitzt auf der Tribüne. Bei jedem Topclub (eigentlich sogar bei jedem Proficlub) ist das so, da geht es um zu viel Geld, als dass man irgendwelche sentimentalen Gründe vorschieben kann! Bei jedem Proficlub...außer bei Borussia Dortmund, wo "Echte Liebe" (=Konformität mit Herrn Watzke) als Grund schon reicht, um aufgestellt bzw. beschäftigt zu werden.
So was ähnliches hat es doch bei Bayern auch gegeben.
Verdiente Spieler (wie Boateng, Müller, Robben) sind zu Höneß gerannt und haben sich über Ancelotti beschwert. Auch da muss man sagen, dass die Spieler nicht zu unrecht auf der Bank saßen. Vor allem Boateng ist völlig außer Form. Ist ja lustig, dass er bei den Bayern wieder spielt, aber in der Nationalmannschaft wird Süle eingesetzt. Weil Jogi Löw ist auch nicht entgangen, wie schlecht Boateng gerade ist.

Die letzten beiden Spiele gegen Anderlecht und Gladbach haben auch wieder gezeigt, dass Bayern ganz massive Probleme hat und einfach nicht auf Topniveau ist. Der Umbruch wurde da gewissermaßen "versaut". Neue Spieler konnten sich nicht wie gewünscht durchsetzen.

Dass es in den ersten Spielen unter Heynckes so gut lief hat die Probleme nur überdeckt. Außerdem hatten die Bayern auch Glück, dass ihr größter Konkurrent (Dortmund) diese Schwächephase (die erste Saison in der die Bayern wirklich schlagbar sind) so überhaupt nicht ausnutzen kann.

@don_riddle: Ich würde trotzdem gerne wissen, was bei Dortmund falsch läuft. Auch wenn du recht haben magst. So wie es dort gerade ist, liegt doch vieles im Argen. Nur warum?

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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Vollspann » Mo 27. Nov 2017, 22:25

Lok hat geschrieben:http://www.kicker.de/news/fussball/bund ... ragen.html

Watzke ging während seiner Rede auch auf den Wechsel des ehemaligen Scouts Sven Mislintat zum FC Arsenal ein - und gestand in dieser Personalie eigene Fehler ein. "Ich habe die Gesamtverantwortung und es war mein persönlicher Fehler, dass ein so verdienter Mitarbeiter von Borussia Dortmund wie Sven Mislintat anderthalb Jahre so behandelt wurde", sagte Watzke und gab unumwunden zu: "Das war mein persönlicher Fehler. Dazu stehe ich."

Irgendwie wird das ganze immer absurder. Anstatt den Abgang von Tuchel zu bereuen, bereut er den Abgang von Mislinat.

Also erst lässt er es zu, dass Mislinat von Tuchel schlecht behandelt wird. Aber Mislinat wird keineswegs vergrault, nein, er wird befördert. Also er lässt Tuchel erstmal schalten und walten, befördert aber dessen Widersacher und irgendwann wird Tuchel dann gefeuert. Mislinats Vertrag war schon verlängert worden, Tuchel ist schon längst weg, also alles fein? Nein, man lässt den beförderten Mislinat mit verlängerten Vertrag einfach ziehen und steht ganz nackt da.

Wo ist da der Sinn?
Watzke baut einfach nur vor. Nachdem jetzt der Versuch mit Bosz so gut wie endgültig gescheitert ist, wird sein Handeln bei der Trennung von Tuchel spätestens dann, wenn die Trennung vollzogen wird, selbst verschärft in Frage gestellt werden.
Überzeugen muss er diejenigen, die nicht eh schon festgelegt sind, dass Tuchel gehen/bleiben musste.

Jetzt trotzig zu wiederholen, dass die Trennung von Tuchel nicht falsch war, wäre defensiv, verteidigend und würde damit eher angreifbare Schwäche rüberbringen. Und die Frage provozieren, ob es da bei ihm nicht doch auch persönlich am Wollen gemangelt hat eine Lösung zu finden. Dann wäre er persönlich mitschuldig daran, dass die Situation beim BVB jetzt in jeder Hinsicht dramatisch schlechter ist, als vor seiner Entscheidung.

Sich selbst dafür zu kritisieren, dass er Tuchel gegenüber zu lange zu nachgiebig war, trotz dessen vermeintlichen (?) Terrorregimes, ist da eleganter. Es zeigt indirekt, dass er absolut alles dafür getan hat, um Tuchel zu halten, die Trennung am Ende aber alternativlos war. Damit war es eine quasi technische Entscheidung, bei der sein Wollen keine Rolle mehr spielen konnte.

Das ist einfach nur politisch gewiefte Rhetorik um den eigenen Kopf zu retten.

Um so mehr, wenn man (wie ich inzwischen gelernt habe) weiß, dass Mislintat und Tuchel den Strukturen nach in der täglichen Arbeit ohnehin keine direkten Berührungspunkte haben mussten, weil in verschiedenen Abteilungen tätig. Dass Tuchel Mislintat nicht in der Kabine sehen wollte, wird damit zur Nebensächlichkeit. Ich kann zumindest nicht erkennen, warum das für einen Scout zwingend wäre und also eine gar so schreckliche seelische Grausamkeit war.

Das war jetzt furchtbar langatmig und umständlich, also noch mal eine Kurzfassung:

Es steht der Verdacht im Raum, dass Tuchel vor allem wegen eines zerrütteten Verhältnis zu Watzke gehen musste. Angesichts der Entwicklung seitdem eine für Watzke äusserst ungünstige Interpretation.
Mislintat dient dazu, Tuchels Zerwürfnis mit anderen unverzichtbaren Mitarbeitern in den Mittelpunkt zu stellen und damit von Watzke abzulenken.
Wichtig ist nicht, ob das bei kritischer Betrachtung in sich überzeugend ist, sondern ob sich diese Auslegung bei einer ausreichenden Mehrheit durchsetzt. Denn alle, inklusive der sehr kritischen, wird man eh nie überzeugen können.
Lok hat geschrieben: @don_riddle: Ich würde trotzdem gerne wissen, was bei Dortmund falsch läuft. Auch wenn du recht haben magst. So wie es dort gerade ist, liegt doch vieles im Argen. Nur warum?[/b]
Die Frage richtet sich nicht an mich, also versuche ich trotzdem, sie aus meiner Sicht zu beantworten. ;)

Mal unterstellt, dass Bosz' System/Taktik nicht prinzipiell untauglich ist: Dann passt es nicht zu den verfügbaren Spielern. Man muss seine Mannschaft so spielen lassen, dass die jeweiligen Stärken der Spieler genutzt und betont, und ihre Schwächen im Verbund aufgefangen werden.

Mir macht es den Eindruck, dass das bei Bosz genau anders rum läuft. Damit sieht dann jeder Spieler schnell schlechter aus als er ist. Die Automatismen gehen verloren, jeder spielt immer verunsicherter, nach einer Weile funktioniert gar nichts mehr und das ganze ist dann ein sich selbst verstärkender Prozeß. Am Ende kommt selbst die Hälfte einfachster 10-Meter-Pässe nicht mehr beim Mitspieler an (und genau das ist gerade der Fall). Die Hälfte der europäischen Topclubs war scharf auf Weigel, jetzt sieht er aus, als ob er nicht mal Köln oder Hamburg helfen könnte.

Dazu das Zitat von Diego Simeone: "In Kämpfen gewinnt nicht das Team mit den besten Soldaten, sondern diejenigen, die ihre Soldaten am besten einzusetzen wissen". Das gilt aus meiner Sicht auch für Generell beste Taktik/Taktik die deine Soldaten am besten einsetzt
Zuerst ging ich nach links, und er auch. Dann ging ich nach rechts, und er auch. Dann ging ich erneut nach links, und er ging einen Hot Dog kaufen. (Zlatan)

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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Vollspann » Mo 27. Nov 2017, 22:38

don_riddle hat geschrieben:
JohnDRockford hat geschrieben:
Herrn Fatzke ...
Kannst du mal mit diesen Beileidigungen und Namensverunglimpfungen aufhören? :evil:
Eigentlich hat das ja auch was Gutes. Selbst wenn man den Urheber nicht kennen würde, wüsste man nach dieser Einleitung mit "Herrn Fatzke" gleich zu Beginn, was man vom folgenden Sermon zu erwarten hat. So ähnlich wie ein Warnhinweis bei gesundheitsschädlichen Genussmitteln. :lol:
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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Macaroli » Mo 27. Nov 2017, 22:39

Das es beim BvB so schlecht läuft ist sehr schade.Ich dachte, diese Saison könnte es einen engen Kampf um die Meisterschaft geben. Und das ist auch immer noch möglich, aber dann werden die Konkurrenten möglicherweise eher aus Leipzig oder sogar Gelsenkirchen kommen. Momentan ist aber eigentlich noch alles rettbar für Dortmund. Das Problem ist nur, dass gerade keine Trendwende ansteht. Im Gegenteil, die 4:0 - Führung gegen den Erzrivalen hätte eigentlich nie verspielt werden dürfen und ein glatter humorloser, vielleicht sogar hoher Sieg, hätte eine klar erkennbare Trendwende sein können. Aber es ist so, wie es oben bereits geschrieben wurde, das Spiel ist die bisherige BvB-Saison auf 90 (oder 96) Minuten komprimiert.

Woran es genau liegt ist immer schwer zu sagen. Um beim Trainer anzufangen, so ist es so, dass er wohl relativ starr am 4-3-3 festgehalten hat. Gegen Schalke gab es jetzt eine Abweichung, aber ansonsten ist das favorisierte Grundsystem bei Bosz klar. Bei vielen anderen Trainern, wie Nagelsmann oder auch Tedesco, gibt es nicht nur variablere Systeme, sondern auch Umstellungen während des Spiels. Aber man muss natürlich auch sagen, dass im Erfolgsfalle gerade die Konstanz gelobt würde. Mir fällt auch ein, dass diese Systemkonstanz bei Ajax in den 90ern besonders hervorgehoben wurde, dass von der kleinesten Jugendmannschaft bis zur ersten Elf immer das gleiche System gespielt wurde. Die 90er sind natürlich aber vorbei. Dennoch reicht das glaube ich nicht aus, um es zu erklären.

Die Borussia hat gute Individualspieler, aber es ist gerade als Mannschaft nicht stimmig. Und trotz individueller Klasse, sticht gerade keiner richtig heraus. Aubemayang hat zwar wieder getroffen, aber an sich war er in den letzten Spielen nicht sehr auffällig. Gegen Schalke trägt er durch seinen Platzverweis durchaus Mitverantwortung für das Verspielen des Vorsprungs. Das war nüchtern betrachtet natürlich nur ein Spiel von vielen, die nicht gut liefen, aber dennoch sinnbildlich. Bürki hatte seine Patzer, aber das alles passiert natürlich nicht im luftleeren Raum.

Und aktuell wirkt alles in der Mannschaft wie eine große Verunsicherung. Irgendein Klops passiert gerade in jedem Spiel und das ist in den Köpfen drin. Mit einem Erfolgserlebnis alleine wäre es zwar nicht getan, aber das brauchen sie gerade dringend.

Eine Patentlösung ist gerade wohl nicht in Sicht. Es ist eine Krise in der Saison und die Mannschaft kann prinzipiell sicherlich mehr. Bosz ist, sofern man ihn noch machen lässt gefragt. Es fokusiert sich doch einiges auf die Position des Trainers. Aber ich wüsste gerade auch nicht, wen man den holen könnte, wenn man Bosz entlässt. Frei wäre zwar Tuchel, ... aber gut, das wäre für fast alle anderen Bundesligisten interessant. Wenn irgendwie möglich, werden sie versuchen ohne Veränderung in die Winterpause zu kommen. Aber der Punkt in dem die nächste Niederlage den Abschied von Boz bedeuten könnte, ist schon erreicht.

Perspektivisch kommt noch dazu, dass Leipzig schon seit letztem Jahr gerne die Rolle des Zweiten ausfüllen würde und kann. Und zudem auch Schalke nach Jahren zumindest wieder auf Augenhöhe zur Borussia zu sehen ist.
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. (Axel Kruse)

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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Lok » Di 28. Nov 2017, 00:14

Vollspann hat geschrieben: Es steht der Verdacht im Raum, dass Tuchel vor allem wegen eines zerrütteten Verhältnis zu Watzke gehen musste. Angesichts der Entwicklung seitdem eine für Watzke äusserst ungünstige Interpretation.
Mislintat dient dazu, Tuchels Zerwürfnis mit anderen unverzichtbaren Mitarbeitern in den Mittelpunkt zu stellen und damit von Watzke abzulenken.
Wichtig ist nicht, ob das bei kritischer Betrachtung in sich überzeugend ist, sondern ob sich diese Auslegung bei einer ausreichenden Mehrheit durchsetzt. Denn alle, inklusive der sehr kritischen, wird man eh nie überzeugen können.
Genau, soweit richtig, Watzke sucht eine Begründung für die Entlassung Tuchels.

Aber es geht ja noch weiter. Er verwendet auch Tuchel als Begründung dafür, dass Mislinat jetzt zu Arsenal geht. Damit wird es erst richtig absurd. Weil Mislinat 1,5 Jahre seelische Grausamkeiten erleiden musste, will man ihm jetzt keine Steine in den Weg legen.
Das ist das Absurdeste, was ich jemals gelesen habe.

Weil scheinbar hatte ja auch Mislinat keine Lust mehr auf Dortmund, man will nur vermeiden, dass das irgendwo kommuniziert wird.

Wenn man von dem fast normalen Zwist zischen Rummenigge und Höneß liest und dazu dann dieses Führungschaos bei Dortmund. Dann ist RB Leipzig mit der Vertragsverlängerung von Rangnick ein Ort der Harmonie. Rangnick plant wahrscheinlich im Stillen schon die Meisterschaft. Wenn sich Dortmund und Bayern weiterhin so dilettantisch anstellen, dürfte das gar nicht so schwer werden.

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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Lok » Di 28. Nov 2017, 00:24

Vollspann hat geschrieben: Mal unterstellt, dass Bosz' System/Taktik nicht prinzipiell untauglich ist: Dann passt es nicht zu den verfügbaren Spielern. Man muss seine Mannschaft so spielen lassen, dass die jeweiligen Stärken der Spieler genutzt und betont, und ihre Schwächen im Verbund aufgefangen werden.

Mir macht es den Eindruck, dass das bei Bosz genau anders rum läuft. Damit sieht dann jeder Spieler schnell schlechter aus als er ist. Die Automatismen gehen verloren, jeder spielt immer verunsicherter, nach einer Weile funktioniert gar nichts mehr und das ganze ist dann ein sich selbst verstärkender Prozeß. Am Ende kommt selbst die Hälfte einfachster 10-Meter-Pässe nicht mehr beim Mitspieler an (und genau das ist gerade der Fall). Die Hälfte der europäischen Topclubs war scharf auf Weigel, jetzt sieht er aus, als ob er nicht mal Köln oder Hamburg helfen könnte.
Ja, das ist eine Erklärung die sehr viel Sinn macht.
Aber sie wirft ein schlechtes Licht auf Bosz, dass er nicht in der Lage ist, sein System anzupassen. Die Niederlagenserie müsste ihm doch zeigen, dass er auf dem Holzweg ist. Er war vielleicht ein guter Trainer für einen niederländischen Verein und gerade für Ajax, wo immer noch sehr viel 4-3-3 gespielt wird. Aber international gesehen scheint er ein absoluter Fehlgriff und eine Niete zu sein.

Das fällt natürlich auch auf Watzke zurück. Also ein weiterer Fehler von ihm. Wenn die Systeme so gar nicht zusammenpassen, dann war die Trainerwahl wohl falsch.
Wo will Watzke jetzt in der Winterpause einen neuen Trainer herbekommen?

Nachdem Watzke innerhalb von 10 Jahren alles richtig gemacht hat, ist er dabei innerhalb von 2 Jahren alles wieder kaputt zu machen. Ziemlich unerklärlich dieser Wandel.

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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Fabsian13 » Do 30. Nov 2017, 23:03

Bosz hatte ja im letzten Spiel tatsächlich reagiert, als er auf Dreierkette umgestellt hat, da haben es die Wechsel im Zweiten Durchgang dann versaut und ein zimelich hilfloses Signal gesendet - Ende bekannt

Was mir seit Jahren auffällt, ist, dass die defensive Grundordnung nicht mehr die aus den Meisterjahren ist, wo man es verstanden hat, eine komplette SAison lang auf sehr hohem Niveau zu verteidigen und dadurch die Zahl der Gegentore deutlich geringer als die Zahl der Spiele war (22 und 25 in den Meisterjahren) - seitdem kam man da nicht mal mehr im Ansatz ran, sondern pendelte sich bei um die 40 ein (43 - 38 - 42 - 34 - 42), was viel zu viel ist, wenn man höhere Ambitionen haben will und da kommt noch ein anderer Aspekt ins Spiel:

Watzke verkörpert mit seiner öffentlichen Anspruchshaltung eine Underdog-Mentalität, die man bei einem Top -10 Verein in Europa nicht mehr zeitgemäß ist und die mich zunehmen an ihm zweifeln lässt, was die vielen Zweiten Plätze in den Jahren zuvor miterklärt, trotz des Ausnahmeteams der Bayern.
Tuchel war auf einem exzellentem Wege, diese Verlierermentalität auszutreiben, was sich daran zeigte, das in 2016/17 zwar viele Spiele ärgerlich verloren gingen, aber in den wichtigen Spielen geliefert wurde (Heimsiege gegen Bayern und Leipzig, im Pokal in München, das Finale sowieso,die CL-Spiele gegen Madrid und Lissabon) - jetzt haben wir vielleicht einen lieben Trainer, aber einen Rückfall in bestenfalls gute Zeiten, das kann nicht der Anspruch des BVBs sein
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Re: Borussia Dortmund 2017/2018

Beitrag von Sokrates » Fr 1. Dez 2017, 18:50

Trainer: Man hörte, F.Magath würde frei... ;-)
Ich weiß, dass ich nichts weiß

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