RB Leipzig 2016/2017

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Macaroli
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Re: RB Leipzig 2016/2017

Beitrag von Macaroli » Sa 15. Apr 2017, 23:55

Ich glaube Red Bull ist nicht groß geworden, in dem sie Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe tätigten und dann nach wenigen Jahren wieder aussteigen. Es deutet ja auch nichts darauf hin, dass die in Leipzig demnächst weg sind. Warum dann die Investitionen in Nachwuchs und Stadion? Das sind durchaus lang angelegte Projekte. Das kauf ich denen schon ab. Undenkbar wäre ein Engagement in England sicher nicht. Aber die Regularien der UEFA sind da doch ein wenig schwierig für so ein Unterfangen.

Über die Gerüchte des PL-Einstieges habe ich mal nachgeschaut. So war die erste Meldung (die ich fand) unter anderem deswegen, weil Rangnick auf der Tribüne von Chelsea gesehen wurde. ^^ Naja, danach hat die englische Presse mal munter los spekuliert. Das war im November letzten Jahres.
Im Zuge der finanziellen Probleme bei West Ham United war es dann auch naheliegend, dass potente Geldgeber mit der RB-Brause in Verbindung genannt werden. Auch wenn der Name Red Bull explizit nicht genannt wurde. Das war dann Ende Dezember. Übrigens kamen die Gerüchte von der Sun. ^^
Und im Januar kam dann auch von Mateschitz das Dementi über einen geplanten Einstieg in der Premiere League (wohlgemerkt hat er bewußt den Namen der führenden englischen Liga genannt ^^).

Wir wissen alle, wie lange die Haltwertszeit von Aussagen im Fussball sind. Aber ich halte es wirklich für nicht sehr durchdacht, die Fühler nach England auszustrecken, nachdem man gerade eben das Mega-Projekt Leipzig auf Champions League Kurs bringt und alles doch so wie es aussieht gut zu funktionieren scheint. Dann hätte man das Projekt Leipzig doch gleich lassen können.

Des Weiteren ist die PL sicher besser vermarktet als die Bundesliga, aber die Champions League hat ebenfalls ihren Reiz. Und diese ist in Ländern wie England und Spanien kostspieliger zu erreichen (vor allem auch dauerhaft), als in Deutschland oder Italien. In England "garantieren" auch Ausgaben von einer halben Milliarde noch keinen Platz unter den ersten Vier. In Deutschland steuert die Firma Bayer jedes Jahr knapp über 25 Mio. € Leverkusenbei, die sich zuletzt immer wieder im Europapokal präsentierten, oft sogar in der CL. Sehr überschaubar, wenn man andere Ligen anschaut.

Aber gut, was würde passieren, wenn RB tatsächlich aussteigt oder zumindest stark zurückfährt? Naja, ist doch klar, Leipzig würde aktuell einen gewissen Abschwung erleben. Es kommt halt darauf an, wie gefestigt ist Leipzig, dass zumindest Bundesligafussball auch ohne Investor funktionieren könnte? Und im Moment sind sie eben noch komplett neu. Sie könnten wahrscheinlich die Kosten für die Nachwuchsarbeit nicht halten. Ganz zu schweigen von der Finanzierung des Stadions. Auf der anderen Seite ist die Region heiß auf Bundesliga-Fussball. Trotz kurzer Geschichte kommen die Zuschauer. Aber die Zuschauer kennen bis heute fast nur die Einbahnstraße nach oben. Ob diese auch bleiben würden, wenn es mal ein paar Jahre nach unten gehen würde? Vielleicht auch mal einen Abstieg verdauen? Könnte ich jetzt nicht beantworten. Anders sieht natürlich alles aus, wenn RB mal noch 20 Jahre hier weiter macht. Und wenn RB tatsächlich in Leipzig die höchsten Weihen (Meisterschaft, CL-Halbfinale) mal erreicht hat, dann ist eh ein anderes Standing dahinter.

Genau voraussagen kann man das nicht. Mir fallen gerade 2 Beispiele ein, die es in Deutschland gab. In Krefeld wurde man v. a. als Bayer Uerdingen bekannt. Als der Investor aber sich zurückgezogen hatte, war es bald vorbei mit den höheren Ligen. Und dann gab es natürlich noch die Göttinger Gruppe und Tennis Borussia Berlin. Aber die Göttinger Gruppe war für die hohen Ziele (Champions League) selbst wohl zu klein. Die Pleite des Investors machte Tebe Berlin dann gleich mal nach. Statt CL gab es da dann mal Zwischendurch 6. Liga - Fussball. Und die Berliner sind an sich ja eigentlich schon ein Berliner Traditionsklub.
Ich hatte vor der Saison ein Angebot aus England. Wäre ich bloß hingegangen. In England ist Fußball wenigstens noch Männersport - und nichts für Tunten. (Axel Kruse)

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Re: RB Leipzig 2016/2017

Beitrag von valhalla » Mo 17. Apr 2017, 20:24

Auch die in der letzten Woche aufkommenden Gerüchte einer Kooperation mit einer Mannschaft aus China und Südamerika läßt auf ein sehr langfristiges Engagement schließen. MMn macht das auch sinn, nicht nur vom Marketingstandpunkt aus, sondern auch sportlich. Da können junge Talente aus diesen beiden Regionen nach Europa kommen.

lg
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Re: RB Leipzig 2016/2017

Beitrag von Vollspann » Di 18. Apr 2017, 18:14

Lok hat geschrieben:
Für den Fall, dass Red Bull irgendwann andere Interessen verfolgt, also zum Beispiel die Premier League. Was passiert dann in Leipzig? Die Strukturen sind ja schon geschaffen, also könnte der Verein auch ohne Red Bull weiterlaufen. Aber werden die das zulassen oder versuchen verbrannte Erde zu hinterlassen?
Infrastruktur: Ja
Vereinsstruktur: Nein. Das war für den Konzern ja Voraussetzung fürs Engagement.

Wenn man die 50+1 Regel abschaffen will, sollte man für diesen Fall vorsorglich regulieren. Wenn der Besitzer keinen Bock oder keine Kohle mehr hat, muss der Bestand zu zwingend akzeptablen Konditionen anderen Interessenten übergeben werden, egal ob Investor oder Zweckverein. Rechtlich müsste es sogar möglich sein, dies aus einer entsprechenden Konkursmasse herauszuhalten, denke ich.

Für mich als Gegner einer Abschaffung der 50+1 Regel wäre das das mindeste.
Zuerst ging ich nach links, und er auch. Dann ging ich nach rechts, und er auch. Dann ging ich erneut nach links, und er ging einen Hot Dog kaufen. (Zlatan)

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Re: RB Leipzig 2016/2017

Beitrag von Vollspann » Di 18. Apr 2017, 18:54

Macaroli hat geschrieben:Ich glaube Red Bull ist nicht groß geworden, in dem sie Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe tätigten und dann nach wenigen Jahren wieder aussteigen. Es deutet ja auch nichts darauf hin, dass die in Leipzig demnächst weg sind. Warum dann die Investitionen in Nachwuchs und Stadion? Das sind durchaus lang angelegte Projekte. Das kauf ich denen schon ab. Undenkbar wäre ein Engagement in England sicher nicht. Aber die Regularien der UEFA sind da doch ein wenig schwierig für so ein Unterfangen.
Falls keine "Lösung" mit der UEFA hergestellt werden kann, die mehrere Teams im selben Wettbewerb erlaubt, müssen sie sich für ein Land entscheiden. Und wenn der wertvollste Standort, unter Marketingaspekten, nicht Deutschland ist, würden sie sicher entsprechend weiterziehen. Die PL hat global die mit Abstand größte Reichweite, das wäre schon mal ein Argument. Dagegen würde es nur sprechen, wenn Deutschland dauerhaft mit Abstand der wichtigste Absatzmarkt ist. Ob das so ist, weiß ich nicht.

Ob die immobilen Investitionen in Leipzig so hoch waren, weiß ich nicht. Das Stadion war ja schon da. Bleibt das Leistungszentrum/Trainingsgelände. Kein unüberwindliches Hindernis, denke ich.

Ob das bei RB nun passieren wird oder nicht: Ohne 50+1 Regel wird sowas impliziter Teil des Business sein, man sollte es bei einer Regeländerung und der Diskussion darüber nicht aus den Augen lassen.
Macaroli hat geschrieben: Über die Gerüchte des PL-Einstieges habe ich mal nachgeschaut.
Wo ich das aufgeschnappt habe, weiß ich nicht mehr. Es kann eigentlich nur eine dieser beiden Qualitätsquellen gewesen sein: Guardian oder Daily Mail. :mrgreen:
Besonders konkret klang es noch nicht. Dass Rb das zumindest mal evaluiert, erscheint mir nicht unplausibel.
Macaroli hat geschrieben: Wir wissen alle, wie lange die Haltwertszeit von Aussagen im Fussball sind. Aber ich halte es wirklich für nicht sehr durchdacht, die Fühler nach England auszustrecken, nachdem man gerade eben das Mega-Projekt Leipzig auf Champions League Kurs bringt und alles doch so wie es aussieht gut zu funktionieren scheint. Dann hätte man das Projekt Leipzig doch gleich lassen können.
Gute Unternehmer machen auch mal Fehler, sie sind sich nur nicht zu eitel, sie zu korrigieren. Mein dystopisches Szenario macht natürlich nur Sinn, falls sich RB tatsächlich für nur 1 Liga entscheiden muss. ;)
Macaroli hat geschrieben: Des Weiteren ist die PL sicher besser vermarktet als die Bundesliga, aber die Champions League hat ebenfalls ihren Reiz. Und diese ist in Ländern wie England und Spanien kostspieliger zu erreichen (vor allem auch dauerhaft), als in Deutschland oder Italien.
Absolut. Obwohl Rangnick-Konzept-Fussball gerade in England vielleicht auch ohne Extra-Milliarden spannend aussehen könnte. Zudem kommt dann ja auch das Mehrfache an TV-Geldern rein.
Macaroli hat geschrieben: Aber gut, was würde passieren, wenn RB tatsächlich aussteigt oder zumindest stark zurückfährt? Naja, ist doch klar, Leipzig würde aktuell einen gewissen Abschwung erleben.
Wieder unter dem Motto, keine (nicht zwingend auf diesen Einzelfall bezogenen) Optionen zu übersehen, die in diesem Szenario möglich sind:

Abwickeln, Konkurs gehen lassen, Immobilien verkaufen. Oder für 1 Euro an einen windigen Strohmann verkaufen, der das dann macht. Es gibt keinen Verein, der etwas weiterführen könnte. Die nach letztem Stand 17 Vereinsmitglieder sind ausschließlich RB-Angestellte oder -Businesspartner.
Zuerst ging ich nach links, und er auch. Dann ging ich nach rechts, und er auch. Dann ging ich erneut nach links, und er ging einen Hot Dog kaufen. (Zlatan)

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Re: RB Leipzig 2016/2017

Beitrag von Vollspann » Di 18. Apr 2017, 19:04

Nachtrag:
Eigentlich dachte ich eben ja, ich hätte noch Salzburg als Abwicklungs-Strategie-Beispiel "Langsam verhungern lassen" anbringen sollen.
Der Faktencheck war dagegen: Die führen die Ö-Liga mit 14 Punkten an.

Was wiederum bedeutet, dass Leipzig und Salzburg die UEFA ziemlich sicher zwingen werden, sich bereits kommende Saison festzulegen, ob beide in der CL antreten dürfen. (Oder ist mir entgangen, dass das bereits geklärt ist?)
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