Bundesliga Allgemein 2012/2013

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Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Xell » Mi 27. Jun 2012, 16:30

So, eine neue Saison steht vor der Tür. Und die Bundesliga scheint qualitativ richtig aufzurüsten: einige nahmhafte ausländische Transfers wurden bereits getätigt: Bas Dost und Alvaro Dominguez sind hier ganz von zu nennen.

Bis dato scheinen sich die internationalen Vertreter gut zu verstärken. Die Bayern rüsten den ohnehin schon richtig starken Kader in der Breite auf und sollte Martinez kommen, gibt es auch noch einmal einen qualitativen Schub.

Dortmund hatte bzgl. Kagawa-Weggang vorgesorgt durch Reus. Die restlichen Spieler scheint man halten zu können, auch wenn bei Lewandowski noch ein kleines Fragezeichen bleibt. Aber auch hier absolutes Potential, edlich Mal auch in Europa zu rocken.

Schalke verliert mit Raul eine Institution, dürfte dafür aber Huntelaar behalten können, weil der Torjäger sich bei der EURO... ähm... nicht ins Rampenlicht spielen konnte. Barnetta ist eine sinnvolle Verstärkung - mit Holtby und Draxler hat man zwei hochtalentierte Kreativposten in der Offensive, die noch besser werden sollten. Papadoupolus ist in der Abwehr jetzt schon ein Riese. Schalke in meinen Augen also absolut CL-reif, und das obwohl noch der ein oder andere Transfer folgen sollte.

Gladbach hat schon jetzt mit Dominguez und Xhaka einen Qualitativen schub bekommen, den man so nicht unbedingt voraussetzen konnte, so dass man ernsthafte Hoffnung haben kann, dass die Borussia das Niveau der letzten Saison hält. Und noch ist Pulver trocken für einen Transfer im Sturm (Guidetti und De Jonk auf der Liste gewesen).

Hannover hat sich durch eine reihe von Positionsgetreuen Zu- und Abgängen noch einmal qualitativ verstärkt und könnte kommende Saison noch einmal international einen draufsetzen.

Leverkusen und Stuttgart sind noch auf der Suche, hier hat sich noch nicht allzu viel getan.

Meiner Meinung nach zieht die Bundesliga qualitativ deutlich nach und nähert sich England und Spanien. An Italien dürfte man nun auch im 1-zu-1-Vergleich der internationalen Vertreter vorbei sein. Die Saison kann gerne kommen!
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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von tomfooty » Sa 7. Jul 2012, 21:26

Zu den Transfers:

Bayern:
Dass Bayern sich verstärken wird, muss irgendwann auch mal vorausgesetzt sein. Die haben lange keine Titel mehr geholt und für irgendwas muss das Geld ja ausgegeben werden.

Gladbach:
Gladbach erstaunt mich. Die haben sich schon sehr gut verstärkt und fast die Abgänge kompensiert. Trotzdem muss das nix heißen, es liegt an den "Fohlen" Europa weiß zu machen, dass die BuLi wirklich 4 CL-Plätze verdient hat. Das bezweifele ich. Mit Favre kann man aber zumindest in der EL weit kommen.

Dortmund:
Tja, was soll man sagen. Die haben ihren Kader gehalten und Reus ist fast 1:1 ein Ersatz für Kagawa. Dass der "Königstransfer" innerhalb der BuLi läuft ist leider typisch.

Schalke:
Auch hier hat man mit Barnetta eine Lösung gefunden, die wenn überhaupt Schalke hilft, aber für die BuLi wäre es doch schöner gewesen mal einen Kalou oder einen Van der Vaart zu holen, war mir aber irgendwie klar, dass das nix wird. Im Zweifelsfall kommen die "Stars" nicht....

Stuttgart: Hier wird "schwäbisch" gespart, helfen tut das keinem...aber was soll man machen?
Hannover: Tja....
Leverkusen: Außer dem chilenischen Nationalspieler ist hier auch noch keine größere Verpflichtung vorgenommen worden-

Fazit: Keine wirklich überdurchschnittlich hohe Menge an echten Top-Transfers. Wenn ich nur daran denke, dass Bayern lieber in der BuLi kauft (Dante, Pizarro) und diese Spieler schon als "Stars" bezeichnet werden, dann kann man nicht von einer Nähe zu Spanien oder England sprechen.
Es wird einfach zu viel gespart dafür. Aber dass sich das mal ändert, erwarte ich ohnehin nicht. Die Liga vertraut ja lieber auf 50+1 und FFF (ich eher nicht)

Nach dem CL-Finale und der EM habe ich für die nächsten 10 Jahre gefühlt meine Hoffnung auf einen deutschen Titel begraben.
In den 70ern oder 80ern hätte man da sicher schon von einer "Krise des deutschen Fußballs" gesprochen...

Wenigstens ist das Club-Teilnehmerfeld der BuLi dieses Jahr viel besser als letztes....
Aber erfahrungsgemäß laufen uns die anderen Ligen aus Spanien, England, Italien (und bald vielleicht auch Frankreich) regelmäßig bei Transfers den Rang ab...zumindest laut transfermarkt.de

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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Sokrates » So 8. Jul 2012, 11:25

tomfooty hat geschrieben:[...]Es wird einfach zu viel gespart dafür. Aber dass sich das mal ändert, erwarte ich ohnehin nicht. Die Liga vertraut ja lieber auf 50+1 und FFF (ich eher nicht)
Falscher Denkansatz ;-) :
Die anderen Ligen sparen zu wenig! Mal sehn. was passiert, wenn die UEFA mit dem Financial Fairplay ernst macht (was ich hoffe!). Da werden sich Italiener, Spanier, Franzosen, Engländer, Russen, etc. "noch ganzschön umgucken".
tomfooty hat geschrieben:[...]Wenigstens ist das Club-Teilnehmerfeld der BuLi dieses Jahr viel besser als letztes....
Aber erfahrungsgemäß laufen uns die anderen Ligen aus Spanien, England, Italien (und bald vielleicht auch Frankreich) regelmäßig bei Transfers den Rang ab...zumindest laut transfermarkt.de
Komisch: Italien, Frankreich und jetzt wohl auch England haben in den letzten Jahren je eine Position in der 5-JW verloren, oder hab ich was falsch interpretiert!?

Fußball ist - glücklicherweise - unberechenbar: Belgien und Zypern hatten ein tolles Jahr, Schweiz u. Österreich auch (jeweils aus deren Sicht!) Wer hatte DIE vorher auf dem Zettel? Während alles u. alle über Spanien und Italien geredet/geschrieben haben, haben Portugal und die Niederlande große Fortschritte gemacht.

Z.Bsp. hat :hannover: letzte Saison gezeigt, dass eine hervorragend eingespielte Mannschaft auch ohne "echte" Stars "was reißen kann" (frag mal in Sevilla nach *ggg*). Dagegen blieben mit Stars gespickte Mannschaften auch titellos (Inter, Milan, ManU, PSG, ..., Bayern).

Was kann Deutschland respektive die Bundesliga dafür, dass im Mittelmeerraum das Wetter angenehmer ist!? :twisted: Hätt' ich die Wahl (bei sonst vergleichbaren Bedingungen wie Gehalt etc.) würd ich auch dahin gehen!
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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von tomfooty » So 8. Jul 2012, 13:07

Das mit dem Sparen war ja garnicht kritisch gemeint, im Gegenteil, die Vereine müssen ja sparen, weil ihnen die 50+1-Regel zusätzliche Mittel verwehrt.

Aber was man sagen muss, es ist schon verwunderlich, wie sehr alle hier im Forum auf das FFP hoffen. Es sollte hinlänglich bekannt sein, dass schon Möglichkeiten bestehen diese Regelung einfach und legal zu umgehen.

Im Grunde genommen muss man auch mal zusehen, dass man nicht immer nur auf die anderen Ligen guckt und behauptet, die haben es ja (noch) alle besser, die haben mehr finanzielle Mittel, mehr weltbekannte Top-Clubs als Zugpferde...nein, es geht darum zuzusehen, dass man sich auf die eigenen Stärken konzentriert und diese fördert und eben sich nicht zufrieden zurücklehnt und sagt, man hätte mit den gegebenen Mitteln das Beste daraus gemacht und alles ist "Friede, Freude, Eierkuchen"....man muss auch mal gucken, dass man sich mehr "MIttel" schafft, seien es finanzielle....
Immerhin sind es jetzt schon bald 15 Jahre ohne Titel...

Etwas weiteres was mich stört: Ich hätte Rangnick und Sammer gerne bei anderen Clubs als RB und Bayern gesehen....das sind vielleicht die 2 besten "Köpfe" der Liga und leider gehen sie entweder zum bereits besten Club oder zu einem Club der mMn in den nächsten 5 Jahren keine Rolle in der BuLi spielen wird...

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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Sokrates » So 8. Jul 2012, 13:46

tomfooty hat geschrieben:Das mit dem Sparen war ja garnicht kritisch gemeint, im Gegenteil, die Vereine müssen ja sparen, weil ihnen die 50+1-Regel zusätzliche Mittel verwehrt.
OK ;)
tomfooty hat geschrieben:[...] Etwas weiteres was mich stört: Ich hätte Rangnick und Sammer gerne bei anderen Clubs als RB und Bayern gesehen....das sind vielleicht die 2 besten "Köpfe" der Liga und leider gehen sie entweder zum bereits besten Club oder zu einem Club der mMn in den nächsten 5 Jahren keine Rolle in der BuLi spielen wird...
Über Sammer kann man streiten. V.a. ob es nicht für den dt. Fußball allgemein besser gewesen wär, wenn er beim DFB bliebe. Aber Ragnick kann ich verstehn:
- er will weniger Stress; :?
- er will Pespektiv-Clubs;
- RB Leipzig kann in 3-5 Jahren durchaus 3. oder 2. Liga spielen;
- last but not least, RB Salzburg ist amtierender Meister in Österreich, also nicht "irgendwer". Es geht darum, dass mglw. mal ein "Ösi"-Verein die Grp.-Phase der CL übersteht und AUT sich mittel- bis langfristig in den Top15 der 5JW festsetzt.
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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Xell » So 8. Jul 2012, 20:45

tomfooty hat geschrieben: Bayern:
Dass Bayern sich verstärken wird, muss irgendwann auch mal vorausgesetzt sein. Die haben lange keine Titel mehr geholt und für irgendwas muss das Geld ja ausgegeben werden.
Ähm - nein. Muss es nicht. Die Bayern haben eine Topelf mit einem Durchschnittsalter von weit unter 30. Insofern "brauchen" sie im Grunde nur Ergänzungs- bzw. Perspektivspieler. Stars sind hier eher Zugabe, keine Voraussetzung, nur weil man gerade flüssig ist. Einen Star haben Sie bis dato aber auch noch nicht geholt - der wird erst da sein, wenn Martinez kommt. Mit Shaqiri, Dante, Pizarro und Mandzukic liegt man aber wohl über dem Soll.
tomfooty hat geschrieben: Gladbach:
Gladbach erstaunt mich. Die haben sich schon sehr gut verstärkt und fast die Abgänge kompensiert. Trotzdem muss das nix heißen, es liegt an den "Fohlen" Europa weiß zu machen, dass die BuLi wirklich 4 CL-Plätze verdient hat. Das bezweifele ich. Mit Favre kann man aber zumindest in der EL weit kommen.
Ich sehe derzeit jedenfalls weder Italien, noch Frankreich oder Portugal besser aufgestellt für vier CL-Plätze als Deutschland.
tomfooty hat geschrieben: Dortmund:
Tja, was soll man sagen. Die haben ihren Kader gehalten und Reus ist fast 1:1 ein Ersatz für Kagawa. Dass der "Königstransfer" innerhalb der BuLi läuft ist leider typisch.
Naja, so ganz typisch läuft es nicht. Hätte Dortmund die Kagawa-Millionen nicht für Reus an Gladbach bezahlt, hätte sich Gladbach nicht Dominguez und Xhaka aus dem Ausland leisten können. Insofern sind die Kagawa-Millionen doch im Ausland angelgt worden und haben die Liga verstärkt, nur eben über einen Umweg.
tomfooty hat geschrieben: Schalke:
Auch hier hat man mit Barnetta eine Lösung gefunden, die wenn überhaupt Schalke hilft, aber für die BuLi wäre es doch schöner gewesen mal einen Kalou oder einen Van der Vaart zu holen, war mir aber irgendwie klar, dass das nix wird. Im Zweifelsfall kommen die "Stars" nicht....
Stimmt - bei Schalke dürfte es aber derzeit wohl eher darum gehen, die Stars, allen voran Huntelaar, zu halten. Darüber hinaus hat die Transferperiode eben erst begonnen. Laut Aussagen der Verantwortlichen, sucht man noch einige Verstärkungen, auch wenn darunter keine Knaller sein dürften. Gleichzeititg noch einmal der Hinweis - Schalke hat eine ganze Reihe von Spielern, die dieses Jahr noch besser sein dürften, als letztes Jahr - die Mannschaft dürfte also noch einmal stärker sein.
tomfooty hat geschrieben: Stuttgart: Hier wird "schwäbisch" gespart, helfen tut das keinem...aber was soll man machen?
Stimmt - und daran muss nichts schlecht sein. Stuttgart war länger nicht mehr international dabei und könnte das aller Voraussicht nach auch nächste Saison nicht sein, wenn man sieht wie Hoffenheim und Wolfsburg aufrüsten. Da kann ich verstehen, dass man nicht das Geld rauswirft für ein kurzes Feuerwerk in der Europa League.
tomfooty hat geschrieben: Hannover: Tja....
Sorry, aber das "Tja" verstehe ich null. Hannover hat Europa gerockt, alle Stars gehalten und das Team noch einmal verstärkt. Was hätte man bei den 96ern den noch machen sollen? Nach meinem Empfinden macht H69 gerade Siebenmeilenschritte.
tomfooty hat geschrieben: Leverkusen: Außer dem chilenischen Nationalspieler ist hier auch noch keine größere Verpflichtung vorgenommen worden-
Du hast recht. Andererseits ist die Transferperiode gerade mal eine Woche alt. Mal sehen, was die nächsten acht bringen.
tomfooty hat geschrieben: Fazit: Keine wirklich überdurchschnittlich hohe Menge an echten Top-Transfers. Wenn ich nur daran denke, dass Bayern lieber in der BuLi kauft (Dante, Pizarro) und diese Spieler schon als "Stars" bezeichnet werden, dann kann man nicht von einer Nähe zu Spanien oder England sprechen.
Sorry, aber da spricht glaube ich eher die Erinnerung an die letzten Jahre aus dir, weniger die diesjährige Transferperiode. In Spanien gab es noch keinen einizigen nennenswerten Transfer aus dem Ausland. Der einzige große Deal betrifft Jordi Alba, und der wechselt innerhalb der Liga von Valencia zu Barcelona. Also "business as usual", um bei deiner Formulierung zu bleiben. Übrigens: Einen Kauf von Maicon hat das Management von Real angeblich abgelehnt, da zu teuer. Auch in der Primera Division kocht man also nur mit Wasser.

In England macht Chelsea die große Ausnahme - die haben sich mit Hulk schon was geleistet, dazu noch Marin und einige weitere Spieler. ManU hat sich Kagawa geholt. Ansonsten gibt es aber hier vor allem interne Transfers. Van Persie soll von Arsenal zu ManCity zum Beispiel. Luca Modric dürfte bei einem Vereinswechsel nicht einmal seine Londoner Wohnung aufgeben müssen.

Deutschland hält derzeit mit Xkaka, Shaqiri, Bas Dost und Dominguez dagegen. Die Liga verlassen haben Raul und Kagawa. In meinen Augen eine positive Bilanz. Noch positiver, wenn sich die Transfers von Martinez und de Jong realisieren, aber das ist noch Zukunftsmusik.
tomfooty hat geschrieben: Es wird einfach zu viel gespart dafür. Aber dass sich das mal ändert, erwarte ich ohnehin nicht. Die Liga vertraut ja lieber auf 50+1 und FFF (ich eher nicht)
Per heute belaufen sich die Transferausgaben der Vereine aus den Top-Ligen jeweils auf (Quelle: Sport Bild):
Italien: ca. 167 Millionen Euro
Bundesliga: ca. 134
Premier League: ca. 134
Spanien: 33 (nein, ich habe keine Ziffer vergessen - in Worten: Dreiunddreißig ;) )

Was in der Auflistung fehlt, ist sicherlich Frankreich mit den großen Deals von Paris St. Germain. Auf der anderen Seite sieht man aber auch, dass die Bundesliga durchaus nicht viel sparsamer ist, als die direkte Konkurrenz und das ist ein deutlicher Unterschied zu der jüngeren Vergangenheit, in der die Deutschen in der Transferperiode wirklich hinterherguckten.
tomfooty hat geschrieben: Nach dem CL-Finale und der EM habe ich für die nächsten 10 Jahre gefühlt meine Hoffnung auf einen deutschen Titel begraben.
Ist sicherlich eine extrem harte Endphase der Saison gewesen. Als Bayern-Fan musste auch ich durch die Hölle. Dennoch ist es objektiv kein schlechtes Jahr gewesen und die Chancen auf einen Titel sind in der kommenden Saison höher als sie je in den letzten 10 Jahren waren.
tomfooty hat geschrieben: Wenigstens ist das Club-Teilnehmerfeld der BuLi dieses Jahr viel besser als letztes....
Aber erfahrungsgemäß laufen uns die anderen Ligen aus Spanien, England, Italien (und bald vielleicht auch Frankreich) regelmäßig bei Transfers den Rang ab...zumindest laut transfermarkt.de
Auf welche Zahlen berufst du dich da? Wie gesagt, die Sport-Bild-Zahlen lesen sich anders.
tomfooty hat geschrieben: Aber was man sagen muss, es ist schon verwunderlich, wie sehr alle hier im Forum auf das FFP hoffen. Es sollte hinlänglich bekannt sein, dass schon Möglichkeiten bestehen diese Regelung einfach und legal zu umgehen.
Naja, das stimmt so nicht ganz. ManCity zum Beispiel würde liebend gern van Parsie verpflichten und es gibt dort auch kein Geldproblem. Allerdings zwingt das FFP den Club zu einer ausgeglichenen Transferbilanz, so dass Dzekos Verkauf zu einer Voraussetzung für van Persies Verpflichtung geworden ist. Ansonsten hoffe ich persönlich nicht unbedingt auf das FFP, eher auf die stärker werdende wirtschaftliche Basis der Buli-Clubs.
tomfooty hat geschrieben: Im Grunde genommen muss man auch mal zusehen, dass man nicht immer nur auf die anderen Ligen guckt und behauptet, die haben es ja (noch) alle besser, die haben mehr finanzielle Mittel, mehr weltbekannte Top-Clubs als Zugpferde...nein, es geht darum zuzusehen, dass man sich auf die eigenen Stärken konzentriert und diese fördert und eben sich nicht zufrieden zurücklehnt und sagt, man hätte mit den gegebenen Mitteln das Beste daraus gemacht und alles ist "Friede, Freude, Eierkuchen"....man muss auch mal gucken, dass man sich mehr "MIttel" schafft, seien es finanzielle....
Immerhin sind es jetzt schon bald 15 Jahre ohne Titel...
Ich verstehe dein Problem. Mich stört das ewige Schönreden von Niederlagen auch extrem. Als letztens Angelique Kerber im Halbfinale von Wimbledon gegen die absolut schlagbare Agnjegka Radwanska aufgrund schlechterer Tagesform in zwei Sätzen ausgeschieden ist, und der Kommentator parallel nicht müde wurde zu betonen, was für ein großartiges Turnier sie doch gespielt habe, dass man von der jungen Frau nicht zu viel erwarten solle und dass sie auch heute ganz gut mithalte, konnte ich mich vor Wut zerreißen. Irgednwie scheinen wir unseren Kindern damit beizubringen, dass es okay ist, wenn man verliert. Was im sonstigen Leben vielleicht hier und da pädagogisch sinnvoll ist, aber im Profisport absoluter Nonsens ist. Ebenso sauer war ich auf die Nationalelf für die unnötige Niederlage gegen Italien. Ich stimme dir zu - es gibt ein Mentalitätsproblem. Es fehlt der Wille, die Selbstsicherheit, das Sieger-Gen eines Oliver Kahn, eines Stefan Effenberg, eines Matthias Sammer.
Aber: draufhauen nützt wenig. Man muss es zu verändern versuchen. Und ich denke, dass das Umdenken in der Liga und beim Verband eingesetzt hat. Sammers Verflichtung ist ein deutlicher Fingerzeig, denn die Bayern holen sich vor allem das Sieger-Gen durch diese Verpflichtung. Und genau deswegen soll auch Martinez kommen. Der richtige Prozess ist gestartet - er wird eben seine Zeit brauchen.
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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Lok » Mo 9. Jul 2012, 14:31

leider muss ich tomfooty zu 95% rechtgeben!

ich will sogar noch einen draufsetzen:
so einfach wie dieses jahr war es selten die CL bzw. die EM zu gewinnen. das niveau bei der EM war seltsam niedrig und auch das endspiel sollte man nicht überbewerten, die spanier liegen den deutschen besser als italien.
bayern hat gegen real einen riesen-coup gelandet und chelsea ihnen den gefallen getan, die über-mannschaft barcelona rauszuwerfen.
aber bayern hat auch gar keine titel verdient. tomfooty hat das gut rausgearbeitet. ein verein, der finanziell in deutschland absolut überlegen ist und ohne annähernde konkurrenz. aber trotzdem versuchen sie sich immer nur die nationale konkurrenz vom leib zu halten und die nationalen gegner durch geschickte transfers zu schwächen (diesmal eben dante). die saison als ribery verpflichtet wurde, war wohl eine einmalige ausnahme, da hat man mal für 1,5 jahre versucht anders zu denken und ist bei den kleinsten schwierigkeiten (klinsmann) wieder zum bewährten konzept zurückgekehrt. jetzt merken sie, dass sie mit altbackenen methoden und sicherheitsdenken und einem guten, aber alten trainer auch nicht weiterkommen. was macht bayern? sie schwächen den DFB und die nationalmannschaft ganz gewaltig! trotz reibereien zwischen bierhoff/ löw und sammer, dieser war für den DFB enorm wichtig und ist nicht zu ersetzen. gerade für die nachwuchsarbeit, deren früchte wir gerade mit einer guten nationalmannschaft ernten, wird dies ein enormer rückschlag sein. ich finde diesen egoismus der bayern einfach unerträglich. klar holen die immer noch die meisten punkte für die 5jahreswertung. aber bei ihrem potential und ihren vorausetzungen ist das viel zu wenig. wann fangen sie an, sich mit real, barcelona, ac mailand, manchester united zu messen? wann fangen sie an, stars aus spanien und england zu kaufen oder zumindest große talente die auf dem weg nach spanien oder england sind, nach deutschland zu holen. bayern hat einen riesen-namen, die könnten viel mehr als nur die nationale konkurrenz kleinhalten und auf sicherheitsdenken setzen und jetzt sogar noch ganz massiv den DFB zu schwächen. so ist es einfach nur erbärmlich, da könnt ihr hier gerne eure bayern-fan-brille und die gut-für-die-5jahreswertungs-brille aufsetzen, aber mich überzeugt ihr nicht!

ganz kurz noch zu den 5%, bei denen ich nicht mit tomfooty übereinstimme. die 50%+1 regel ist die beste erfindung des DFB überhaupt und lässt einen wenigstens so ein kleines bißchen an den sport und das vereinswesen glauben. zu 99% ist das ja nur noch show, wirtschaft, entertainment, business, popkultur....
leider wird die regel bei den Großen nicht mehr konsequent umgesetzt (bayer leverkusen, vfl wolfsburg), auch gegen die abstrusen sonderregeln bei hoffenheim (stimmberechtigte und nicht-stimmberechtigte mitglieder + 1 mäzen/ sponsor der wider den DFB-regularien einfluss auf das tagesgeschäft nimmt) und rb leipzig (der verein hat bis heute nur 7 (!) mitglieder und das logo hätte so nie genehmigt werden dürfen!!!) hätte man als größter einzelsportverband der welt massiv vorgehen müssen.
das financial fairplay der UEFA ist ein witz, was beim DFB der fall ist, ist dort noch viel eklatanter. es wird nur umgesetzt anhand einiger härtefälle, z.b. in der türkei, quasi um zu beweisen, dass diese regelung existiert. man haut auf einen schwachen verband drauf, aber mit den großen wird man sich niemals anlegen. wer darauf hofft, hofft vergelich, so leid mir das tut.
tomfooty hat geschrieben:Zu den Transfers:

Bayern:
Dass Bayern sich verstärken wird, muss irgendwann auch mal vorausgesetzt sein. Die haben lange keine Titel mehr geholt und für irgendwas muss das Geld ja ausgegeben werden.

Gladbach:
Gladbach erstaunt mich. Die haben sich schon sehr gut verstärkt und fast die Abgänge kompensiert. Trotzdem muss das nix heißen, es liegt an den "Fohlen" Europa weiß zu machen, dass die BuLi wirklich 4 CL-Plätze verdient hat. Das bezweifele ich. Mit Favre kann man aber zumindest in der EL weit kommen.

Dortmund:
Tja, was soll man sagen. Die haben ihren Kader gehalten und Reus ist fast 1:1 ein Ersatz für Kagawa. Dass der "Königstransfer" innerhalb der BuLi läuft ist leider typisch.

Schalke:
Auch hier hat man mit Barnetta eine Lösung gefunden, die wenn überhaupt Schalke hilft, aber für die BuLi wäre es doch schöner gewesen mal einen Kalou oder einen Van der Vaart zu holen, war mir aber irgendwie klar, dass das nix wird. Im Zweifelsfall kommen die "Stars" nicht....

Stuttgart: Hier wird "schwäbisch" gespart, helfen tut das keinem...aber was soll man machen?
Hannover: Tja....
Leverkusen: Außer dem chilenischen Nationalspieler ist hier auch noch keine größere Verpflichtung vorgenommen worden-

Fazit: Keine wirklich überdurchschnittlich hohe Menge an echten Top-Transfers. Wenn ich nur daran denke, dass Bayern lieber in der BuLi kauft (Dante, Pizarro) und diese Spieler schon als "Stars" bezeichnet werden, dann kann man nicht von einer Nähe zu Spanien oder England sprechen.
Es wird einfach zu viel gespart dafür. Aber dass sich das mal ändert, erwarte ich ohnehin nicht. Die Liga vertraut ja lieber auf 50+1 und FFF (ich eher nicht)

Nach dem CL-Finale und der EM habe ich für die nächsten 10 Jahre gefühlt meine Hoffnung auf einen deutschen Titel begraben.
In den 70ern oder 80ern hätte man da sicher schon von einer "Krise des deutschen Fußballs" gesprochen...

Wenigstens ist das Club-Teilnehmerfeld der BuLi dieses Jahr viel besser als letztes....
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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Xell » Mo 9. Jul 2012, 16:05

Lok hat geschrieben: so einfach wie dieses jahr war es selten die CL bzw. die EM zu gewinnen. das niveau bei der EM war seltsam niedrig und auch das endspiel sollte man nicht überbewerten, die spanier liegen den deutschen besser als italien.
Tja, das nennt man dann wohl Ansichtssache. Das Niveau bei der EM fand ich deutlich höher, als noch vor vier Jahren. Ebenso war das Niveau der Champions League nicht schlechter, als die letzten Jahre. Dass Spanien Deutschland besser liegt, als Italien, halte ich für ein absolutes Gerücht. Italien war bei dieser Em absolut schlagbar. Spanien war da ein anderes Kaliber und verdienter Europameister.
Lok hat geschrieben: bayern hat gegen real einen riesen-coup gelandet und chelsea ihnen den gefallen getan, die über-mannschaft barcelona rauszuwerfen.
aber bayern hat auch gar keine titel verdient. tomfooty hat das gut rausgearbeitet. ein verein, der finanziell in deutschland absolut überlegen ist und ohne annähernde konkurrenz. aber trotzdem versuchen sie sich immer nur die nationale konkurrenz vom leib zu halten und die nationalen gegner durch geschickte transfers zu schwächen (diesmal eben dante).
Sorry, aber was soll diese flache Doppelmoral? Hat Bayern jetzt nationales Transferverbot, oder was? Dortmund hat sich Schieber und Reus geholt - warum spricht da keiner drüber? Die Schalker kaufen Neustädter und Barnetta - gibt's Klagen? Hoffenheim kauft Derdiyok und Wiese - wo ist das Geschrei?
Diese ewige Beschwerde, die Bayern sollten doch bitte mit angezogener Handbremse spielen, damit wir anderen mithalten können, ist einfach nicht mehr ernst zu nehmen.
Vor allem, da auch die führenden Vereine in anderen Ligen genau das gleiche machen - Jordi Alba geht von Valencia zu Barcelona. Nasri wechselt von Arsenal zu ManCity. Chelsea jagd Modric von den Toffees. Milan kauft die halve Mannschaft aus Florenz.
Die Anti-Bayern-Scheuklappen in dieser Sache treiben einen einfach nur auf die Palme.
Lok hat geschrieben: die saison als ribery verpflichtet wurde, war wohl eine einmalige ausnahme, da hat man mal für 1,5 jahre versucht anders zu denken und ist bei den kleinsten schwierigkeiten (klinsmann) wieder zum bewährten konzept zurückgekehrt.
In der Saison von Ribery gab es übrigens einen weiteren internationalen Transfer - Luca Toni. Seitdem sind noch eine ganze Reihe von Spielern aus dem Ausland zu den Bayern gewechselt: Breno, Rafinha, ein gewisser, inzwischen natürlich in Vergessenheit geratener Arjen Robben - nicht der Rede wert. Mit Xhedran Shaqiri kommt nun ein absolutes europäisches Top-Talent. Mit Anatoliy Tymoschuk hatte man einen der seinerzeit besten Sechser und den Kapitän der ukrainischen Nationalmannschaft verpflichtet. Boateng kam aus Manchester. Macht dann acht internationale (Top-)Transfers.
Dazu hat man erfolgreich Stamm- und Nationalspieler aus der eigenen Jugend gehoben: Badstuber, Alaba, Müller, Kroos - macht vier.
Ein paar Spieler aus der Bundesliga hat man auch geholt ja. Zum Beispiel hatte man nicht den Anstand, Neuer von Schalke nach Manchester ziehen zu lassen und hat ihn hinterhältiger Weise in Deutschland gehalten. Außerdem hat man Mario Gomez gekauft, bevor er in England oder Spanien unterschreiben konnte für läppische 35 Mio. Eine lächerlich niedrige Summe, nicht der Rede wert. Mandzukic wollte weg und hatte von magath die Freigabe - man kann gerne in Wolfsburg nachfragen, ob der Felix diesen Deal als "gezielte Schwächung" versteht. Pizarro kehrt mit diesem Deal auf seine alten Tage heim. Er hat länger bei Bayern gespielt, als bei Bremen, das sollte man nicht vergessen. Der einzige Transfer, der zumindest von seinen Eckdaten her in die Kategorie "defensiver, nationaler Kauf" fällt, ist Dante. und ich frage mich, warum der FCB kein recht hat, bei all den oben genannten Deals, auch Mal einen solchen zu tätigen, wo doch die ganze übrige Fußballwelt davon lebt?
Lok hat geschrieben: jetzt merken sie, dass sie mit altbackenen methoden und sicherheitsdenken und einem guten, aber alten trainer auch nicht weiterkommen. was macht bayern? sie schwächen den DFB und die nationalmannschaft ganz gewaltig!
Stimmt - die Bayern sind ja auch kein Fußballverein, sondern ein Samariterclub, dessen primäre Aufgabe die Seelensorge um den DFB ist. Ich frage mich, woher man den Anspruch an die Bayern nimmt, die besten Leute absichtlich nicht zu verpflichten, damit sie ja dem deutschen Fußball helfen können. Im übrigen: je nachdem, was Sammer beim FCB bewirken kann, stärkt das den deutschen Fußball eventuell eher.
Lok hat geschrieben: trotz reibereien zwischen bierhoff/ löw und sammer, dieser war für den DFB enorm wichtig und ist nicht zu ersetzen. gerade für die nachwuchsarbeit, deren früchte wir gerade mit einer guten nationalmannschaft ernten, wird dies ein enormer rückschlag sein.
Also, wenn die Erfolge der letzten Jahre im deutschen Fußball an einem einzigen menschen hängen, sollte man das Konzept beim DFB schleunigst überarbeiten.
Lok hat geschrieben: ich finde diesen egoismus der bayern einfach unerträglich.
Stimmt - einfach unerträglich, wie sie solide arbeiten und das beste Personal für ihren verein verpflichten, unabhängig davon ob es den Anti-Bayern-Fans gefällt oder nicht.
Lok hat geschrieben: klar holen die immer noch die meisten punkte für die 5jahreswertung. aber bei ihrem potential und ihren vorausetzungen ist das viel zu wenig. wann fangen sie an, sich mit real, barcelona, ac mailand, manchester united zu messen?
Tun sie schon jahr für Jahr und das mit durchschklagendem Erfolg. Zwei CL-Finals in den letzten 3 Jahren. Das weist keine andere Mannschaft in ganz Europa nach. In der 5JW der Clubs liegt man vierter Stelle nur knapp hinter Barcelona, ManU und Chelsea. ManCity, Arsenal, Liverpool, die Italiener, Real Madrid hat man allesamt hinter sich. In den letzten drei Jahren hat man Real Madrid, Manchester United, Manchester City und Lyon in den direkten Duellen geschlagen. Über die letzten drei Jahre gesehen eines der drei dominierenden Teams in Europa.
Sicher - eine ganz armselige Bilanz...
Lok hat geschrieben: wann fangen sie an, stars aus spanien und england zu kaufen oder zumindest große talente die auf dem weg nach spanien oder england sind, nach deutschland zu holen. bayern hat einen riesen-namen, die könnten viel mehr als nur die nationale konkurrenz kleinhalten und auf sicherheitsdenken setzen und jetzt sogar noch ganz massiv den DFB zu schwächen.
Siehe oben - ich empfinde die Aussage einfach nur als Verklärung der Tatsachen - sorry.
Lok hat geschrieben: so ist es einfach nur erbärmlich, da könnt ihr hier gerne eure bayern-fan-brille und die gut-für-die-5jahreswertungs-brille aufsetzen, aber mich überzeugt ihr nicht!
Ich finde, darüber, wer hier die Brille auf hat, lässt sich trefflich diskutieren.
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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von Xell » Mo 9. Jul 2012, 17:55

Lok hat geschrieben: das financial fairplay der UEFA ist ein witz, was beim DFB der fall ist, ist dort noch viel eklatanter. es wird nur umgesetzt anhand einiger härtefälle, z.b. in der türkei, quasi um zu beweisen, dass diese regelung existiert. man haut auf einen schwachen verband drauf, aber mit den großen wird man sich niemals anlegen. wer darauf hofft, hofft vergelich, so leid mir das tut.
Interessanter und heutzutage ein weit verbreiteter Standpunkt. Ich würde aber gerne, wenn wieder einmal auf das "mit weierlei Maß Messen" der UEFA beim FFP hingewiesen wird, etwas mehr Faktenfleisch an den Argumentationsknochen sehen. Im Klartext - vergleicht man die Situation bei Besiktas mit der bei den in diesem Zusammenhang gern genannten großen wie Real, Barcelona, Chelsea und Manchester City, sieht man, dass es sich um völlig unterschiedliche Situationen handelt.

Im Klartext: Bursaspor hat seit Monaten ausstehende Transferzahlungen an andere Clubs sowie Gehälter an die eigenen Spieler nicht bezahlt - wirtschaftlich ist das der Zustand der Zahlungsunfähigkeit und man muss entweder einen Sanierungsplan vorlegen, oder Bankrott anmelden und zumachen. Gegen den Club liegen mehrere Klagen geprellter Vereine sowie auch eine Sammelklage nicht bezahlter, eigener Spieler vor.

Bei den genannten Clubs aus Spanien und England ist nichts davon der Fall. Was man diesen Clubs anlastet, sind die hohen Verbindlichkeiten und die hohen Transferdefizite. Aber: die Verbindlihckeiten werden immer fristgerecht bedient. Und: Seit das FFP in Kraft ist, haben diese Clubs ihre Transferaktivitäten entsprechend eingedämmt. Wie schon oben erwähnt. ManCity achtet diesen Sommer peinlichst darauf, kein großes Transferdefizit zu produzieren. Wegen FFP. Real und Barca halten sich zurück. Chelsea haut auf die Pauke, weil man in den letzten Jahen kürzer getreten ist und die Eindämmung des Transferüberschusses über 5 Jahre schrittweise eingeführt wird. Es war in den englischen Medien klar zu lesen, das Abramovich diesen Sommer ein Feuerwerk abbrennen wird, weil diese Dinge wegen FFP in den kommenden Jahren nicht mehr möglich sein werden.

Anders ausgedrückt: Das FFP hat klare Regeln und ist kein Instrument, um pauschal Vereine zu bestrafen, bei denen gegnerische Fans das Gefühl haben, dass diese "unfair" wirtschaften. Ich würde gerne beim nächsten Mal einen konkreten Fall lesen, in dem konkrete Regeln des FFP nicht eingehalten bzw. geschickt umgangen worden sind, ohne dass die UEFA eingeschritten ist bzw. wo offensichtlich Schindluder bertieben wird, ohne dass das vom FFP abgedeckt wird. Aber solche Beispiele bringt man meistens nicht, sondern verweist nur auf die "allgemeine Situation bei den Großen".
"Nichts auf der Welt ist so gerecht verteilt, wie die Intelligenz - jeder meint, er hätte genug davon."

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Re: Bundesliga Allgemein 2012/2013

Beitrag von tomfooty » Mo 9. Jul 2012, 18:13

Wow, muss sagen, ich wundere mich was ich hier für eine Diskussion losgetreten habe. Ich vermute, dass der EM-Frust bei uns doch tief liegt. Aber ehrlich gesagt ist es nicht schlecht auch mal neben der ganzen "post-sommermärchenepochen"-Euphorie der letzten Monate kritisches anzusprechen.
Wir deutschen können eins sehr gut: Auf hohem Niveau meckern, das aufzugeben wäre nicht gut.

Zu den Bayern: Klar, diese Bayern sind umstritten und kontrovers. Aber was man ihnen anhängen muss: Sie haben ihre sportlichen Ziele in den letzten Jahren nicht erreicht. Letztendlich muss Bayern sich daran messen lassen und für ihre "Vereinspolitik" müssen die Bayern sich auch nur anhand dieser Ziele rechtfertigen, schließlich sind sie ein starker Club der sich eigenständig gegen Konkurrenten behaupten kann.
Trotzdem: Mein Urteil über Bayern, dass sie keine echte Top-Verpflichtung geholt haben bleibt. Und mit "Top-Verpflichtung" meine ich eine die auch für Bayern-Verhältnisse top ist. Bisher hat Bayern das bereits zitierte "business as usual" praktiziert und eben "innerhalb" der Liga eingekauft....
Ich persönlich finde dass schade, weil es der Liga nix bringt und weil ich bezweifele, dass die Bayern damit erfolgreich sein werden. Meine Aufforderung mal tiefer in die Tasche zu greifen war vielleicht auch eher eine "aus der Hoeneß-Brille"-Sichtweise....

Xell hat geschrieben: Ich sehe derzeit jedenfalls weder Italien, noch Frankreich oder Portugal besser aufgestellt für vier CL-Plätze als Deutschland."

Nur weil Deutschland besser aufgestellt ist, heißt es nicht dass Deutschland alle 4 Plätze verdient hat. Vor einigen Jahren war die Ansicht, dass die deutschen Clubs in der EL mehr Punkte holen doch noch sehr weit verbreitet. Inzwischen ist das vielleicht durch die CL-Sonderpunkte nicht mehr der Fall. Diese stellen für mich aber nur eine Idee der UEFA dar, die nicht unbedingt das Ziel verfolgt, die Stärke der Ligen zu bewerten.
Xell hat geschrieben: Naja, so ganz typisch läuft es nicht. Hätte Dortmund die Kagawa-Millionen nicht für Reus an Gladbach bezahlt, hätte sich Gladbach nicht Dominguez und Xhaka aus dem Ausland leisten können. Insofern sind die Kagawa-Millionen doch im Ausland angelgt worden und haben die Liga verstärkt, nur eben über einen Umweg.
Typisch ist für mich hier aber, dass ein "Top-Transfer" innerhalb der Liga abläuft, egal über welchen Umweg. Außerdem war doch klar, dass Reus wechselt , das Geld hätten die Fohlen ohnehin einplanen können.

Zu Schalke: Tönnies hat heute klar gesagt, dass die Transferplanung abgeschlossen ist. Das ist doch eindeutig, oder? Es bleibt bei einem Barnetta und Kalou und Van der Vaart eben nicht...

Zu Hannover: Mein "Tja" war eher so gemeint, dass sich zu Hannover eigentlich nix sagen lässt. Der Saisonverlauf ist hier ebenfalls alles andere als leicht vorhersehbar...

In Spanien und England vermute ich noch einige Transfers. Vor Allem eben Spieler die namhafter und wohl auch qualitativ stärker sind. Darin besteht doch der UNterschied. Während in der Buli ein Barnetta "getauscht" wird, ist es in England ein Van Persie...UNterschiede sind da erkennbar (auch wenn man weniger der Verdeutlichung dienender übertriebene Beispiele nimmt)

Zu Transferdaten: Am besten man schaut mal auf transfermarkt.de
Wo England heute dank dem Ji-Sung-Park-Transfer die BuLi abgelöst hat. Die Seriösität von sport-BILD lässt sich zumindest anzweifeln ;)

Zum FFP: Wie die Clubs heute wirtschaften, lässt keine Rückschlüsse darüber zu wie sie es in einigen Jahren tun, wenn das FFP erst richtig einsetzen soll.
Also genug Zeit sich über Umwege (beispielsweise Tochterfirmen der Ölfirmen als Sponsoren installieren o.ä.) Gedanken machen zu können

Zur 50+1-Regel: Unabhängig von der wirtschaftlichen Schwächung erscheint es mir nicht lohnenswert den 1% Tradition neben den 99% Kommerz aufrechtzuerhalten. Zumindest nicht in der BuLi. Deutschland ist ein Fußball-Land. Jedes größere Dorf hat einen Verein, jeder kann immer und überall in direkter Nähe eine "traditionellere" Form von Fußball genießen, die ich im Übrigen auch schätze.

"Aber solche Beispiele bringt man meistens nicht, sondern verweist nur auf die "allgemeine Situation bei den Großen".[/quote]

Tja, bisher gab es ja auch noch keine Gelegenheit das FFP zu übertreten, oder?

Insgesamt bleibe ich dabei: Wer sich darauf verlässt, dass man besser dadurch wird, dass wer anders dadurch schlechter wird, dass wer anders eine Regel aufstellt, deren Einstellung sehe ich als höchst zweifelhaft an.
Man muss letztendlich gucken, dass man das alles im eigenen Rahmen mögliche umsetzt. Aber allein diese Diskussion von wohl eher "Fußball-Laien" (nicht negativ gemeint) ist doch schon als Hinweis zu sehen, dass es noch zahlreiche andere Möglichkeiten gibt, diese BuLi noch besser zu machen...

Xell: Habe mir die Freiheit genommen, die Zitate zu besseren Übersicht zu formatieren (das Skript funktionierte vorher nicht). Hoffe, du hast nichts dagegen.

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